Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Banken, Börse, Biodiversität - BioFrankfurt zeigt verborgene Seiten der Rhein-Main Region

12.09.2007
Im Stadtgebiet Frankfurt leben über 1.000 verschiedene Pflanzenarten, darunter Orchideen und fleischfressende Pflanzen, sowie 14 von bundesweit 24 Fledermausarten - eine spektakuläre Vielfalt, die aber nur den wenigsten Bürgern bekannt ist.
Mit der Kampagne "Biodiversitätsregion Frankfurt / Rhein-Main" will nun BioFrankfurt, das Netzwerk für Biodiversität im Rhein-Main-Gebiet, die Bürger für die biologische Vielfalt ihrer Region begeistern und zeigen, warum es sich auch in Ballungsgebieten lohnt, die Vielfalt der Natur zu erhalten.

"Ohne den Reichtum der biologischen Vielfalt, der Biodiversität, wäre unser heutiges Leben nicht möglich.

Wie eine von BioFrankfurt im Frühjahr durchgeführte Umfrage zeigte, ist aber drei Vierteln der Deutschen nicht klar, was sich hinter diesem Begriff verbirgt", so der Frankfurter Biologe Prof. Bruno Streit, Sprecher des Netzwerks BioFrankfurt, bei der heutigen Projekt-Präsentation an der Universität Frankfurt. Deshalb soll eine breit gefächerte Bildungs- und Imagekampagne helfen, diese Wissenslücke zu füllen.

Dem Projekt "Biodiversitätsregion Frankfurt / Rhein-Main" liegt die Idee zugrunde, dass Biodiversität nur erhalten werden kann, wenn es gelingt, breite Kreise der Bevölkerung von der herausragenden Bedeutung der biologischen Vielfalt zu überzeugen und für ihre Erhaltung zu begeistern. Daher wollen die beteiligten Institutionen den Fokus auf eine bisher wenig bekannte Seite der Banken- und Börsenmetropole richten und deren Bürgern die "Biodiversität" im Rhein-Main-Gebiet vielseitig erlebbar machen.

Schließlich wissen derzeit nur wenige, wie schön und vielfältig Taunus, Stadtwald, Enkheimer Ried oder die Streuobstwiesen rund um Frankfurt sind, welche Tiere im Stadtgebiet leben und welche Bedeutung diese Lebensgemeinschaften für den Ballungsraum Rhein-Main haben. "Wenn man weiß, was vor der eigenen Haustür kreucht und fleucht, erlebt man sein unmittelbares Umfeld mit ganz anderen Augen. Die Lebensqualität steigt, und somit auch die innere Verbundenheit mit der Region," so Projektleiter Prof. Rüdiger Wittig, der wie Streit an der Universität Frankfurt lehrt und forscht. Anhand von Beispielen aus dem persönlichen Lebensumfeld kann jeder einzelne selbst diese Vielfalt entdecken und erkennen, wie er selbst einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten kann.

Um die biologische Vielfalt "direkt vor der Haustür" emotional erlebbar zu machen, sollen moderne Medien wie Monitore im öffentlichen Raum genutzt und Führungen, Exkursionen, Vorträge und Ausstellungen angeboten werden. Begleitete Modellprojekte für Schüler ergänzen das Angebot; interessierte Schulen und Lehrer haben noch die Gelegenheit, sich zur Teilnahme anzumelden. Die Schulprojekte werden vor allem im Frühjahr und Frühsommer 2008 stattfinden, denn im Mai 2008 richtet Deutschland die nächste Weltnaturschutzkonferenz (COP 9) aus. Dann werden rund 5.000 Delegierte aus über 150 Nationen über gemeinsame Strategien zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt und die Umsetzung der Biodiversitätskonvention (CBD) verhandeln.

Gefördert wird das Projekt maßgeblich von der Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region, zusätzliche Teilbereiche werden von der Mainova sowie von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und der Hertiestiftung unterstützt. Aktiv am Projekt beteiligte BioFrankfurt-Mitglieder sind das Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Universität Frankfurt, das Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg, die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (GTZ), der Palmengarten Frankfurt, der Zoo Frankfurt sowie die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.

Kontakt für Schulen und Lehrer: Dr. Julia Krohmer, Projektkoordinatorin, krohmer@bio.uni-frankfurt.de, Tel: 069-798-24737

Kontakt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: BioFrankfurt - Geschäftsstelle, Jenny Krutschinna, c/o Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main. Tel: 069-7542-1545, Fax: 069-7542-1544, info@biofrankfurt.de

Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main ist Mitglied von BioFrankfurt, Netzwerk für Biodiversität.

Stephan M. Hübner | idw
Weitere Informationen:
http://www.biofrankfurt.de

Weitere Berichte zu: BioFrankfurt Biodiversität Rhein-Main Senckenberg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Immunabwehr ohne Kollateralschaden
23.01.2017 | Universität Basel

nachricht Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens
23.01.2017 | Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie