Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hannover in 3D - Forscher visualisieren gigantische Datenmengen in Echtzeit

27.02.2009
Architekten und Landschaftsplaner arbeiten heute nur noch selten am klassischen Zeichenbrett. Vor allem bei Renovierungen erfassen sie zunächst die bestehende Bausubstanz mit einem 3D Scanner und verändern diese dann am Computer.

Was bei der Planung kleiner Objekte noch problemlos funktioniert, kann bei größeren Projekten schnell scheitern. Die mit dem Scanner erfassten Daten sind dann so groß, dass sie von gängigen Computern nicht mehr dargestellt oder bearbeitet werden können. Der Architekt muss sein Modell zunächst in kleine Einzelteile zerlegen, damit er sein Projekt überhaupt am PC sichtbar machen und verändern kann.

Auf der CeBIT 2009 in Hannover zeigen Forscher des Max-Planck-Instituts für Informatik und der Universität Tübingen, wie anhand einer neuen Technologie erstmals ganze Städte in Echtzeit visualisiert und sogar interaktiv bearbeitet werden können.

3D Scanner sind heute weit verbreitet. Sie werden in vielen Bereichen eingesetzt, wie zum Beispiel bei architektonischen Planungen, Qualitätskontrollen oder in der Städtevisualisierung. Mit Hilfe verschiedener Verfahren tasten diese Scanner etwa die Fassade eines Gebäudes ab und messen dabei die Position jedes einzelnen Punktes an der Oberfläche. So kommen bei der Messung eines einzelnen Gebäudes schnell riesige Datenmengen zustande, die nicht selten zehn Gigabyte oder mehr Speicher benötigen. Erfasst man eine ganze Stadt mit einem 3D Scanner, so steigen die Datenmengen noch um ein Vielfaches.

Auf der diesjährigen CeBIT Messe zeigt ein Team von Forschern nun, dass auch Standard- Computersysteme riesige Datenmengen direkt verarbeiten können. Als Ergebnis eines gemeinschaftlichen Forschungsprojektes der Universität Tübingen, des Informatik-Exzellenzclusters der Universität des Saarlandes und des Max-Planck-Instituts Informatik in Saarbrücken wurde zum ersten Mal weltweit eine Software entwickelt, die derart große Datenmengen sogar in Echtzeit visualisieren kann. Dabei kann sich der Benutzer zügig durch die vermessene dreidimensionale Szene bewegen, ähnlich wie bei einem Computerspiel. Weil die zu Grunde liegende Technik dafür sorgt, dass die Geschwindigkeit der Visualisierung nahezu unabhängig von der Datenmenge bleibt, ist es erstmals sogar möglich, ganze Städte mit einem Standard PC interaktiv zu zeigen und zu bearbeiten. Der Benutzer kann zum Beispiel per Mausklick zufällig vorbeikommende Passanten aus einem Städtescan entfernen oder automatisiert symmetrische Elemente finden und verändern.

Vom 3. bis 8. März können Besucher der CeBIT 2009 diese Software an einem 3D Modell von Hannover selbst ausprobieren (Forschungsstand des Saarlandes, Halle 9, Stand B 43).

Kontakt:

Dr. Michael Wand
Exzellenzcluster der Universität des Saarlandes
mwand@mpi-inf.mpg.de
Tel. +49 681 9325-408
Kristina Scherbaum
Max-Planck-Institut Informatik
press@mpi-inf.mpg.de
Tel. +49 681 9325-454

Kristina Scherbaum | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.gris.uni-tuebingen.de/xgrt
http://www.mpi-inf.mpg.de/~mwand/papers/pbg07.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
09.03.2009 | Xamance

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
09.03.2009 | Deutsche Messe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung