Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überernährung – Ernährungsrisiko Nummer 1

18.09.2006
Übergewicht, Fehl- und Mangelernährung sind gesamt-gesellschaftliche Probleme und brauchen gemeinschaftliche Lösungen – auch um das öffentliche Gesundheitswesen zu entlasten. Neben richtiger Ernährung und Bewegung spielt die sachliche Aufklärung für eine langfristige, sinnvolle Strategie eine Rolle. Ein solcher integrierter Ansatz wird nicht nur von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft, größte Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), arbeitet diesbezüglich in Forschung und Wissenschaft sowie bei der Aufklärung und Information mit Ernährungswissenschaftlern, Ernährungs-medizinern und anderen Gesundheitsberufen fachübergreifend zusammen.

Dem Lebensmittelchemiker obliegt es in der Entwicklung und Forschung innerhalb der Ernährungsindustrie, aufgrund anerkannter Ernährungsempfehlungen die Lebensmittel hinsichtlich ihrer Nährstoffzusammensetzung zu optimieren, und zwar unter Berücksichtigung von Geschmack und Genuss. Denn nur wenn es schmeckt, ist jeder Einzelne bereit, seinen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung für sich selbst zu leisten.

Doch darf die Beschäftigung mit einer ausgewogenen Ernährung nicht dazu führen, sich krankhaft mit einer gesunden Ernährung zu befassen. In den letzten Jahren wird insbesondere bei jüngeren Menschen von Essstörungen aufgrund dieses Phänomens berichtet. Orthorexia nervosa wird dieses Krankheitsbild inzwischen genannt. Die Betroffenen stehen unter dem krankhaften Zwang, sich gesund ernähren zu müssen, wobei der Begriff der Gesundheit immer enger gefasst wird.

Dabei ist die Grundversorgung mit notwendigen Nährstoffen in Deutschland eigentlich gesichert. Der jüngste Ernährungsbericht zeigt leichte Defizite nur bei bestimmten Personengruppen, beispielsweise Schwangeren, hinsichtlich der Versorgung mit Jod und Folsäure. Aber auch hier verbessert sich die Situation in letzter Zeit.

Hingegen nehmen Übergewicht und Bewegungsmangel weltweit erschreckend zu. Einen Schwellenwert von 30 beim Body Mass Index (BMI, berechnet sich aus Körpergewicht, dividiert durch das Quadrat der Körpergröße) zugrundegelegt, gelten in Deutschland schon über 15 Prozent der Kinder bei der Einschulung als übergewichtig. Insbesondere in sozial schwächeren und bildungsfernen Bevölkerungsschichten ist eine unausgewogene Ernährung weit verbreitet.

Neben dem Problem der Überernährung - auch als Folge einer unausgewogenen Energiebilanz aufgrund von Bewegungsmangel - spielt die Fehlernährung eine unterschiedlich große Rolle bei der Entwicklung von chronischen Erkrankungen wie Diabetes Typ II, Fettstoffwechselstörungen oder Osteoporose. Einseitige Ernährungsformen wie low carb Diät, eine Diät mit wenig Kohlenhydraten, können zu zusätzlichen gesundheitlichen Problemen führen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 27.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie unterhält 25 Fachgruppen und Sektionen. Mit rund 2.800 Mitgliedern ist die Lebensmittelchemische Gesellschaft die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet mit dem Deutschen Lebensmittelchemikertag die zentrale Jahrestagung der Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker in Deutschland. Mehr als 500 Wissenschaftler aus der Wirtschaft sowie aus Behörden, Handelslaboratorien, Hochschulen oder anderen Forschungseinrichtungen treffen sich hier, um die Weiterentwicklung ihrer Wissenschaft in Vorträgen und Postern vorzustellen und zu diskutieren.

Dr. Renate Hoer | Gesellschaft Deutscher Chemiker
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

Weitere Berichte zu: Ernährung GDCh Überernährung Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung
26.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa
26.07.2017 | Universitätsklinikum Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops