Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genetische Anpassung an die Umwelt

17.01.2006


Genetische Anpassung an die Umwelt


Neuer Sonderforschungsbereich gestartet

... mehr zu:
»Biologie »Evolution »Genomforschung

Welche Gene und welche molekularen Prozesse dazu führen, dass sich Lebewesen besser an die Umwelt anpassen als andere, ist Gegenstand des Sonderforschungsbereichs "Die molekularen Grundlagen evolutionärer Innovationen", der zu Jahresbeginn am Institut für Genetik der Universität zu Köln gestartet ist. Im Laufe der Evolution ist eine grosse Anzahl von Spezies mit spezifischen Umwelt Adaptationen entstanden. Den allgemeinen Mechanismus dazu hat bereits Darwin vor ca. 150 Jahren vorgeschlagen, nämlich natürliche Selektion von genetischen Varianten. Dieser generelle Mechanismus ist in der Wissenschaft unstrittig. Andererseits gibt es aber, trotz der enormen Fortschritte in der molekularen Biologie und Genomforschung, immer noch eine nur ungenaue Vorstellung davon, welche Gene und welche molekularen Prozesse tatsächlich dazu führen, dass eine genetische Variante besser an die Umwelt angepasst ist als eine andere.

Der neue Sonderforschungsbereich hat sich zum Ziel gesetzt, diese Frage systematisch anzugehen. Dabei werden zwei grundsätzliche Teilfragen verfolgt. Zum einen wird der Mechanismus grundlegender grosser evolutionärer Veränderungen (Stichwort: Makroevolution) untersucht, z.B. wie es zur Entstehung der Blütenpflanzen kam, oder wie sich grundsätzliche Mechanismen der Embryogenese oder sexuellen Reproduktion verändern können. Zum anderen sollen aber auch die evolutionären Prozesse innerhalb von Populationen bzw. während der Speziation verstanden werden (Stichwort: Mikroevolution). Hier wird letztlich die Frage gestellt, warum Individuen unterschiedlich sind und unterschiedlich auf Umweltbedingungen reagieren. Denn nur wenn es genetische Unterschiede gibt, kann auch Darwinsche Evolution stattfinden.


Im Sonderforschungsbereich werden modernste Methoden der Entwicklungsbiologie mit funktioneller Genomforschung kombiniert. Ein ganz besonderer Schwerpunkt ist zudem die Weiterentwicklung der Evolutionstheorie im Rahmen einer engen Zusammenarbeit zwischen Biologie und theoretischer Physik. Gerade für evolutionäre Fragestellungen zeigt sich, dass die Methoden und Konzepte der statistischen Vielteilchen-Physik oft auch auf biologische Zusammenhänge anwendbar sind. Dies gilt insbesondere für grosse Datensätze, wie sie die Genomforschung bereit stellt. Dementsprechend liefert das Kölner Zentrum für Genomforschung einen essentiellen Beitrag für den Sonderforschungsbereich. Die Kombination aus Biologie, Genomforschung und theoretischer Physik hat auch ein besonders grosses Potential für die sich stürmisch entwickelnde Disziplin der "Systembiologie", die sich zum Ziel gesetzt hat, die dynamischen molekularen Prozesse in Zellen und Organismen zu verstehen. In diesem Zusammenhang hinterfragt der Sonderforschungsbereich adaptive Selektionsprozesse und richtet sich dabei nach dem berühmten Postulat von Dobzhansky: "Nichts in der Biologie macht Sinn, es sei denn im Licht der Evolution".

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

Weitere Berichte zu: Biologie Evolution Genomforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie