Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multi Projekt Chip Gruppe mit neuer Entwurfsanlage

07.02.2005


EDA-Zentren in Baden-Württemberg mit Sun Ray standardisiert.



Die Multi Projekt Chip (MPC) Gruppe hat in einem erfolgreichen Re-Investitionsprogramm 1 Mio. Euro für die Installation einer elektronischen Entwurfsanlage aufgewendet. Die 14 in der Gruppe zusammengeschlossenen Fachhochschulen aus ganz Baden-Württemberg weihten die neuen Electronic Design Automation (EDA) Computeranlagen an der Hochschule Aalen ein. Prof. Dr. Dirk Jansen von der Fachhochschule Offenburg freute sich, dass die baden-württembergischen Fachhochschulen auf dem Gebiet der Elektronik wieder auf der Höhe der Zeit seien. Aufgrund der einheitlichen Ausstattung aller EDA-Zentren, ließe sich deren Administration erheblich vereinfachen, ergänzte Prof. Dr. Manfred Bartel vom Studiengang Elektronik/Technische Informatik der Hochschule Aalen.

... mehr zu:
»EDA »Entwurfsanlage »MPC


6,5 Tonnen Hardware wiegt der materielle Gegenwert von Sun Microsystems. Damit wurden an den Fachhochschulen 207 Arbeitsstationen mit Doppelbildschirmen ausgestattet, die den Studierenden eine großzügige Arbeitsfläche bereitstellen. "Sun Ray hat weder Knöpfchen noch Laufwerk, an denen herumgespielt werden könnte", sagte Prof. Dr. Jansen, "So rechnen wir für die nächsten 5 Jahren mit Sicherheit und Zuverlässigkeit." Die eigentliche Herausforderung bestand darin, an den Fachhochschulen drei verschiedene Betriebssysteme und vier Server zu kombinieren. Das gelang: Die Studierenden der Elektronik tüfteln bereits mit Eifer an den neuen Arbeitsstationen.

In deren Genuss wird Andreas Funcke nicht mehr kommen. Er hat sein Diplom bereits in der Tasche. Für dieses erhielt der Absolvent der Fachhochschule Pforzheim in Aalen den IEEE SSCS Best Paper Award. Für Funcke war schnell klar, dass er seine Diplomarbeit auf dem Gebiet der EDA schreiben wollte.

EDA ist eine Art Katalysator der Elektronik: Nach mathematischen Modellen werden am Rechner Leiterplatten entworfen, Schaltungen simuliert und Chips designt. In einer selbstverstärkenden Schleife wird mit Hilfe der EDA die Elektronik weiter entwickelt, welche wiederum die Leistungsfähigkeit der EDA steigert usw. Inzwischen befinden sich auf einem Chip über 500 Mio. Transistoren, die sich technisch nur noch mit der EDA beherrschen lassen. Diese Chips dienen Datenspeicherung, -transport oder -verarbeitung und finden sich in Computern oder Handys wieder. "Die zu entwickelnde Elektronik wird nicht mehr zusammengelötet und dann getestet, sondern sie wird mit Hilfe von EDA generiert und mit EDA-Simulatoren getestet und es wird erwartet, dass sie sofort korrekt arbeitet", so Prof. Dr. Bartel.

Die MPC Gruppe versteht sich als Mittler der Automatisierungstechnik für kleine und mittlere Unternehmen. In den 16 Jahren ihres Bestehens sind aus der Gruppe über ein Dutzend Chips hervorgegangen, die inzwischen teilweise in Serie produziert werden. "Durch die Investition in die Entwurfsanlage können unsere Studierenden im EDA-Zentrum mit den Werkzeugen der Weltmarktführer Cadence und Mentor Graphics", sagte Prof. Dr. Bartel. Er hofft mit seinen Kollegen, dass nun auch Mittel bereitgestellt würden, um das Betreuungspersonal der Anlagen weiterqualifizieren zu können, damit es mit der von EDA beschleunigten Entwicklung der Elektronik in den Nanobereich submikroskopischer Leiter Schritthalten kann. Eine wichtige Empfehlung hierfür ist sicherlich das Siegel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die die Kooperation der baden-württembergischen Fachhochschulen als vorbildhaft ausweist.

Dr. Marc Dressler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-aalen.de

Weitere Berichte zu: EDA Entwurfsanlage MPC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neuro-Robotik ermöglicht Querschnittsgelähmten selbstständig zu essen
07.12.2016 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie