Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieverbrauch von Haushalten und Gewerbe

26.05.2004


Das Fraunhofer ISI hat gemeinsam mit dem DIW Berlin, dem Marktforschungsinstitut GfK, dem Institut für Energetik und Umwelt in Leipzig und der TU München für das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit den Umgang mit Energie genauer untersucht als die üblichen Energiestatistiken - und überraschende Erkenntnisse gewonnen.



Wie hoch ist der Energieverbrauch in deutschen Haushalten, im Gewerbe und in öffentlichen Einrichtungen tatsächlich und wodurch wird er beeinflusst? Diesen Fragen ging eine Studie unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe nach. Danach haben die immer wieder verschärften Wärmeschutzanforderungen im Lauf der letzten 25 Jahre erhebliche Heizenergieeinsparungen gebracht, aber bei weitem nicht so viel wie erwartet. Es mangelt an der Bauausführung, aber auch am sparsamen Verhalten der Bewohner. Laut Studienleiterin Barbara Schlomann bringt ein Grad weniger im Wohnzimmer immerhin eine um drei Prozent niedrigere Heizkostenrechnung. Fast die Hälfte der deutschen Haushalte verpulvert außerdem über stundenlang gekippte Fenster im Schlafzimmer unnötig Heizenergie. Und um den Verbrauch an Heizenergie zu senken, sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Denn allein durch die immer größer werdende Wohnfläche, die jede Person für sich beansprucht, erhöht sich der Energiebedarf beträchtlich. Einen Beitrag zur umweltfreundlichen Energieversorgung könnten auch effiziente Holzheizungen leisten. Heute haben sie in den Wohnungen nur einen Anteil von sechs Prozent.



Die Befragung von über 20.000 Haushalten, die von der GfK ausgeführt wurde, zeigt auch, wo die Stromfresser unter den elektrischen Geräten und Anlagen lauern: So erhöht ein Klimagerät den Stromverbrauch um 120 Kilowattstunden pro Jahr, eine Sauna schlägt gar mit 450 Kilowattstunden zu Buche. Auch die Stromkosten für Wasserbetten, Aquarien, Geschirrspüler, Kühlschränke und elektronische Geräte fallen ins Gewicht, viele dieser Geräte sind auf dem Vormarsch. Mit Energiesparlampen sind die Haushalte noch spärlich ausgestattet - nur jede siebte Lampe ist energiesparend. Und auch ein Blick auf den Spritverbrauch könnte nicht schaden: Privat-Pkw fahren über 13.000 Kilometer pro Jahr und verbrauchen dabei fast 1.100 Liter Kraftstoff.

Im gewerblichen Bereich sind der Handel und die Büros die größten Energieverbraucher in Deutschland. Hier schlägt vor allem die Zunahme der klimatisierten Flächen und die wachsende Zahl von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik zu Buche.

Insgesamt liefert die Studie eine Fülle wertvoller Daten zum Energieverbrauch der privaten Haushalte und des gewerblichen Bereichs, die eine wichtige

Ergänzung der herkömmlichen Energiestatistik darstellen. Solche Daten werden immer wichtiger, wenn es um die Frage geht, wie Deutschland die internationalen Vereinbarungen zum Klimaschutz einhalten kann.

Weitere Informationen: Barbara Schlomann, Tel. 0721-6809-159, E-Mail: b.schlomann@isi.fraunhofer.de

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/e/projekte/122s.htm

Weitere Berichte zu: Energiestatistik Energieverbrauch Gewerbe GfK

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neue Sensortechnik für E-Auto-Batterien
08.12.2016 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten
08.12.2016 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops