Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebenselixier Licht

13.08.2009
Neue DFG-Forschergruppe an der Universität Jena erforscht Licht-gesteuerte Prozesse in Algen

Das Licht der Sonne beeinflusst alles Leben auf unserem Planeten. Das gilt für hoch entwickelte, komplexe Organismen wie den Menschen genauso wie für winzigste Einzeller.

Nicht nur für höhere Pflanzen, sondern auch für Grün- und Kieselalgen ist Licht das wichtigste Lebenselixier: "Algen nutzen Licht nicht nur zur Energiegewinnung", weiß Prof. Dr. Maria Mittag von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Es steuert auch deren Bewegungen und dient nicht zuletzt dem Abgleich ihrer inneren Uhr", so die Professorin für Allgemeine Botanik.

Die unterschiedlichen Wirkungen des Lichtspektrums auf Algen werden von spezifischen Eiweißen vermittelt. Welche das im Einzelnen sind und wie deren Zusammenspiel funktioniert, das werden Prof. Mittag und ein Team von Forschern aus ganz Deutschland jetzt intensiv erforschen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert zunächst in den kommenden drei Jahren eine neue Forschergruppe zum Thema "Licht-gesteuerte Reaktionen in einzelligen Modell-Algen", die von Prof. Mittag koordiniert wird.

Zu den wichtigsten Fragestellungen, die die neue Forschergruppe bearbeiten wird, zählt die Lichtregulation der Photosynthese der Kieselalge Phaeodactylum tricornutum. "Bisher ist darüber kaum etwas bekannt und das obwohl Kieselalgen für rund ein Fünftel der weltweiten Photosyntheseleistung verantwortlich sind", so Prof. Mittag.

Neben den Kieselalgen steht die einzellige Grünalge Chlamydomonas reinhardtii im Fokus der Forschergruppe. "Wir wollen u. a. klären, wie die innere Uhr dieser Algen tickt", so Prof. Mittag. Chlamydomonas reinhardtii haben einen ausgeprägten Tag-Nacht-Rhythmus: Während sie tags mit Hilfe ihrer zwei Geißeln aktiv auf eine Lichtquelle zu schwimmen, bleiben sie nachts von Licht unbeeindruckt. Zur Lichtwahrnehmung besitzt die Grünalge einen sogenannten Augenfleck - ein primitives visuelles System. Ein Ziel des Jenaer Teams um Prof. Mittag ist es herauszufinden, welche Eiweiße im Einzelnen an der Lichtwahrnehmung und der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus der Grünalgen beteiligt sind und deren Funktionsweise aufzuklären.

Insgesamt werden von der neuen Forschergruppe sieben Projekte an sieben Hochschulen bearbeitet. "Unsere Gruppe ist interdisziplinär ausgerichtet", so Sprecherin Mittag. Neben den Jenaer Botanikern sind weitere Molekularbiologen, Physiologen und Biophysiker von den Universitäten Frankfurt/M., Bielefeld, Konstanz, Würzburg, Leipzig und der Humboldt-Universität Berlin in die Forschergruppe eingebunden. Neben molekularbiologischen und biochemischen Methoden wollen die Wissenschaftler vor allem biophysikalische Untersuchungstechniken zur Charakterisierung der Algen-Eiweiße einsetzen. Da die gesamte Erbinformation der beiden Algen bereits bekannt ist, können auch aktuelle Hochdurchsatz-Methoden z. B. zur Proteom-Forschung eingesetzt werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Maria Mittag
Institut für Allgemeine Botanik und Pflanzenphysiologie der Universität Jena
Am Planetarium 1
07743 Jena
Tel.: 03641 / 949201
E-Mail: M.Mittag[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/DFG_Forschergruppe_1261.html
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteine entdecken, zählen, katalogisieren
28.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an
28.06.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive