Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Erkenntnisse über Bakaterientoxine, die schwere Magen-Darm-Erkrankungen verursachen

19.10.2006
Ein Team von Wissenschaftlern der australischen University of Adelaide hat zusammen mit Kollegen der Monash University sowie Forschern aus den USA bahnbrechende neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Bakteriengifte schwere Margen-Darm-Erkrankungen verursachen.

Unter der Leitung von Dr. Adrienne Paton von der School of Molecular and Biomedical Science an der University of Adelaide haben die Wissenschaftler entdeckt, das ein starkes Bakterientoxin Zellen abtötet, indem es einen wichtigen Bestandteil im endoplasmatischen Reticulum (ER) außer Kraft setzt.

Das Toxin, genannt Subtilase Cytotoxin, wird von bestimmten Stämmen der E.coli Bakterien produziert, die für schwere Margen-Darm-Erkrankungen beim Menschen verantwortlich sind. Dr. Paton hatte das Gift im Jahr 2003 entdeckt. Es ist so stark, dass es auch im Bioterrorismus eingesetzt werden könnte.

"Das ER ist die Kommandozentrale von Zellen in höheren Organismen und wird in seinem Einfluss auf andere Zellfunktionen lediglich vom Zellkern übertroffen", erläutert Dr. Paton. "Das vom Toxin angegriffene Molekül ist ein BiP genanntes Chaperon-Protein, das hauptverantwortlich für die Regulierung der ER-Funktion ist. Die Störung dieses wichtigen Chaperons hat unweigerlich schwere Auswirkungen auf verschiedenste Zelltypen."

Neben ihren Erkenntnissen über die Funktionsweise des Bakteriengifts konnten die Wissenschaftler im Rahmen ihrer Arbeit auch dessen dreidimensionale Struktur bestimmen. Dies wird bei der Entwicklung von Behandlungen für Krankheiten helfen, die durch Gifte ausgelöst werden. Dr. Paton zufolge erhoffen sich die Wissenschaftler von ihrem Durchbruch auch neue Erkenntnisse über die Entstehung von altersbezogenen und degenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer, die mit Fehlern in der ER-Funktion zusammenhängen.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Verwaltungsstelle aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Berichte zu: Bakaterientoxine ER-Funktion Gift Magen-Darm-Erkrankungen Toxin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten
08.12.2016 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Herz-Bindegewebe unter Strom
08.12.2016 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops