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Umweltgenomik: Wo Genomik und Ökologie sich treffen

07.07.2005


Was steckt hinter all den Sequenzen der Genome von Mikroorganismen? Bioinformatiker haben in den letzen Jahren mit leistungsvollen Computerprogrammen die Werkzeuge geschaffen, mit denen es möglich ist, aus der wenig informativ erscheinenden Abfolge der Bausteine C, G, A und T die darin gespeicherte Information herauszufiltern. Das flexible Lesen dieser Grundbausteine des Lebens ermöglicht es den Organismen, ihren Stoffwechsel optimal an die Lebensbedingungen ihrer Umwelt anzupassen. Dieser neue Forschungszweig nennt sich Bioinformatik und mit seiner Hilfe hat die Wissenschaft in den letzten Jahren bei der Entschlüsselung des Lebens große Fortschritte gemacht. 14 Wissenschaftler aus Frankreich, Spanien und Deutschland trafen sich im Juli 2005 für zwei Wochen am Bremer Max-Planck-Institute für marine Mikrobiologie, um das bioinformatische Handwerkszeug zu lernen. Sie wollen anhand der Genome dreier mariner Mikroorganismen die spezifische Anpassungen, Stoffwechselwege und Enzyme studieren


Dieses Treffen hat die Arbeitsgruppe Mikrobielle Genomik am Bremer Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts organisiert. Die Europäische Union unterstützt im 6. Rahmenprogramm so genannte "Networks of Excellence", eines davon ist das Marine Genomics Europe Projekt. Zwei der Mikroorganismen, deren DNA-Sequenzen jetzt analysiert werden, gehören zu der Gruppe Bacteroidetes, die wiederum auf den Abbau von langkettigen Molekülen in marinen Systemen spezialisiert sind. Der dritte Organismus gehört zu den gamma-Proteobakterien und konnte aus der Nordsee isoliert werden, wo er sehr häufig in der Wassersäule vorkommt. Unterstützung bekommen die Forscher von vielen Seiten. Das französische Genomsequenzierungszentrum Genoscope und das J. Craig Venter Institute stellte die DNA-Sequenzen zur Verfügung, weitere Fördermittel kommen von der Gordon und Betty Moore Foundation.

Frank Oliver Glöckner, Gruppenleiter am Bremer Max-Planck-Institut, ist optimistisch:" Dieses Projekt ist ein Beitrag zu den internationalen Bestrebungen, die Artenvielfalt und Rolle der marinen Mikroorganismen mit den Methoden der Genomik und Metagenomik zu untersuchen".


Rückfragen an

Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner
MPI für Marine Mikrobiologie, Celsiusstr. 1, D-28359 Bremen
Telefon: 0421 2028 - 938
Fax: 0421 2028 - 580
E-Mail: fgloeckn@mpi-bremen.de

Dr. Manfred Schloesser | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpi-bremen.de

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