Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchungen zur Elektronendichte

27.04.2005


Physikochemiker der Universität Jena ist Gründungsmitglied eines neuen DFG-Schwerpunktprogramms



Prof. Dr. Jürgen Popp von der Uni Jena ist Gründungsmitglied eines neuen Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Thema des Forschungsprojekts, an dem rund 20 Gruppen aus ganz Deutschland, den USA und Russland beteiligt sind, ist die "Experimentelle Elektronendichte als Schlüssel zum Verständnis chemischer Wechselwirkungen". Offizieller Beginn des Programms ist der 1. Mai.



Die Verteilung der Elektronen in einem Molekül bestimmt, welche Reaktionen ein Stoff eingehen kann und welche nicht. Um beispielsweise Synthesen im Labor sinnvoll planen und zielgerichtet vornehmen zu können, benötigen Chemiker Informationen darüber, wo sich die Elektronen in einem Molekül befinden und wie beweglich sie sind. Auf der Basis dieser Informationen können sie geeignete Stoffe als Reaktionspartner auswählen und den Verlauf der Synthese vorhersagen.

Popp, Direktor des Institutes für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität, wird seine Arbeiten dabei auf die Untersuchung gelöster Moleküle konzentrieren und verwendet dafür die Raman-Spektroskopie. Bei dieser speziellen Form der Schwingungsspektroskopie wird ein Laser über das Molekül geführt. Die Wechselwirkung zwischen dem Laserlicht und dem Molekül führen dazu, dass die Elektronen oszillieren. Je stärker beweglich die Elektronen sind, desto stärker ist das Raman-Signal. Die Spektroskopie liefert damit indirekt Aussagen darüber, an welcher Stelle im Molekül sich besonders viele Elektronen befinden und ob sie sich bewegen lassen.

"Die Untersuchungen zur Elektronendichte sind heute noch reine Grundlagenforschung", erläutert Prof. Popp. "Sie werden jedoch mittelfristig die Laborarbeit des Chemikers erheblich erleichtern und langfristig auch für die Lebenswissenschaften Biologie und Medizin wertvolle Ergebnisse liefern." Außerdem eröffne die Kenntnis der Elektronendichteverteilung in Materialien dem Design neuer Werkstoffe mit klar definierten Eigenschaften neue Möglichkeiten, so der Jenaer Physikochemiker

Das Schwerpunktprogramm ist insgesamt auf sechs Jahre angelegt. Für die nächsten zwei Jahre stehen Popps Arbeitsgruppe rund 65.000 Euro an Personal- und Sachmitteln zu Verfügung.

Susanne Liedtke | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Elektron Elektronendichte Molekül

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterien aus dem Blut «ziehen»
07.12.2016 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle
07.12.2016 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie