Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Netzwerk unterstützt den Übergang zum bleifreien Löten

30.04.2003


Die europäische Elektronikindustrie wird gegenwärtig mit einer existenziellen Herausforderung konfrontiert, nämlich der Umstellung auf bleifreies Löten. Nach der geplanten EU-Richtlinie zur Beschränkung von Gefahrstoffen in elektrischen Geräten darf in den betroffenen Produkten ab 2006 kein Blei mehr verwendet werden. Dies kann ernsthafte wirtschaftliche und technische Auswirkungen für die Elektronikindustrie nach sich ziehen.



Bleihaltige Lote sind Legierungen, die bei der Herstellung von Deckeln, aber auch in der Produktion von Batterien, Munition, Metallprodukten (verlöteten Rohren) sowie von Vorrichtungen zum Abschirmen von Röntgenstrahlen verbreitet eingesetzt werden und in geringen Mengen auch in der Erdkruste - in Silber und Nickel - vorkommen. Wie Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstudien ergeben haben, stellen Bleilote jedoch eine mögliche Gefährdung für die menschliche Gesundheit und die Umwelt dar, wenn sie unsachgemäß entsorgt werden. So wird Blei mit Gesundheitsschäden beim Menschen und vor allem bei Kindern in Verbindung gebracht. Dieses Metall kann den Boden und das Grundwasser kontaminieren und das Nervensystem, die Nieren und das Fortpflanzungssystem schädigen. Die EU hat zwar geeignete Bestimmungen gegen die Verwendung von Blei als Gefahrstoff herausgegeben, aber der Industrie wenig Spielraum für die Bewältigung der schwierigen Übergangsphase zu einer bleifreien Produktion gelassen.



Da erscheinen die Arbeitsgruppe COMPETE und das von ihr geschaffene ELFNET-Netzwerk geradezu als Rettungsanker für die Elektronikindustrie. Dieses Netzwerk bietet den betroffenen Unternehmen technische Unterstützung für den Übergang in das bleifreie Zeitalter, indem es sie mit Techniken vertraut macht, die ganz ohne Blei auskommen. Da Blei eines der billigsten Elemente der Welt ist, verteuert sein Ersatz durch praktisch jedes andere Metall das Endprodukt. Auch die Nebenkosten sollten nicht übersehen werden: So sind die Ausbildung von Firmenpersonal im Umgang mit bleifreien Legierungen und die Qualifizierung bleifreier Bauelemente nicht gerade billig.

Hier zeigt ELFNET bevorzugte Bereiche für eine industrielle Kooperation auf, beurteilt neue Legierungen auf ihre Eignung als Bleiersatz und schafft Verknüpfungen zwischen regionalen Netzwerken für bleifreies Löten einschließlich einer europäischen Basis für eine globale Initiative.

Länder wie Großbritannien und Deutschland haben bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Elektronikhersteller und ihre industriellen Produktionsbetriebe vor Härten zu bewahren, indem sie geeignete Rezepturen auf der Basis von Zinn, Silber und Kupfer als Alternative zu Bleilegierungen eingeführt haben. Der Nachteil solcher Rezepturen ist jedoch ihre unzureichende Standardisierung und Zuverlässigkeit.

Das ELFNET-Netzwerk greift diese Lösungsansätze auf und schafft die Voraussetzungen für die Erforschung dieser neuen bleifreien Löttechnologie durch den Austausch von Ideen und Projektinformationen. Es beschäftigt sich mit Gehäusen für elektronische Bauelemente, mit ihrer Oberflächenbeschaffenheit sowie mit Flip-Chip- und BGA-Systemen (Ball Grid Arrays), leistet aber auch Beiträge zur Auswahl und Entwicklung von Legierungswerkstoffen.

Im ELFNET-Netzwerk wird bereits die Möglichkeit zur Einwerbung von Forschungsfördermitteln der EU diskutiert, doch ist selbstverständlich auch eine weitere Unterstützung durch die Industrie willkommen. Das Ziel besteht darin, dem stetig wachsenden Bedarf an Schulungs- und Publikationsaktivitäten - insbesondere bei KMUs - gerecht zu werden. Für Industriebetriebe und Elektronik-Hersteller, die sich an die ELFNET-Richtlinie halten, dürfte sich das Jahr 2006 letztlich als weniger bedrohlich erweisen.

Kontakt

Jeremy Pearce (Dr)

ITRI Tin Technology
Technology Information and Forecasting Manager
Kingston Lane
UB8 3PJ
Uxbridge
UNITED KINGDOM
Tel: +44-1895-272406
Fax: +44-1895-230721
E-Mail:

| Cordis Technologie-Marktplatz
Weitere Informationen:
http://www.soldertec.org
http://dbs.cordis.lu/fep-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=&DOC=1&RCN=EN_RCN:1015&CALLER=OFFR_TM_DE&TBL=DE_OFFR

Weitere Berichte zu: Blei ELFNET-Netzwerk Elektronikindustrie Legierungen Löten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Leuchtende Nanoarchitekturen aus Galliumarsenid
22.02.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse
22.02.2018 | Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics