Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemiker schaffen Grundlage für neuen Härtestoff

23.01.2007
Tetraazidomethan erstmals im Labor synthetisiert

Einem Wissenschaftsteam der Technischen Universität Chemnitz ist es am Institut für Organische Chemie unter der Leitung von Klaus Banert erstmals gelungen, das Tetraazidomethan, eine energiereiche und hochexplosive Stickstoff-Verbindung herzustellen. "Die Gefährlichkeit dieses Stoffes ergibt sich vor dem Hintergrund eines immens hohen Anteils an Stickstoff, wobei wir durch unsere Arbeit der Herstellung, Isolierung und eindeutigen Charakterisierung von CN12 im Labor nun eine Lücke in der Gruppe der Azide schließen", verdeutlicht Klaus Banert, Inhaber der Professur Organische Chemie an der TU Chemnitz, gegenüber pressetext.

Azide sind Salze der Stickstoffwassersäure HN3, wobei insbesondere Schwermetallazide instabil und sehr explosiv sind. Folglich werden sie als Initialsprengstoff eingesetzt, wobei vornehmlich Blei-Azid in kommerziellen Sprengstoffen Anwendung findet. Die im Labor in winzigen Mengen erzeugte, organische Verbindung mit seinem extrem hohen Stickstoff-Gehalt von umgerechnet 93,3 Prozent war bislang nur durch Rechnungen analysiert worden. Durch eine spezifische, näher gehende Analyse fanden die Chemiker auf atomarer Ebene heraus, dass diese Verbindung eines Kohlenstoffatoms mit vier Azidgruppen neuartige Eigenschaften aufzeigt. Aus diesem Grund weist Banert darauf hin, dass "dieser Stoff, den wir aus kommerziellem Trichloracetonitril synthetisierten, optimal als Ausgangsmaterial für neuartige Kohlenstoffnitride dienlich ist".

Der Experte verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass sich diese Kohlenstoffnitride als Feststoffe vor allem durch ihre extreme Härte auszeichnen. Für potenzielle Anwendungsmöglichkeiten seien demnach auch keine Grenzen gesetzt, da diese Stoffe überall dort zum Einsatz kommen könnten, wo starke Verschleißerscheinungen auftreten und durch deren spezifische Beschaffenheit einzudämmen sind. Hierbei spricht Banert gezielt den als Ersatz für Metalle potenziell zu verwendenden Stoff als Oberflächenbeschichtung an. Aufgrund der neuen Erkenntnisse wird das internationale Chemiejournal "Angewandte Chemie" in seiner Februar-Ausgabe über die Forschungsergebnisse berichten. Online ist der Fachartikel bereits unter http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/113494171/PDFSTART abrufbar.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de
http://www.tu-chemnitz.de/chemie/org
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/113494171/PDFSTART

Weitere Berichte zu: Chemiker Härtestoff Labor Tetraazidomethan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie