Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtuelle Realität, genetische Mathematik und optische Kodierung - die Uni Halle auf der CeBIT

07.03.2007
Auf der vom 15. bis 21. März laufenden Computermesse CeBIT ist die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) mit vier Beiträgen vertreten. Die Universität präsentiert mit Lösungen zur Optimierung von Produktionsabläufen und der interaktiven 3-D-Modellierung des halleschen Untergrunds innovative Forschungsleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsinformatik und Geologie.

Das Gründungs- und Innovationsnetzwerk UNIVATIONS stellt die Firma LogoCode mit ihren Anwendungen im Bereich der optischen Kodierung vor. Außerdem am Messestand vertreten: das neue Gründerprojekt Innovationswerkstatt.

Virtueller Blick in den Untergrund auf speziellem 3-D-Bildschirm

Der Hydro- und Umweltgeologe Prof. Dr. Wycisk hat mit seinem Team vom Institut für Geowissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ein digitales-geologisches 3-D-Modell des 135 Quadratkilometer umfassenden halleschen Stadtgebiets erstellt. Das neuartige Modell kann in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen.

"Das Modell zeigt 24 verschiedene Gesteinschichten und erlaubt völlig neue Einblicke in die Unterwelt der Stadt", sagt Professor Wycisk. Dabei bietet es gleich zwei Neuerungen. Zum einen erlaubt es die Interpretation einer gesamten zusammenhängenden Stadtfläche. Zum anderen bietet es mithilfe einer Software einen virtuellen und interaktiven Blick in den Untergrund. "Man kann jetzt an jeder Stelle der Stadt virtuelle Bohrungen durchführen und diese auch gleich unter verschiedenen geologischen Fragestellungen auswerten." Bohrungen werden so zwar nicht ersetzt, aber es werden Prognosen möglich, die eine bessere und kostengünstigere Planung von Projekten erlauben. Ermöglicht wurde die Entwicklung des Modells durch die Bereitstellung der Daten von 1600 Bohrungen durch die Stadt Halle. Der Anwendungsbereich ist nicht auf die Geologie beschränkt. "Das Modell kann auch für stadtgeschichtliche, touristische und pädagogische Zwecke genutzt werden", so der Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät III der MLU.

Auf der Messe wird das Modell in Zusammenarbeit mit dem Frauenhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich Herz-Institut Berlin, auf einem speziellen 3-D-Bildschirm präsentiert.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Peter Wycisk
Tel.: 0345 55 26134
E-Mail: peter.wycisk@geo.uni-halle.de
Genetische Algorithmen zur Optimierung von Produktionsabläufen
Mit "GenSchedule" präsentiert die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine Software zur Lösung von Reihenfolgeproblemen im Produktionsablauf. Das Programm wurde von Dipl.-Wirtschaftsinformatiker Tobias Schmiedt entwickelt und basiert auf seiner Diplomarbeit, die er im Fach Wirtschaftsinformatik geschrieben hat.

Vorrangiges Ziel der Software ist es, den Produktionsplaner bei seiner täglichen Arbeit zu unterstützen, indem gute Ablaufpläne vorgeschlagen bzw. bestehende Pläne verbessert werden.

Hierzu bietet die Software eine innovative Lösung des Problems der Reihenfolgeplanung an. "Die Reihenfolgeplanung ist eines der zentralen Probleme innerhalb der industriellen Produktionsplanung. Sie stellt vor allem ein schwieriges mathematisches Optimierungsproblem dar", erklärt Prof. Dr. Christian Bierwirth, Inhaber des Lehrstuhls für Produktion und Logistik der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der MLU. Die Software "GenSchedule" setzt zur Lösung dieses Problems auf Optimierungskonzepte aus der Natur. Hierzu nutzt die Software genetische Algorithmen, also computergestützte Suchverfahren, die auf den Gesetzen der Genetik basieren.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christian Bierwirth
Tel.: 0345 55 23422
E-Mail: christian.bierwirth@wiwi.uni-halle.de
Tobias Schmiedt
Tel.: 0171 1791592
E-Mail: t.schmiedt@schmiedt-it.com
Optische Kodierung und Hilfe bei Ausgründungen
Die Martin-Luther-Universität stellt zudem das Gründungs- und Innovationsnetzwerk UNIVATIONS mit dem von ihm betreuten Unternehmen LogoCode vor. Die Firma LogoCode beschäftigt sich mit der Anwendung optischer Kodierungen in verschiedenen Geschäftsfeldern wie z.B. Document Mangement, E-Commerce oder E-Security. Mithilfe dieser neuen Technologien lassen sich zahlreiche Abläufe des privaten und geschäftlichen Lebens vereinfachen und neue nützliche Anwendungen erschließen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Vermarktung von Applikationen für mobile Endgeräte und von webbasierten Diensten. Fachliche Unterstützung erhalten die beiden Gründer Oliver Bunke und Mirko Kisser vom Institut für Informatik der MLU. Die unternehmerische Betreuung übernimmt der Netzwerkpartner UNIVATIONS, der den beiden Diplom-Designern bei der Ausarbeitung des Businessplanes tatkräftig zur Seite steht.

UNIVATIONS unterstützt seit 2004 erfolgreich Akademiker von Hochschulen in Sachsen-Anhalt bei Firmengründungen. Seit 2004 betreute es über 174 Gründungs- und Nachfolgeprojekte, von denen bisher 85 erfolgreich gegründet haben. "Der Löwenanteil der erfolgreichen Firmengründungen stammt von der MLU", sagt Ulf Schmieder, der als Projektleiter bei UNIVATIONS tätig ist. Die Firmengründungen erbringen auch einen positiven Effekt für die Region und haben bislang 186 Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten.

Ansprechpartner:
Ulf-Marten Schmieder
Tel.: 0345 55 22956
E-Mail: schmieder@univations.de
Mirko Kisser
Tel.: 0176 61009505
E-Mail: info@logocode.de
Innovationswerkstatt ergänzt Gründerhilfe
Neben UNIVATIONS präsentiert die MLU auf der Computermesse das neue Gründerprojekt Innovationswerkstatt. Das Projekt geht ab April dieses Jahres an Hochschulen in Sachsen-Anhalt an den Start. Es ist eines von 15 Projekten, die vom Bund im Rahmen des Wettbewerbs "Existenzgründung aus der Wissenschaft" (EXIST) gefördert werden. "Das Projekt ergänzt und vertieft die Leistungen von UNIVATIONS", sagt Ulf Schmieder. Im Mittelpunkt steht einerseits die intensive Hilfe bei der Ideensuche und Ideenfindung. Diese soll durch eine enge Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Mitarbeitern bereits an den Fachbereichen beginnen. Andererseits wird eine besonders umfassende und tiefgehende Betreuung insbesondere durch Experten aus der Wirtschaft ermöglicht. Die Beratung und Bewertung der Ideen der Neugründer kann hierbei von der Abwägung von Marktchancen bis hin zu konkreten Kooperationsangeboten mit Partnerunternehmen gehen.

Die Leistungen der Innovationswerkstatt können Gründer nutzen, deren Markideen in einem der vier vom Land Sachsen-Anhalt als besonders zukunftsträchtig und fördernswert betrachteten Wirtschaftsbereichen angesiedelt sind. Es handelt sich hierbei um die zu Exzellenzclustern zusammengefassten Bereiche Chemie/Kunststoffe, Bio-Nano/Life Science, IT-Media und Automotiv. "Akademiker können so auf ein breites Netzwerk von Wissen und Kenntnissen zurückgreifen, die den Gang in die Selbständigkeit enorm erleichtern und Innovationen sehr viel schneller marktfähig machen können", erklärt Ulf Schmieder.

Ansprechpartner:
Ulf-Marten Schmieder
Tel.: 0345 55 22956
E-Mail: schmieder@univations.de
Die vorgestellten Projekte finden Sie auf der CeBIT in Halle 9, Stand 04.
Die Präsentation findet im Rahmen des Auftritts "Forschung für die Zukunft" der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt statt.

Autor: Thomas Jähnig

Weitere Informationen:
http://umweltgeologie.geologie.uni-halle.de Das 3-D-Modell der Unterwelt Halles
http://www.schmiedt-it.com/genschedule.html Die Software "GenSchedule"
http://www.univations.de Das Gründungs- und Innovationsnetzwerk UNIVATIONS
http://www.logocode.de Die Firma LogoCode

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2007:

nachricht Online: future talk CeBIT 2007, Videos, Fotos
04.04.2007 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH

nachricht CeBIT Highlights des Fraunhofer IAO
03.04.2007 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2007 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie