Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genetischer Fingerabdruck identifiziert neue Viren

25.06.2010
Siemens arbeitet an Methoden, um genetische Fingerabdrücke von krankmachenden Organismen schnell zu identifizieren. Die Daten sind die Grundlage für hochempfindliche Diagnoseverfahren. Forscher von Siemens Corporate Technology (CT) haben Algorithmen entwickelt, die aus den genetischen Codes von Erregern ihre charakteristischen Merkmale herausfiltern. Wie die Zeitschrift Pictures of the Future berichtet, hat Siemens Healthcare auf diese Weise schon kurz nach dem Auftreten der so genannten Schweinegrippe im vergangenen Jahr das Virus H1N1 zuverlässig diagnostiziert.

Neue Viren können erst dann wirksam bekämpft werden, wenn man sie zweifelsfrei identifizieren kann. Im Fall des H1N1-Virus brauchte man zum Beispiel schnell ein Kriterium dafür, ob ein Patient an normaler Grippe oder an der Schweinegrippe litt. Am genauesten und schnellsten diagnostiziert man ein Virus mit so genannten PCR-Verfahren, die bestimmte Abschnitte seiner DNS vervielfältigen und messen.


Doch das Erbgut vieler Erreger ist über weite Strecken gleich. Um die zu messenden Abschnitte festzulegen, muss man die genetischen Codes möglichst vieler der neuen Viren entschlüsseln und daraus ihre besonderen Merkmale extrahieren. Noch nicht einmal zwei Tage nach der Veröffentlichung der H1N1-Erbgutinformationen im Internet hatten die Siemens-Forscher die einzigartigen Sequenzen identifiziert, die den Virus von allen anderen unterscheiden.

Forscher von Siemens CT in Princeton im US-Staat New Jersey nutzen ihre speziellen Algorithmen zur Mustererkennung, wie Siemens sie zum Beispiel für biometrische Sensoren entwickelt. Anhand der genetischen Datensätze eines Virus identifizieren sie mit Hilfe von Hochleistungscomputern seine charakteristischen Nukleinsäure-Abschnitte.

Bestätigen Labortests die Ergebnisse, kann man entsprechende Reagenzien für PCR-Diagnostik entwickeln. Weil die Techniken zur Sequenzanalyse von DNS sich stark fortentwickeln, gibt es immer mehr Daten vom Erbgut verschiedenster Erreger. Das RAPID2-Verfahren von Siemens trät dazu bei, dass PCR-Diagnostiken schnell an genetische Veränderungen oder neue Erreger angepasst werden können.

Die Methode kommt auch bei der Bekämpfung von Bakterien zum Einsatz – zum Beispiel identifizierten die Siemens-Forscher kürzlich genetische Signaturen des häufig in Krankenhäusern vorkommenden multiresistenten Erregers MRSA. (IN 2010.06.6)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Algorithmus DNS Erbgut Fingerabdruck Genetik PCR-Diagnostik Schweinegrippe Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen
20.09.2017 | Veterinärmedizinische Universität Wien

nachricht Molekulare Kraftmesser
20.09.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik