Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genom der Honigbiene entschlüsselt

26.10.2006
Ein internationales Konsortium hat das komplette Genom der Honigbiene sequenziert. Wesentlich daran beteiligt war das Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Hallenser Wissenschaftler beschäftigen sich mit jenen Genen, die die soziale Lebensweise der Honigbienen regeln. Die neuen Erkenntnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" (26.10.06) nachzulesen.

Die Honigbiene ist eines der bedeutendsten Nutzinsekten für den Menschen. Neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für die Imkerei hat sie auch eine unersetzliche Funktion in der Umwelt für die Bestäubung von Blütenpflanzen. Aber auch in den biologischen Grundlagenwissenschaften spielt die Honigbiene eine wichtige Rolle, besonders dann, wenn es um die Erforschung des sozialen Verhaltens geht. Hier ist die Honigbiene schon seit vielen Jahrzehnten ein zentrales Modellobjekt, an dem die Regelmechanismen hochkomplexer Sozialsysteme untersucht werden.

Nun hat die molekulare Revolution der Biologie auch die Honigbiene, Apis mellifera, erreicht. Ein internationales Konsortium von über 170 Forschern hat ihr komplettes Genom (Erbgut) sequenziert, d.h. entschlüsselt. Das Genom besteht aus rund 11000 Genen, von denen viele vom Genom der bereits sequenzierten Taufliege Drosophila bekannt sind. Zum Vergleich: das menschliche Genom hat 35000 Gene.

Ein besonderes Interesse der Forscher lag darauf, zu verstehen, welche Gene die soziale Lebensweise der Honigbienen regeln. Dieser Schwerpunkt wurde im Rahmen der weltweiten Zusammenarbeit besonders am Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Robin Moritz bearbeitet. Zu seinem Team gehören bzw. gehörten Dr. Michael Lattorff sowie Prof. Dr. Martin Beye, Dr. Martin Hasselmann und Tanja Gempe (die letzteren drei Wissenschaftler arbeiten seit einigen Monaten an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf). Weiterhin trugen von deutscher Seite Forscher der Universität Würzburg, der FU Berlin und des European Molecular Biology Laboratory Heidelberg zum Erfolg des Vorhabens bei.

... mehr zu:
»Gen »Genom »Honigbiene »Zoologie
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. Robin F.A. Moritz, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Zoologie
Tel.: 0345-55-26223
E-Mail: r.moritz@zoologie.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: Gen Genom Honigbiene Zoologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Wolkenbildung: Wie Feldspat als Gefrierkeim wirkt
09.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie