Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Datenflut im Einsatz beherrschen

01.03.2013
Informatiker der Uni Jena präsentieren vom 5.-9.3. Forschungsprojekte auf der CeBIT 2013

Längst ist der Einkaufsbummel im Internet für viele Kunden zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch jedermanns Sache ist der Online-Handel nicht: „Viele Kunden zögern, wenn es beispielsweise um die Preisgabe persönlicher Daten geht“, sagt Thomas Prinz von der Universität Jena.

Der Informatiker arbeitet gemeinsam mit seinem Kollegen Kai Gebhardt am Projekt „SimProgno“, das Prof. Dr. Wilhelm Rossak vom Lehrstuhl für Softwaretechnik leitet. Im Fokus der Informatiker stehen jedoch nicht die Kunden, sondern die Internet-Händler. „Manager von Online-Shops müssen häufig komplexe Fragestellungen beantworten, die sie nicht selten überfordern“, sagt Thomas Prinz.

Das System bietet die Möglichkeit, die technischen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Entscheidungen abzuschätzen. Vor der Einführung neuer Bezahlsysteme im Online-Shop können somit der technische Aufwand, die entstehenden Kosten sowie der potenzielle Kundenzuwachs prognostiziert werden. „Mit der Software lassen sich auch die Auswirkungen von Marketing-Konzepten wie E-Mail-Werbung oder die Nutzung sozialer Netzwerke durchspielen“, sagt Prinz. So könne ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis ermittelt werden.

Die Jenaer Informatiker haben die Software „SimProgno“ entwickelt, um die Eventualitäten im Online-Handel realitätsnah abzubilden. Vom An-Institut für Angewandte Informatik der Universität Leipzig erhielten die Jenaer Wissenschaftler dafür die notwendigen Teilsimulationen. Ein weiterer Kooperationspartner ist der E-Commerce-Pionier Intershop in Jena, der reale Daten aus dem Online-Handel als Basis für die Simulationen geliefert hat. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „SimProgno“ werden die Informatiker der Uni Jena vom 5. bis 9. März auf dem Gemeinschaftsstand A10 „Forschung für die Zukunft“ in Halle 9 der CeBIT in Hannover der Öffentlichkeit vorstellen. Mit einem gemeinsamen Messeauftritt präsentieren sich dort Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

IT kann Leben retten – der Beherrschung der Datenflut im Rettungseinsatz widmet sich das zweite Projekt „OpenRMSS – Open Rescue Management Support System“ um die Gruppe von Dr. Volkmar Schau. „Bei der Arbeit von Feuerwehren und Rettungsdiensten werden heutzutage neue Technologien nur in geringem Umfang eingesetzt. So setzen Rettungskräfte wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst derzeit noch Laufzettel ein, um Informationen wie Zahl der Unfallopfer, Art und Schwere von Verletzungen zu sammeln und untereinander auszutauschen. Die häufige Folge ist Informationsverlust“, so Projektleiter Volkmar Schau. Durch den Einsatz neuer IT-Technologien lassen sich erhebliche Vorteile im Alltagsbetrieb und bei Großunfällen erzielen. Die im Forschungsprojekt „SpeedUp“ erlangten Erkenntnisse werden mit der offenen OpenRMSS-Plattform in die Community getragen.

Der Mitarbeiter am Lehrstuhl für Softwaretechnik von Prof. Rossak führt OpenRMSS gerade zur Industriereife. „OpenRMSS ist ein offenes System und dient der Unterstützung von Feuerwehren und Rettungsdiensten. Es wächst mit jedem Beitrag der vielen tausend haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter im Rettungseinsatz“, sagt Volkmar Schau. Im Kern geht es um ein elektronisches Kommunikationssystem am Einsatzort zur Informationserfassung und zum raschen Datenaustausch, so der Informatiker von der Universität Jena. Konzipiert ist es als offenes System, das heißt, es tauscht seine Daten im standardisierten PRML-Datenformat aus, arbeitet auf der Größe eines USB-Sticks und kann mit beliebigen Standardbausteinen erweitert werden.

Am Messestand wird der aktuelle Stand der OpenRMSS-Lösung demonstriert. Die Besucher können sich dabei in die Lage eines Feuerwehrmanns oder einer Rettungskraft versetzen und deren rollen- und behördenspezifische Aufgaben in einer Großschadenslage durchspielen. Der besondere Clou verbirgt sich hinter dem Zauberwort „Smart Tex“. In der Größe eines USB-Sticks wird OpenRMSS am Gürtel getragen und kann mit jedem beliebigen Tablet-PC genutzt werden.

Für ihre Arbeiten wurde die Gruppe im Herbst vorigen Jahres beim Gründer- und Innovationstag zum „Gründerchamp 2012“ gekürt.
Kontakt:
Dipl.-Inf. Thomas Prinz
Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 1-4, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946338
E-Mail: thomas.prinz[at]uni-jena.de
Dr. Volkmar Schau
Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 1-4, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946351
E-Mail: volkmar.schau[at]uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/
http://www.open-rmss.org/
http://www.simprogno.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2013:

nachricht „Where ideas work“ – Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg auf der CeBIT 2013
06.02.2013 | MFG Innovationsagentur für IT und Medien Baden-Württemberg

nachricht CeBIT 2013: Smart Farming – Software macht das Ernten cleverer
06.03.2013 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2013 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie