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Flamingos: Einbeiniges Stehen verhindert Auskühlen

17.08.2009
US-Forscher lüften Geheimnis der rosaroten Stelzvögel

Bisher war es Forschern unklar, warum Flamingos so oft auf einem Bein stehen. Dieses Rätsel glauben Forscher Saint Joseph's University in Philadelphia nun gelöst zu haben.

Nach einer mehrmonatigen Untersuchung von karibischen Flamingos im Philadelphia Zoo kommen die Wissenschaftler im Fachmagazin Zoo Biology zur Annahme, dass das Stehen auf einem Bein lediglich dazu dient, dass der Körper der Vögel nicht zu sehr auskühlt. Interessanterweise bevorzugen sie dieses auf Einem-Bein-Stehen, wenn sie im Wasser stehen, während sie an Land auch mit beiden Beinen im Leben stehen.

"Flamingos haben mein Interesse aus verschiedenen Gründen geweckt", so der Verhaltenspsychologe Matthew Anderson, der mit seiner Kollegin Sarah Williams die Tiere untersucht hat. "Aufgrund ihrer Geselligkeit sind sie ideale Tiere für die Erforschung von sozialen Einflüssen auf ihr Verhalten." Im ersten Teil der Untersuchung wollten die Forscher wissen, ob die Tiere ähnlich wie rechtshändige und linkshändige Menschen eine bevorzugte Körperhälfte haben. Dabei habe sich gezeigt, dass es Präferenzen gibt, auf welche Seite der Kopf zum Ausruhen gelegt wird.

Diese bestimmt auch das Aggressionspotenzial gegenüber anderen Tieren in der Gruppe. Bei der Wahl des jeweiligen Beines konnten die Forscher jedoch keine Präferenzen feststellen. Das häufig genannte Argument, dass Flucht mit einem Bein schneller möglich sei, konnten die Wissenschaftler ebenso widerlegen.

Erst die Entdeckung, dass die Vögel bei Landausflügen auf beiden Beinen stehen, legte die Annahme nahe, dass dies mit dem Temperaturhaushalt der Tiere zu tun haben könnte. "Da Wasser immer mehr Körperwärme wegnimmt, sind wir auf die Idee der Thermoregulierung gekommen", schreibt Anderson. Das bedeutet, dass die Tiere deswegen auf einem Bein stehen, damit sie nicht mehr Körperwärme verlieren. Stehen sie mit beiden Beinen im Wasser kühlen sie stärker aus, als ihnen zuträglich ist." Zudem konnten die Forscher auch zeigen, dass der Grund, warum die Flamingos abwechselnd auf einem und dann am anderen Bein stehen, darin liegt, dass ein Bein nicht zu sehr abkühlt.

Möglicherweise könnte sich das Stehen auf einem Bein auch positiv auf die Blutzirkulation durch die Begrenzung der Schwerkraft auswirken. Aber auch diese Theorie widerlege die These der Abkühlung nicht. Da auch andere Wasservögel, wenn sie im Wasser stehen, häufig ein Bein einziehen, lässt dies die Theorie der beiden Forscher als durchaus plausibel erscheinen. Bei Flamingos ist das Stehen auf einem Bein deswegen so auffällig, weil sie die meiste Zeit im Wasser stehend verbringen, wo sie mit den Lamellen ihres Seihschnabels Plankton aus dem Wasser filtern. Dieses Plankton sorgt auch für das typische rosarote Federkleid.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sju.edu

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