Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ozeanversauerung läßt Muscheln aussterben

28.10.2009
Auch kommerziell genutzte Tiere stark betroffen

Schon geringfügige Schwankungen des pH-Werts haben dramatische Auswirkungen auf das Wachstum von Muscheln, haben Forscher der Stony Brook University School of Marine and Athmospheric Sciences nun entdeckt. Besonders die Larven reagieren auf Veränderungen der CO2-Werte und der dadurch verursachten Versauerung der Meere extrem sensibel. Die Forschungsergebnisse werden im Fachmagazin Limnology and Oceanography veröffentlicht.

In Laborversuchen haben die beiden Forscher Chris Gobler und Stephanie Talmage das Wachstum und die Entwicklung von Larven von kommerziell wertvollen Muschelarten bei verschiedenen CO2-Konzentrationen untersucht. Unter den Bedingungen wie sie für das Ende des Jahrhunderts vorhergesagt werden, sank die Überlebensrate um mehr als die Hälfte. Die Larven waren überdies kleiner und brauchten für verschiedene Entwicklungsschritte bedeutend länger.

CO2-Absorption macht Meere saurer

"Während des vergangen Jahrhunderts haben die Weltmeere fast die Hälfte des vom Menschen emittierten atmosphärischen CO2 absorbiert", so der Mollusken-Experte und Paläontologe Martin Zuschin von der Universität Wien http://www.univie.ac.at/Palaeontologie im pressetext-Interview. "Mit der Absorption wird das Meerwasser immer saurer und damit verringert sich auch der Karbonatgehalt, den Muscheln, Schnecken, aber auch Korallen für den Aufbau ihrer Kalkschalen aus Kalziumkarbonat benötigen."

"Das bedeutet beispielsweise, dass die Larven der untersuchten drei Arten vergleichsweise klein sind und daher auch länger als unter normalen Bedingungen in der Wassersäule bleiben müssen, bis ihre Entwicklung abgeschlossen ist,", erklärt Zuschin. "Diese beiden Faktoren erhöhen den ohnehin schon großen Raubdruck, dem die Tiere in diesem Lebensstadium ausgesetzt sind. Auf diese Weise können ganze Populationen - etwa auch dieser kommerziell bedeutenden Meerestiere - unter großen Druck geraten."

Nachzucht erfolgt in Gebäuden

"In den vergangenen Dekaden haben wir gesehen, wie unsere Meere durch Überfischung, Algenblüten und globale Erwärmung bedroht werden. Nach unseren Forschungsergebnissen ist auch die Übersäuerung der Meere ein großes Risiko für unsere Ressourcen", so Gobler. Jene Spezies, die in Küstennähe leben, sind heute schon häufig CO2-Werten ausgesetzt, die bisher nicht vorhanden waren. Das sei vor allem auf den erhöhten Nährstoffeintrag zurückzuführen.

Auf Long Island gebe es bereits Aquakultur-Betreiber, die die Muschelnachzucht in geschlossenen Räumen betreiben und die Tiere erst später ins Freie bringen. Die drei untersuchten Muschelarten sind in den USA sehr geschätzte Nahrungsmittel und werden in zahlreichen landestypischen Gerichten verwendet. "Wir können den Züchtern nun genaue Hinweise für die CO2-Werte liefern, bei denen die Muscheln sich am besten entwickeln können", erklärt Talmage.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stonybrook.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wegbereiter für Vitamin A in Reis
21.07.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pharmakologie - Im Strom der Bläschen
21.07.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten