Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Industrie und Forschungseinrichtung bündeln Kräfte zur beschleunigten Entwicklung von Supraleitern

27.05.2004


IFW Dresden und Trithor GmbH unterzeichnen vertragliche Zusammenarbeit zur beschleunigten Entwicklung von Supraleitern für energietechnische Anwendungen



Trithor, einer der führenden europäischen Hersteller von Hochtemperatursupraleitern (HTS) für energietechnische Anwendungen, hat heute die Unterzeichnung einer Übereinkunft zwischen dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW Dresden) und der Trithor GmbH bekannt gegeben. Ziel der Zusammenarbeit ist die Beschleunigung der Entwicklung von Hochtemperatursupraleitendem Draht (HTS-Draht) für die Energietechnik.

... mehr zu:
»HTS-Drah »HTS-Draht »IFW »Supraleiter


Im Rahmen dieser neuen Übereinkunft werden das IFW Dresden und Trithor ihre Entwicklungsarbeiten für HTS-Draht koordinieren. In der Energietechnik wird dieser HTS-Draht sehr wesentlich in elektrischen Generatoren, Motoren und in der Energieübertragung Verwendung finden. Die Übereinkunft beinhaltet insbesondere Forschungs- und Entwicklungskoordination auf den Gebieten von HTS-Drähten der ersten und zweiten Generation, sowie die Ausweitung und Verwertung von Schutzrechten.

"Wir begrüßen die intensivierten Verbindungen zum IFW sehr. Als Forschungsinstitut repräsentiert das IFW die Supraleiterentwicklung in ihrer vollen Breite-von der Theorie bis hin zu hochentwickelten Supraleitern. Dieses ergänzt in geradezu idealer Wiese unsere eigene, stark auf Kommerzialisierung der Supraleitung ausgerichtete Entwicklungsarbeit", sagte Jens Müller, Geschäftsführer der Trithor GmbH.

Der Direktor des Instituts für Metallische Werkstoffe im IFW, Prof. Ludwig Schultz, kommen-tierte: "Mit unseren mehr als 20 Jahren an Erfahrung auf dem Gebiet der Supraleitung waren wir immer an der Entwicklungsfront. Die Zusammenarbeit mit Trithor als industriel-lem Hersteller von HTS-Draht war bereits in mehreren gemeinsamen Projekten erfolgreich. Wir freuen uns darauf, die F&E-Zusammenarbeit mit Trithor auf diese neue Ebene zu stellen."

Wie der kaufmännische Direktor des IFW, Rolf Pfrengle, erläutert, "folgt diese formale Zusammenarbeit stringent unserer Strategie der Koordination unserer Forschung mit der Industrie. Ziel ist die Stärkung kommerziell verwertbarer Technologien und Anwendungen. Die Vertragsbedingungen garantieren Trithor Zugang zu dem in der Zusammenarbeit relevanten Teil unseres Patentportfolios".

Dr. Michael Bäcker betonte als Trithors Leiter TQM und Verantwortlicher für die Entwicklung von HTS-Draht der zweiten Generation: "Diese Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschungsstätten wird die Forschungs- und Entwicklungsarbeit stimulieren und stärken. Für die deutsche und europäische Supraleiterentwicklung werden das IFW und Trithor eine wesentliche Entwicklungsachse bilden."

Die Ergebnisse der Zusammenarbeit ermöglichen eine beschleunigte Entwicklung der Hochtemperatursupraleitung, die eine Grundlage der Elektrizitätsinfrastruktur des 21. Jahr-hunderts darstellen wird.

Leistungsstarke HTS-Drähte

Unter Hochtemperatursupraleitung versteht man das Verschwinden des elektrischen Widerstandes bei Temperaturen oberhalb des Siedepunkts von flüssigem Stickstoff von 77 Kelvin. Die Betriebstemperaturen sind damit deutlich höher und ökonomischer als bei konventionellen metallischen Supraleitern. HTS-Draht findet Anwendung in der gesamten Infra-struktur der Energienetze: in der Energieerzeugung (Generatoren), in der Durchleitung und Verteilung (Kabel, Transformatoren, Kurzschlußstrombegrenzer) und bei Verbrauchern (Motoren, Blindleistungskompensation, Energiespeicherung). HTS-Drähte ermöglichen den Bau von elektrischen Geräten, die wesentlich effizienter sind und gleichzeitig stärkere Magnetfelder erzeugen als größere, schwerere Systeme auf konventioneller Kupfer- oder Aluminiumbasis.

HTS-Drähte der ersten Generation (1G) werden von Trithor kommerziell gefertigt. Die HTS-Drähte der zweiten Generation (2G) sollen bei gleicher oder höherer Performance geringere Herstellungskosten aufweisen. 2G-Drähte werden die Einsatzgebiete für HTS-Drähte ab 2010 erweitern.

Die Trithor GmbH mit Sitz in Rheinbach, Deutschland, fertigt hochqualitative HTS-Drähte für die Energietechnische Industrie in aller Welt. Die Produkte von Trithor ermöglichen eine Erhöhung der Leistungsdichte, eine Verringerung des Bauvolu-mens und Gewichtes bei gleichzeitiger Einsparung von elektrischen Verlusten. HTS-Technologie schont die Energieressourcen und verringert die Betriebskosten. Trithor ist die einzige europäische Firma, die sich ausschließlich auf die Produktion von HTS-Drähten spezialisiert hat. Mit einer der weltweit fortschrittlichsten Produktionsstätten erreicht die Firma höchste Produktionsstandards.

Das IFW Dresden ist ein von Bund und Ländern gemeinsam finanziertes Forschungsinstitut, in dem naturwissenschaftlich fundierte Materialforschung betrieben wird. Mit über 400 Mitarbeitern gehört es zu den größten Leibniz-Instituten.

Dr. Carola Langer | idw
Weitere Informationen:
http://www.trithor.de
http://www.ifw-dresden.de

Weitere Berichte zu: HTS-Drah HTS-Draht IFW Supraleiter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektromobilität: Forschungen des Fraunhofer LBF ebnen den Weg in die Alltagstauglichkeit
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE