Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bayreuther Wissenschaftler entwickeln umweltgerechte Produktionsprozesse

05.02.2014
Die Geometrie macht´s oder Wie Bayreuther Wissenschaftler mit einer innovativen Schneidengeometrie von Fräswerkzeugen Energie einsparen und den Ausstoß von Kohlendioxid reduzieren

Am neuen Forschungsprojekt sind die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation, angesiedelt am Lehrstuhl für Umweltgerechte Produktionstechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Bayreuth, sowie sieben bayerische Unternehmen beteiligt. Das Projekt wird von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert.


Gerade das Fräsen großer Innenkonturen ist sehr energieintensiv
Foto © Universität Bayreuth


Prozess- und Energieverbrauchsaufnahme bei einem Anwenderunternehmen
Foto © Universität Bayreuth

Einen wertvollen Beitrag zur Einsparung von elektrischer Energie in Produktionsprozessen und einer damit einhergehenden Reduzierung von entstehendem Kohlendioxid leistet jetzt ein neues Forschungsprojekt, an dem die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation – angesiedelt am Lehrstuhl für Umweltgerechte Produktionstechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Bayreuth – sowie sieben bayerische Unternehmen beteiligt sind.

Gefördert von der Bayerischen Forschungsstiftung werden Wissenschaftler und Ingenieure gemeinsam mit ihren bayerischen Technologie- und Anwendungspartnern eine innovative Schneidengeometrie für Fräswerkzeuge entwickeln, die im Vergleich zu herkömmlichen Fräswerkzeugen elektrische Energie einsparen und den Ausstoß von Kohlendioxid reduzieren. Diese Fräswerkzeuge, sog. Vollhartmetall-Schaftfräser, werden heutzutage in fast allen Produktionsprozessen angewendet, in denen Bauteile durch Fräsprozesse hergestellt werden.

"Untersuchungen zufolge emittiert eine durchschnittliche Fräsmaschine indirekt jährlich so viel Kohlendioxid wie zehn Mittelklasse-PKW. Unsere sieben am Forschungsprojekt beteiligten Firmen verfügen über rund 50 Fräsmaschinen. Wenn wir 60 Sekunden als Mittel für die Bearbeitung eines Frästeiles zugrunde legen, kann nach unserer Einschätzung an einer einzelnen Maschine, bei 90-prozentiger Auslastung und im Zweischicht-Betrieb, der Ausstoß von Kohlendioxid um ca. 1,7 Tonnen pro Jahr verringert werden. Bei 50 Fräsmaschinen sind das 85 Tonnen!", erläutert Hans-Henrik Westermann, der als Teamleiter der Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation das Forschungsprojekt leitet.

Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation

Die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation am Lehrstuhl für Umweltgerechte Produktionstechnik der Universität Bayreuth ist ein anerkannter und gefragter Partner, wenn es um Forschung und Innovation im Bereich der energie- und ressourceneffizienten Produktion geht. "Gerade in diesem Bereich sind wir in den vergangenen Jahren wirklich stark geworden und haben uns ein umfassendes Know-how erarbeitet", erklärt Prof. Dr.-Ing. Rolf Steinhilper, Lehrstuhlinhaber für Umweltgerechte Produktionstechnik. "Das neue Forschungsprojekt baut auf den eigenen wissenschaftlichen Kompetenzen auf und greift darüber hinaus auch wichtige Erkenntnisse aus anderen Projekten wie beispielsweise der Green Factory Bavaria auf", fügt Dr.-Ing. Stefan Freiberger hinzu, der als Leitender Ingenieur am Lehrstuhl am Forschungsprojekt beteiligt ist.

Sieben Anwender- und Partnerunternehmen aus Bayern

Auf der Seite der Anwender- und Partnerunternehmen kommt der Firma Maier Präzisionswerkzeuge GmbH aus Salching / Niederbayern eine tragende Rolle zu. Mit umfangreichem technologischen Sachverstand und großer Innovationskraft arbeitet sie am Projekt mit. Als zweiter wichtiger Technologiepartner ist die Firma RSB Schleifdienst GmbH aus Dörfles-Esbach / Franken am Projekt beteiligt, die als Mitglied im Fachverband deutscher Präzisionswerkzeugschleifer ihr Wissen aus dem Bereich des Nachschliffs von Fräswerkzeugen einbringt.

"Wir freuen uns, dass wir beide Firmen als Technologiepartner für unser Forschungsprojekt gewinnen konnten", sagt Hans-Henrik Westermann und fährt fort: "Durch Simulations- und Versuchsreihen wollen wir die Geometrie der Werkzeugschneide so optimieren, dass für die mechanische Bearbeitung Energieeinsparungen im zweistelligen Prozentbereich möglich werden".

Auf den Erfolg des Forschungsprojekts 'Entwicklung einer energieoptimierten Schneidengeometrie' setzen auch die fünf anderen kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Bayern, die am Projekt beteiligt sind. Im Bereich der Fertigung sind die Margen meist gering. Daher wird die Beherrschung des Zeit- und Kostendrucks für kleine und mittlere Unternehmen zum kritischen Erfolgsfaktor. Das Forschungsprojekt ‚Entwicklung einer energieoptimierten Schneidengeometrie‘ wird einen wertvollen Beitrag leisten, die Energieeffizienz und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen zu verbessern.

Für weitere Informationen steht gern zur Verfügung:

Hans-Henrik Westermann
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Umweltgerechte Produktionstechnik, Teamleiter der Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation, Leiter des Forschungsprojektes 'Entwicklung einer energieoptimierten Schneidengeometrie'
Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Telefon (+49) 0921 / 55-7365
E-Mail hans-henrik.westermann@uni-bayreuth.de
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30
D-95447 Bayreuth

Brigitte Kohlberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.lup.uni-bayreuth.de
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Körperenergie als Stromquelle
22.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht „Cool“ bleiben im Büro: Wasser als Kältemittel im Alltag bald vor Durchbruch?
22.08.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Algen Arthritis behandeln

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie