Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untermeerische Schlammvulkane als Fenster zwischen Geosphäre und Biosphäre

07.09.2001


Schlammvulkane befördern Gas, Wasser und Sedimente aus der Tiefe der Erde an die Oberfläche des Meeresbodens. Sie stellen neben den Gashydraten eine der wichtigsten Quellen für die Emission von Erdgas (Methan) ins Meer dar. Aufgrund der extrem hohen Methangehalte an solchen Standorten der Tiefsee kommen dort spezialisierte Bakterien vor, die das Methan als Energiequelle nutzen können. Schlammvulkane sind daher sowohl aus geologischer wie aus biologischer Sicht einzigartige Naturräume, deren Untersuchung Rückschlüsse auf vergangene Abschnitte des Erdklimas zulassen wie auch zu parallelen Lebensformen auf anderen Planeten.


Während der dreiwöchigen deutsch-französischen Expedition auf dem französischen Forschungsschiff "L’Atalante" haben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie, sowie des französischen Meeresforschungsinstituts Ifremer den Haakon-Mosby Schlammvulkan am Kontinentalhang vor Norwegen untersucht. Ziel der Untersuchungen war die Bilanzierung des Methanaustrittes und -umsatzes am Meeresboden und im Wasser. Dabei konnten erstmals die besonderen chemosynthetischen Lebensgemeinschaften des Schlammvulkans gezielt beprobt und ihr Beitrag zum Verbrauch des klimarelevanten Treibhausgases Methan bestimmt werden. Die vorwiegend geochemisch-biologischen Untersuchungen basierten hauptsächlich auf dem Einsatz das unbemannten Tauchfahrzeugs VICTOR 6000 des Ifremer.

Neben seiner multifunktionalen Operationsmöglichkeiten können die Forscher mit VICTOR 6000 untermeerische Lebensräume auch multimedial darstellen. Dieses ROV (remotely operating vehicle) ist eines der modernsten Werkzeuge der interdisziplinären Meeresforschung und wurde bereits 1999 erfolgreich auf dem AWI-Forschungsschiff "Polarstern" in der Framstrasse an einer Tiefsee-Langzeitstation des AWI eingesetzt. Diese Tiefsee-Station war im übrigen auch dieses Jahr ein Zielgebiet der Arbeiten mit dem bis 6000 Meter tief tauchenden ROV. Die wissenschaftlichen Fragen die dort bearbeitet werden, befassen sich im Wesentlichen mit der Entschlüsselung der Faktoren, die für die unerwartet hohe Artenvielfalt in Tiefseesedimenten verantwortlich sind. Die Tiefsee ist eines der ältesten Ökosysteme und vom Menschen noch weitgehend unbeeinträchtigt. Deswegen lassen sich Gesetzmässigkeiten in der Ökosystementwicklung dort vermutlich besonders gut untersuchen.


Dipl.-Ing. Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi-bremerhaven.de/AWI/Presse/PM/HighTech.html
http://www.awi-bremerhaven.de/index-d.html
http://www.awi-bremerhaven.de/Research/ProjectGroups/DeepSea/index-d.html

Weitere Berichte zu: Meeresboden Methan Schlammvulkan Untermeerische

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen
12.12.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Undercover im Kampf gegen Tuberkulose
12.12.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik