Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolg in den Life Sciences

20.10.2009
Neue Medikamente und medizintechnische Geräte für die Zukunft - in den Forschungscentern von Fraunhofer USA transformieren Wissenschaftler neue Erkenntnisse in praktische Lösungen.

Seit 15 Jahren ist die 100prozentige Tochter der Fraunhofer-Gesellschaft, der größten Forschungseinrichtung für Angewandte Forschung in Europa, auch in den Vereinigten Staaten vertreten. Am 22. Oktober feiert Fraunhofer USA in Washington Geburtstag.

Transatlantische Netzwerke eröffnen mitunter auch völlig neue, interdisziplinäre Forschungsansätze: So entwickeln derzeit Maschinenbauer, Molekularbiologen und Biophysiker gemeinsam ein Lab-on-a-Chip. Zum Team gehören Forscher vom Center for Manufacturing Innovation CMI in Boston, Mediziner vom Beth Israel Deaconess Medical Center und der Harvard Medical School.

Wissenschaftler der Boston University, Ingenieure vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und Experten vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Aachen. Kernstück des Mikrolabs, das auf einem kleinen Tisch Platz findet, ist ein Chip, der DNA und RNA aus Blutproben isolieren und analysieren kann.

"Die Lab-on-a-Chip-Technik ist ein Quantensprung in der Geräteentwicklung. Bisher wurde für die Aufbereitung und Untersuchung genetischer Proben ein Großlabor mit PCR-Technik - die Abkürzung steht für Polymerase Chain Reaction - benötigt", erläutert Dr. Alexis Sauer-Budge vom CMI. "Jetzt passt alles auf einen kleinen Chip."

Lab on a Chip - Interdisziplinarität à la Fraunhofer

Die Lab-on-a-Chip-Technik wird nach Meinung der Experten schon bald die medizinische Praxis revolutionieren: Bisher müssen Ärzte und Patienten Stunden, manchmal Tage auf die Ergebnisse aus den Großlabors warten. Kleine Minilabore könnten die Untersuchungen sofort und vor Ort durchführen - das Warten auf die Ergebnisse aus dem Großlabor würden entfallen. Noch gelten die Untersuchungen im Mini-Lab allerdings als teuer - die mit klassischer Silizium-Technik gefertigten Chips haben ihren Preis. "Unser Verfahren ist erheblich günstiger, weil unsere Chips aus Kunststoff hergestellt werden", erläutert Alexis Sauer-Budge. Die Kollegen vom deutschen Mutterinstitut, dem IPT in Aachen, haben die Chips mit Spritzgussverfahren produziert. "Jetzt können wir Chips in der Größenordung von einem Dollar pro Stück fertigen, das ist ein Quantensprung." Der Prototyp ist mittlerweile fertig und mehrere US-amerikanische und europäische Unternehmen haben bereits Interesse an dieser Technologie signalisiert. Die Einsatzmöglichkeiten der Lab-on-a-Chip-Technik sind vielfältig: Sie eignet sich neben Untersuchungen des Erbguts auch für die Analyse bakterieller oder viraler Infektionen mit Hilfe von Immuntests. Zusammen mit den deutschen Kollegen arbeiten die amerikanischen Forscher derzeit an neuen Tests, beispielsweise zur Diagnose bakterieller Gehirnhautentzündung.

Medikamente für die Zukunft - made by Fraunhofer.

"Neue Technologien, wie zum Beispiel die Herstellung von Arzneimitteln auf pflanzlicher Basis, werden das Biomanufacturing und die pharmazeutische Produktentwicklung in Zukunft sehr stark beeinflussen", erklärt Dr. Vidadi Yusibov, Director des Fraunhofer Center for Molecular Biotechnology CMB in Delaware. Vor einigen Jahren erhielt das CMB Fördergelder der "Bill and Melinda Gates Foundation" zur Entwicklung von wirksamen und bezahlbaren Impfstoffen gegen Vogelgrippeviren. Die Antigene, die zur Produktion von Impfstoffen notwendig sind, werden dabei in Pflanzen gewonnen. Das Programm soll schon bald in die klinische Erprobung gehen. "Das Interesse an unserer Technologie und das damit verbundene Poten-zial für die Wissenschaft nimmt ständig zu, und das nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch im Ausland", sagt Yusibov. Das CMB und das in Deutschland ansässige Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME wollen künftig eng zusammenarbeiten, um die Validierung der Technologie zu vereinfachen und voranzutreiben.

Dr. Janine Drexler | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/10/life-sciences.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neurobiologie - Die Chemie der Erinnerung
21.11.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Diabetes: Immunsystem kann Insulin regulieren
21.11.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie