Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Königliche Speise birgt Spezialproteine

26.10.2006
Ein weltweites Konsortium aus über 170 Forschern ist bei der Entschlüsselung des Honigbienen-Genoms weit vorangekommen: Schon über 90 Prozent der Bienen-Gene sind inzwischen bekannt.
Das ist Grund genug für die Zeitschrift "Nature", dieses Thema heute (Donnerstag, 26. Oktober) als Titelgeschichte vorzustellen. Zu dem Konsortium gehört auch der Wissenschaftler Stefan Albert von der Uni Würzburg.

Albert hat Proteine untersucht, die im Gelee Royale vorkommen. Diese spezielle Nahrung ist den Bienenköniginnen vorbehalten sowie den Bienenlarven, bis diese circa zwei Tage alt sind. Ab diesem Zeitpunkt kommen dann nur noch diejenigen Larven, die sich zu Königinnen entwickeln sollen, in den Genuss des besonderen Futters.

Der Würzburger Forscher hat in der königlichen Speise neun Proteine identifiziert, die so genannten "Major Royal Jelly Proteins". Deren Gene liegen auf dem Erbgut der Biene direkt nebeneinander. "Die Proteine dienen sicherlich als Nährstoff, haben aber vermutlich noch eine andere Funktion", meint Albert. Denn die speziellen Bestandteile des Königinnenfutters wurden bei Drosophila und anderen allein lebenden Insekten bislang nicht gefunden. Nach Albert könnten sie darum bei staatenbildenden Insekten eine Bedeutung für die Entwicklung des Sozialverhaltens haben.

... mehr zu:
»Drosophila »Insekt »Konsortium »Protein »Speise

Die beteiligten Forscher erwarten von ihrem Großprojekt viele weitere spannende Erkenntnisse. Das Bienengenom ist um die Hälfte größer als das Genom der Taufliege Drosophila, enthält aber ungefähr die gleiche Anzahl von Genen. Nach den schon jetzt vorliegenden Resultaten unterscheidet sich die Honigbiene in derart vielen Details von allen anderen Organismen, dass die Wissenschaftler den erheblichen Forschungsaufwand für mehr als gerechtfertigt halten. Andererseits wurden auch molekulargenetische Gemeinsamkeiten mit anderen Organismen entdeckt - bis hin zu Parallelen zum Menschen.

Stefan Albert ist am Institut für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung der Uni Würzburg tätig. Der Biochemiker arbeitet aber auch mit der Bienenforschungsgruppe von Professor Jürgen Tautz zusammen, die im Biozentrum am Hubland angesiedelt ist.

Die weiteren deutschen Partner im Konsortium kommen von der Universität Düsseldorf (Martin Beye, Martin Hasselmann, Tanja Gempe, Morten Schioett und Irene Gattermeier vom Institut für Genetik) und der Universität Halle (Robin F. Moritz und Michael Lattorff) sowie von der Freien Universität Berlin (Dorothea Eisenhardt und Gerard Leboulle) und vom EMBL (European Molecular Biology Laboratory) Heidelberg (dort die Bioinformatik-Gruppe um Peer Bork).

Weitere Informationen: Stefan Albert, T (0931) 201-45838, stefan.albert@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Drosophila Insekt Konsortium Protein Speise

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns
24.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Nano-Ampel zeigt Risiko an
24.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics