Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das vielstimmige Konzert der Nervenzellen in unserem Gehirn entschlüsseln

22.02.2011
Abschlusssymposium des Sonderforschungsbereichs 488 findet vom 24. bis 26. Februar 2011 statt

Führende Neurowissenschaftler aus der ganzen Welt treffen sich vom 24. bis 26. Februar 2011 an der Universität Heidelberg, um aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Sonderforschungsbereich (SFB) „Molekulare und zelluläre Grundlagen neuraler Entwicklungsprozesse“ zu diskutieren.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich aus einfachen Nervennetzen hochkomplexe Gehirnfunktionen entwickeln. Forscher der Evolutions- und Entwicklungsbiologie können dabei helfen, die Entstehung von Nervenkrankheiten zu verstehen und mögliche Therapien zu entwickeln.

Die Veranstaltung ist das Abschlusssymposium des SFB 488, der nach maximaler zwölfjähriger Förderzeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seine Arbeit Ende 2011 beenden wird.

Am Anfang steht das Nervennetz – Modellorganismen der Nesseltierchen wie Hydra oder Quallen verarbeiten damit sämtliche Signale, die aus ihrer Lebensumwelt auf sie einströmen. Die Nervenzellen des Netzes fangen Informationen gleichsam ein, leiten sie weiter und verarbeiten sie. Dazu arbeiten sie mit Botenstoffen zusammen und erzeugen Aktivitätsmuster, die es dem Tier ermöglichen, sich zu orientieren, zu fressen und sich fortzupflanzen. Die Gehirne höher entwickelter Tiere und das des Menschen bestehen aus Milliarden verschiedener Nervenzellen, die in vielfältiger Weise miteinander verknüpft sind – das Netz ist feinmaschiger und vielschichtiger geworden, die grundlegenden Funktionsprinzipien bleiben jedoch dieselben. Selbst die Aktivität der Nervenzellen steuernden Gene ist im Laufe der Evolution erhalten geblieben.

Wie aber entstehen diese hochkomplexen Strukturen, und was regelt ihre Aktivität? Was passiert, wenn sich die Verschaltungen, zum Beispiel bei Krankheiten wie Multipler Sklerose oder Demenz, wieder auflösen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Heidelberger Forscher des Sonderforschungsbereiches 488 seit dem Jahr 2000. In mehr als 20 Projekten der Teilbereiche neurale Vorläuferzellen, Frühentwicklung und Evolution des Nervensystems sowie Weg- und Zielfindung von Nervenzellfortsätzen wird dazu in Heidelberg geforscht.

Nach Angaben von Prof. Dr. Jochen Wittbrodt, Neuroentwicklungsbiologe und Sprecher des SFB 488, konnte so mittlerweile ein Verständnis dafür gewonnen werden, wie Nervenzellen interagieren und sich in Nervennetzen miteinander verschalten. „Dies hat viel mit Rhythmus und Ordnung zu tun. Wie in einem Symphonieorchester spielen Zellen und Botenstoffe geordnet und moduliert zusammen, um einen Gleichklang und damit perfekte Funktionalität des Nervensystems zu erzeugen. Im Falle von Krankheiten treten Missklänge an die Stelle geordneter Aktivität“, erläutert der Heidelberger Wissenschaftler.

Die Vorträge des Symposium „12 years of nervous excitation – the SFB 488 ,Molecular and cellular bases of neural development‘“ starten am Donnerstag (24. Februar) um 12.00 Uhr. Veranstaltungsort ist der Große Hörsaal der Physik, Im Neuenheimer Feld 308. Interessenten sind herzlich eingeladen, die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung und weitere Informationen: http://www.sfb488.uni-hd.de

Kontakt:
Prof. Dr. Jochen Wittbrodt (SFB-Sprecher)
Ute Volbehr (Koordinatorin des SFB 488)
Interdisziplinäres Zentrum für Neurowissenschaften (IZN)
SFB „Molekulare und zelluläre Grundlagen neuraler Entwicklungsprozesse“
Telefon (06221) 54-8228, volbehr@ana.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfb488.uni-hd.de

Weitere Berichte zu: Botenstoff Evolution Nervennetz Nervensystem Nervenzelle Neurowissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise