Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hilfe auf allen Kanälen

18.02.2011
Chemnitzer Medieninformatiker zeigen auf der CeBIT, wie Redakteure und Medienproduzenten Zeit und Aufwand für ihre Produktionen reduzieren können

Fernsehproduktionen gelangen heute über drei wesentliche Kanäle zum Betrachter: klassisch mit dem Fernsehgerät, über Webseiten mit Videoplayer, oder durch entsprechende Applikationen ("Apps") auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets.

"Die Medienübertragung und -nutzung unterliegen dabei einem starkem Wandel", schätzt Prof. Dr. Maximilian Eibl, Inhaber der Professur Medieninformatik der Technischen Universität Chemnitz, ein. Fernsehen werde mit dem Internet am Bildschirm verheiratet und dadurch interaktiv und inhaltlich angereichert. "Quasi jedes Medienunternehmen unterhält mittlerweile ein Online-Medienangebot zum Abruf von Inhalten, die technisch und redaktionell aufbereitet werden müssen", sagt Eibl. Dies bringt jedoch einen enormen Mehraufwand für Medienanbieter mit sich, die verschiedene Informationskanäle speisen.

Dafür haben die Medieninformatiker der TU Chemnitz im Rahmen des Projektes "sachsMedia" eine Lösung entwickelt, die an mehreren Stellen der Prozesskette ansetzt und von der inhaltlichen Vorbereitung, über die Aufzeichnung, Live-Ausstrahlung und redaktionelle Aufbereitung bis hin zur Wiederverwendung reicht. Zum ersten Mal werden die sachsMedia-Tools vom 1. bis 5. März 2011 auf der CeBIT in Hannover präsentiert.

Bereits im Moment der Live-Ausstrahlung bieten alle drei Kanäle den Zuschauern Möglichkeiten, parallel zum Videokonsum Kommentare, Statements oder Zusatzinformationen zu hinterlassen. "Nutzerkommentare aus sozialen Netzwerken wie Twitter lassen sich Videobeiträgen und deren Inhalten zuordnen und bilden damit bereits eine beschreibende Datenquelle", erläutert Eibl. In der später einsetzenden erstmaligen redaktionellen Aufbereitung sorgt die TV- oder Online-Redaktion für eine Qualitätssteigerung von Videobeiträgen - etwa durch Schnitt, Neukombination und inhaltliche Komprimierung. Sehr hilfreich können künftig dabei szenenweise textliche Beschreibungen zum Inhalt und den Video-Aufbau sein, die von der Chemnitzer Lösung automatisch erstellt werden. "Die redaktionelle Arbeit erfolgt nicht ausgehend vom Stande Null, sondern der Redakteur kann sich verstärkt auf die Qualitätskontrolle der Annotation konzentrieren", sagt Eibl.

Auch im Falle von Zweitverwertungen helfen die sachsMedia-Tools. Videobeiträge können einfacher im Archivsystem recherchiert werden. "Statt frische Aufzeichnungen machen zu müssen, können bei einer Beitragserstellung im Schnittstudio bequem Archivszenen eingebunden werden, die mit unseren Tools überhaupt erst auffindbar gemacht werden können", versichert Eibl. Redakteure und Medienproduzenten erleben folglich auch hier eine Zeit- und Aufwandsersparnis. "Auch Hersteller von Produktions-, Schnitt- und Archivsystemen können die neuartigen Mechanismen zur Inhaltsanalyse in ihre Abläufe einbinden und diese effizienter und reichhaltiger umsetzen", sagt Eibl.

Die Forscher erläutern in der Halle 9 am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Stand D04), wie an verschiedenen Stellen der Prozesskette maschinell beschreibende Informationen gewonnen werden, die für weitere Schritte nützlich sind. Zudem bieten sie interessierten Medienunternehmen einen Testzugang zum Analysesystem.

Die Forschungsergebnisse entstanden im Projekt "sachsMedia - Cooperative Producing, Storage and Broadcasting for Local Television Stations". Dieses Projekt ist eine Initiative der Professur Medieninformatik der TU Chemnitz, das bis Ende März 2012 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Unternehmen Region" mit knapp drei Millionen Euro gefördert wird.

Website der Initiative "sachsMedia": http://www.sachsmedia.tv

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Maximilian Eibl, Telefon 0371 531-31562, -25780, E-Mail sachsmedia@tu-chemnitz.de, http://www.tu-chemnitz.de/informatik/Medieninformatik

Hinweis für die Medien: In der Pressestelle der TU Chemnitz können Sie honorarfrei ein themenbezogenes Foto anfordern. Motiv: Jens Kürsten von der Professur Medieninformatik der TU Chemnitz testet in einem Fernsehstudio das neue automatische Videoanalyseverfahren. Foto: Thomas Wilhelm. Dieses Foto finden Sie auch im Ordner "Forschung" des Online-Bildarchivs der Pressestelle der TU Chemnitz: http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/bilder .

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.sachsmedia.tv
http://www.tu-chemnitz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2011:

nachricht GUS Group im CeBIT-Aufschwung
11.03.2011 | GUS Deutschland GmbH

nachricht Die Top-Trends der CeBIT 2011 für Unternehmen und Consumer
07.03.2011 | Deutsche Messe AG Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2011 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften