Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pilzerkrankung rafft iberische Kröten hinweg

26.10.2006
Globale Erwärmung setzt auch europäischen Fröschen zu

Dass die Frösche und Kröten der Welt extrem unter Druck geraten sind, ist keine Neuigkeit mehr. Nun haben Forscher des National Museum of Natural Science in Madrid erstmals entdeckt, dass auch die iberische Geburtshelferkröte ein Opfer der tödlichen Pilzerkrankung geworden ist. Und diese Pilzerkrankung wird offensichtlich durch die globale Erwärmung richtig angefeuert, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com in seiner jüngsten Online-Ausgabe. Eine ähnliche Konstellation konnten Forscher in den südamerikanischen Bergen feststellen.

Der Chytrid-Pilz Batrachochytrium dendrobatidis ist ein für die Froschlurche tödliches Pathogen. Der Tröpfchenpilz führt zu einer Beeinträchtigung des Wasser- und Elektrolyt-Haushaltes bei den Tieren. Der genaue Auslöser dieser Epidemie ist noch ungeklärt. Die Pilzinfektion verläuft meist tödlich. Der Pilz hatte dafür gesorgt, dass 74 der insgesamt 110 Harlekinfrosch-Spezies in Mittel- und Südamerika seit 1980 ausgestorben sind. In den vergangenen zehn Jahren ist dieser Krankheitserreger auch nach Europa gekommen. Einer der ersten Opfer in Europa waren die Geburtshelferkröten (Alytes obstetricans) im Penalara Natural Park. Der Krötenbestand im Nationalpark ist nach Angaben der Forscher auf ein Minimum gesunken.

Wissenschaftler um Jaime Bosch vom National Museum of Natural Science haben die Aussterbensrate der Kröte mit den meteorologischen Daten von 1976 bis 2002 verglichen und erkannten einen Zusammenhang zwischen der steigenden Temperatur und den Auswirkungen des Pilzes. "Diese Infektion ist das klarste und beste Beispiel für einen Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und einer immer stärker werdenden Infektionskrankeit", so Co-Autor Matthew Fisher vom Imperial College in London. Dadurch, dass die Amphibien Kaltblütler sind, sind sie wesentlich anfälliger für Klimaänderungen. Das bedeutet, dass ihre Abwehrkraft gegen Krankheiten deutlich geschwächt ist. Der Forscher nimmt auch an, dass die milden Winter dafür sorgen, dass der Pilz nicht verschwindet, sondern Jahr für Jahr erneut auftritt. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch der Forscher James Hanken von der Harvard University. "Wärmere Winter und trockenere Sommer könnten tatsächlich einen negativen Einfluss auf die Amphibien haben und einen physiologischen Stress verursachen. Dieser macht sie für Erkrankungen besonders anfällig."

Die Wissenschaftler haben auf ihre Arbeit großes Echo in der Fachwelt erhalten. Auch Experten aus Costa Rica wie etwa der Ökologe Alan Pounds vom Monteverde Cloud Forest Preserve haben sich dazu gemeldet und auf die alarmierende Situation der Froschlurche auch in unbewohnten und geschützten Gebieten hingewiesen. "Der Rückgang der Amphibien macht klar, dass die Schaffung von Parks und Schutzzonen allein bei weitem nicht ausreicht." Pounds hatte mit seinem Forscherteam daraufhin gewiesen, dass auch der Rückgang der Amphibien in Mittelamerika mit der Klimaänderung in Zusammenhang steht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mncn.csic.es

Weitere Berichte zu: Amphibien Froschlurche Kröten Pilzerkrankung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?
16.01.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Wie das Wissen in der Technik entsteht

17.01.2017 | Förderungen Preise

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik