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"Warum geht das nicht schneller mit den neuen Medikamenten?"

09.11.2001


Breite Zustimmung zur Humangenomforschung an der Hotline "Genomtelefon" während der Tagung des Deutschen Humangenomprojekts (DHGP) in Braunschweig

Über 250 Anrufe nahmen die 25 Biowissenschaftler und -wissenschaftlerinnen entgegen, die einige Stunden ihrer Zeit bei der DHGP-Tagung am 7. und 8. November 2001 in Braunschweig dem telefonischen Dialog mit der Öffentlichkeit gewidmet hatten. Die allermeisten Anrufer hatten in der Hoffnung auf neue Therapien für die Leiden ihrer Angehörigen zum Hörer gegriffen: Fragen zu den Themen Krebs, Parkinson, psychische Erkrankungen, multiple Sklerose bis hin zur Geweberegeneration eines amputierten Fingers wurden ganz überwiegend gestellt, Fragen zu Biowaffen dagegen gar nicht, Fragen zur Bioethik nur sehr wenige. Überrascht und erfreut zeigten sich die Experten über die Zustimmung und Ermutigung ihrer Arbeit, die sie bei der Telefonaktion erfahren haben: "Die Frage lautete z.B. im Hinblick auf Stammzellforschung nicht: "Dürfen wir das überhaupt?", sondern: "Warum geht das nicht schneller, bis die neuen Medikamente oder Heilmethoden auf dem Markt sind? Warum forscht Ihr nicht über meine Krankheit?"", so Prof. Klaus-Peter Koller, Leiter des wissenschaftlichen "Networking" in der funktionalen Genomforschung von Aventis Pharma in Deutschland und Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung der Humangenomforschung. Der Förderverein hatte die Telefonaktion zusammen mit dem Wissenschaftlichen Koordinierungskomitee des DHGP und der gastgebenden Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig organisiert; die Telekom hatte die 0800..-Nummer und das erforderliche Call-Center zur Verfügung gestellt. Die Experten aus den Sachgebieten molekulare Medizin, Bioethik, molekularbiologische Grundlagenforschung und Patentierung, sowohl in akademischen Forschungsgruppen als auch in Biotech- und Pharmaunternehmen tätig, freuten sich über das beinahe wissenschaftliche Interesse, das in Fragen wie "Wie funktioniert ein Gen-Chip?" zum Ausdruck kam und waren erstaunt, wie wenige der Anrufer auf einen Internetzugang als Informationsquelle zurückgreifen können. DHGP und Förderverein überlegen daher, auch bei künftigen Jahrestagungen den Bürgern und Bürgerinnen ein solches Infotelefon anzubieten.
Braunschweig, 9. November 2001

Ansprechpartner:
Dr. Christina Schröder, Geschäftsstelle des Vereins zur Förderung der Humangenomforschung e.V., Tel. 069/90745941,
heute bis 15 Uhr: 0531/6181830

Dr. Jörg Wadzack
Geschäftstelle des Deutschen Humangenomprojektes
Tel.: 030-326 39-171

Dr. Jörg Wadzack | idw

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