Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Norddeutsches Cluster "Nachhaltige Biokatalyse auf neuen Wegen - BIOKATALYSE 2021" erhält Zuschlag

31.05.2007
BMBF Cluster-Wettbewerb BioIndustrie 2021 entschieden: Bundesweites Konsortium unter Beteiligung von 15 Großunternehmen, 19 kleinen und mittelständischen Firmen sowie 22 Forschergruppen aus Hochschulen und Forschungszentren setzt auf wissenschaftliche Kompetenz aus Norddeutschland.

Ziel ist die Stärkung des Biotechnologiestandortes Deutschland im internationalen Wettbewerb. Insgesamt stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die fünf Cluster 60 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahren zur Verfügung. Das Norddeutsche Cluster "BIOKATALYSE 2021" wird mit 20 Millionen Euro gefördert. Partner sind die Biotechnologienetzwerke der fünf norddeutschen Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Niedersachsen.

Im bundesweiten Wettbewerb "BioIndustrie 2021" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Konsortium "Nachhaltige Biokatalyse auf neuen Wegen - BIOKATALYSE 2021" den Zuschlag erhalten. Die Entscheidung wurde heute in Köln im Rahmen der Tagung "European BioPerspectives" bekanntgegeben. In dem auf Initiative von Prof. Dr. Garabed Antranikian von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) und Dr. Helmut Thamer von der TuTech Innovation GmbH zusammengestellten Konsortium "BIOKATALYSE 2021" arbeiten in einzigartiger und modellhafter Weise Forscher norddeutscher Hochschulen mit Industriepartnern aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen.

An dem 2006 gestarteten zweistufigen Wettbewerb des BMBF "BioIndustrie 2021" hatten sich in der ersten Stufe 19 Konsortien mit über 380 Unternehmen und 140 Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland beworben. Sechs erhielten im Dezember 2006 den Zuschlag für eine Weiterentwicklung. Aus diesem Kreis wurden jetzt "BIOKATALYSE 2021" sowie ein Forschungsverbund aus Nordrhein-Westfalen als die besten Konzepte ausgewählt. Insgesamt stellt das BMBF für die Clusterbildung 60 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahren zur Verfügung. "BIOKATALYSE 2021" sowie Nordrhein-Westfalen werden mit je 20 Millionen Euro gefördert. Forschungsverbünde aus Stuttgart, München und Frankfurt teilen sich die restlichen 20 Millionen Euro. Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger gratuliert den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschulen und Industriepartner zu diesem Erfolg: "Ich freue mich riesig. Das ist ein außerordentlicher Erfolg für unsere TUHH. Mit dem Projekt "BIOKATALYSE 2021" verfestigt die TUHH in diesem bundesweiten Wettbewerb ihren Exzellenzanspruch. Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft bietet der Forschung auf dem Gebiet der industriellen Biotechnologie große Chancen. Dass hierbei Institutionen aus Hamburg und Norddeutschland an der Spitze mitspielen, zeigt die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit des Nordens auf diesem Gebiet. Hamburg stellt für das Projekt deshalb mehr als eine Million Euro zur Verfügung." Die anerkannt hohe Expertise der beteiligten 22 Forschergruppen aus Hochschulen sowie Forschungszentren aus Norddeutschland hat die international besetzte Jury überzeugt, sich für die Förderung des Konsortiums auszusprechen. Durch die Zusammenarbeit mit 15 auf diesem Gebiet profilierten Großunternehmen sowie 19 kleinen und mittleren Biotechnologie-Unternehmen kann die technische Umsetzung aus der Forschung gewonnener Ergebnisse und Erkenntnisse künftig beschleunigt und somit Produkte und Prozesse der weißen Biotechnologie schneller als bisher auf den Markt gebracht werden. "BIOKATALYSE 2021" hat sich zum Ziel gesetzt, innovative und am Markt nachgefragte Produkte und Technologien zu entwickeln und zu kommerzialisieren.

Das hierfür zur Verfügung stehende Gesamtvolumen in Höhe von 53 Millionen Euro setzt sich zusammen aus 20 Millionen Euro, die das BMBF zur Verfügung stellt, sowie einem Eigenanteil der beteiligten Partner in Höhe von 33 Millionen Euro. Nach Prognosen von McKinsey wird 2015 ein knappes Sechstel der weltweiten Chemieumsätze mit weißer Biotechnologie erzielt. Zur weißen Biotechnologie zählt die Nutzung von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen oder Hefen für Produkte und Prozesse in der Industrie. Biotechnische Verfahren können in der industriellen Produktion ökologisch und sicherheitstechnisch den chemischen Verfahren deutlich überlegen sein.

Der Präsident der TUHH, Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer sagt: "Wir freuen uns über die Entscheidung des Bundesforschungsministeriums das Cluster BIOKATALYSE 2021, in dem Wissenschaftler der Technischen Universität Hamburg-Harburg einen wesentlichen Part spielen, zu fördern. Die weiße Biotechnologie hat durch die Forschungsarbeiten von Professor Antranikian an der TUHH internationale Strahlkraft erreicht. Durch die angestrebte Vernetzung der Forschung mit der Industrie können Innovationen auf diesem Gebiet der nachhaltigen Produktion schneller auf den Markt gebracht werden. "Entlang der gesamten Wertschöpfungskette wird eine Vielzahl verschiedener Produkte generiert, die vom Enzym, über die Prozess- und Aufarbeitungstechnologie bis hin zum Konsumentenprodukt die Vielseitigkeit der industriellen Biotechnologie unter Beweis stellt. Im Cluster "BIOKATALYSE 2021" geht es zum einen um die Primärprodukte, das sind vorwiegend Enzyme und neue Technologien, und zum anderen die daraus hergestellten Konsumentenprodukte beispielsweise Waschmittel, Klebstoffe, Aromen, Kosmetika oder Lebensmittel. Für beide Produktkategorien sehen die beteiligten Firmenpartner ausgezeichnete Marktpotenziale.

Die wissenschaftliche Leitung von "BIOKATALYSE 2021" übernimmt Prof. Dr. Garabed Antranikian. Das Cluster-Management haben die Partner Dr. Helmut Thamer von der TuTech Innovation GmbH übertragen. Garabed Antranikian betont: "Die wissenschaftliche Expertise in unserem Konsortium BIOKATALYSE 2021 ist in Deutschland einzigartig und setzt Meilensteine in der weißen Biotechnologie. Dieses Cluster macht die weiße Biotechnologie im Norden weithin sichtbar." Helmut Thamer unterstreicht: "Durch die ausgewogene Einbindung von wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Partnern, Großindustrie, KMU, Hochschulen und Forschungszentren sowie Innovations- und Wirtschaftsförderagenturen wird ein hohes Maß an Nachhaltigkeit auch nach Ablauf der Förderperiode gewährleistet."

Für Rückfragen:
Dr. Helmut Thamer
Geschäftsführer, TuTech Innovation GmbH
Tel. +49 40 76629-6001, E-Mail: thamer@tutech.de
Harburger Schloßstraße 6-12, 21079 Hamburg

Dr. Heinrich Cuypers | idw
Weitere Informationen:
http://www.tutech.de
http://www.biokatalyse2021.de
http://www.bmbf.de/_media/press/pm_20070530-114.pdf

Weitere Berichte zu: Antranikian BIOKATALYSE BMBF Biotechnologie Cluster TUHH Zuschlag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften