Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Enzymfabriken zur Produktion von maßgeschneiderten Molekülen

22.09.2008
Frankfurter Chemiker Magnus Rueping erhält Starting Grant des European Research Council

Magnus Rueping, Degussa-Stiftungsprofessor für organische Synthetik an der Goethe-Universität, erhält vom European Research Council (ERC) einen "Starting Independent Researcher Grant". Die Goethe-Universität war mit zwei erfolgreichen Anträgen in der ersten Runde dieses neuen Förderprogramms der Europäischen Union (EU) erfolgreicher als manche Elite-Uni.

Ruepings Ziel ist es zu zeigen, dass Enzyme wie an einem Fließband zusammenarbeiten und maßgeschneiderte Moleküle herstellen können. Er besitzt bereits große Erfahrung darin, die Natur als Blaupause für die Entwicklung neuer Enzyme zu nutzen, die robuster und besser zugänglich sind als ihr natürliches Vorbild. Was er jetzt vorhat, geht aber weit über diesen Ansatz hinaus: Gelingt es, Moleküle innerhalb eines einzigen Reaktionsraums schrittweise durch die Aktivität von Enzymen zu synthetisieren, entfallen arbeits- und zeitaufwendige Trenn- und Reinigungsschritte, wie sie derzeit für jedes Zwischenprodukt bei der industriellen Herstellung notwendig sind. Die Machbarkeitsstudie wird in den nächsten vier Jahren mit rund einer Millionen Euro gefördert.

Magnus Rueping ist einer von 19 Kandidaten in Deutschland, deren Antrag im Bereich "Physical Sciences and Engineering" von Scientific Council des ERC zur Förderung vorgeschlagen wurde. 529 Bewerbungen waren eingegangen. "Das Projekt ist genau die Art von Forschung, die vom ERC in den kommenden Jahren verstärkt gefördert werden soll: risikofreudige Forschung an den Grenzen des Wissens", erläutert Prof. Jürgen Bereiter-Hahn, ehemaliger Vize-Präsident der Goethe-Universität, anlässlich eines regionalen Workshops zur zweiten Ausschreibungsrunde des ERC Starting Grants am Campus Riedberg.

... mehr zu:
»ERC »Enzym »Enzymfabriken »Molekül

Mit dem 2007 erstmals ausgeschriebenen Programm der ERC-Grants hat sich die Europäische Union (EU) vorgenommen, kreative Wissenschaftler europaweit zu fördern und insbesondere in Ideen zu investieren, die umwälzende Entdeckungen versprechen. Alleiniges Kriterium für die Begutachtung der Anträge ist wissenschaftliche Exzellenz. Die Starting Grants richten sich dabei an Wissenschaftler, die zwei bis neun Jahre nach der Promotion stehen. Der Aufbau einer unabhängigen Forschergruppe soll ihnen den Weg zur vollen Professur ebnen.

Die Nationalität der Forscher, die sich um eine Förderung bewerben, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass ihr Projekt in einem Mitgliedsstaat oder einem assoziierten Staat der Europäischen Union umgesetzt wird. Ein Ziel ist es unter anderem, Europa als Forschungsstandort insbesondere in Konkurrenz zu den USA wieder attraktiver zu gestalten. Für die EU ist das ERC-Programm mit seiner Stärkung der Grundlagenforschung ein Novum in der Geschichte der Forschungsrahmenprogramme. Das Budget soll jährlich erhöht werden. Sind es im Jahr 2008 noch 550 Millionen Euro, so soll es bis 2013 auf 1700 Millionen Euro erhöht werden. Damit werden die ERC Grants zunehmende Bedeutung als Ergänzung der nationalen Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gewinnen.

Prof. Magnus Rueping wurde gemeinsam mit der Kulturanthropologin Prof. Kira Kosnick als einer der ersten Wissenschaftler der Goethe-Universität mit dem "Starting Grant" ausgezeichnet. Nur 32 Projektanträge aus Deutschland waren erfolgreich; insgesamt wurden über 9000 Anträge eingereicht, die in einem zweistufigen Verfahren, inklusive einer Präsentation in Brüssel, ausgewählt wurden.

Magnus Rueping studierte Chemie an der Technischen Universität Berlin und - als ERASMUS-Stipendiat - am Trinity College der University of Dublin. Nach seiner Promotion an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich im Jahr 2002, ging er als Postdoktorand an die Harvard University. Von dort aus nahm er 2004 einen Ruf an die Goethe-Universität an.

Informationen: Prof. Magnus Rueping, Degussa Stiftungsprofessur für organische Synthetik, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29223, M.Rueping@chemie.uni-frankfurt.de.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. Vor 94 Jahren von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit 45 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Uni den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigt sich die Goethe-Universität als eine der forschungsstärksten Hochschulen Deutschlands.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation
Telefon (069) 798 - 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30,
E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Dr. Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Berichte zu: ERC Enzym Enzymfabriken Molekül

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen
20.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Satellitenbilder zur Erfassung von Biodiversität nur bedingt tauglich
20.11.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie