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Zu warm: Schutzlos ohne Schneehöhle

26.07.2001


WWF warnt vor Aussterben der letzten Saimaa-Ringelrobben aufgrund des Klimawandels

Die globale Erwärmung ist eine reale Gefahr für seltene Tierarten , wie der Saimaa-Ringelrobben (Phoca hispida saimensis) des Saimaa-Sees in Finnland. Von dieser Unterart der Eismeer-Ringelrobbe leben nur noch 250 Tiere in freier Wildbahn, damit ist es der am stärksten gefährdete Robbenbestand der Erde.

Die Saimaa-Ringelrobben bringen ihre Jungen normalerweise in einer aus Schnee gebauten Höhle zur Welt. Die Schneehöhle schützt die Tiere vor Kälte und vor natürlichen Feinden. Wissenschaftler glauben außerdem, dass die Robbenmütter ihre Kinder nur im Schutz dieser Höhlen säugen können.

Die tödlichen Folgen der Klimaerwärmung für die Robben von Saimaa wurden im Frühjahr deutlich. Einige Jungtiere wurden auf dem Eis des Sees gefunden, ohne schützende Schneehöhle. Keines der Tiere überlebte länger als zwei Monate.

"Die Klimaerwärmung ist eine neue Gefahr für unsere Robben," so Jari Luukkonen. "Mehr als 20 Jahre lang haben wir daran gearbeitet, diese Art zu erhalten, und wir haben viele ihrer Probleme gelöst. Aber durch die warmen Winter wird alles, was wir erreicht haben, zunichte gemacht."

In den früheren Wintern gab es stets reichlich Schnee am Saimaa-See, besonders im Februar, wenn die jungen Robben zur Welt kommen. In diesem Jahr aber war das Wetter unbeständiger und wärmer als sonst. Es gab weniger Schnee, so dass die Robben Schwierigkeiten beim Bau ihrer Höhlen hatten. Der WWF befürchtet nun, dass häufigere wärmere Winter in Zukunft zu katastrophalen Folgen für das Überleben der seltenen Ringelrobben führen können.

"Da es nur noch 250 Eismeer-Ringelrobben am Saimaa-See gibt, ist es unbedingt nötig, dass jedes der Jungen den ersten Winter und das erste Jahr überlebt," unterstreicht Jari Luukkonen, Naturschutz-Direktor des WWF Finnland. "Unglücklicherweise kann das Überleben dieser Tierart schon von kleinen Änderungen der normalen Wetterbedingungen gefährdet werden. Wenn die Winter weiterhin warm bleiben und die Regenfälle zunehmen, werden die Robbenmütter keine Schneehöhlen mehr bauen können, oder diese werden schmelzen und über den Jungen zusammenbrechen. Das könnten die jungen Robben kaum überleben."

Bis in die frühen 80er Jahre war die Zahl der Saimaa-Ringelrobben zurückgegangen. Dank erfolgreicher Schutzprogramme hatte sich dieser Trend umgekehrt und die Überlebenschance der Tiere war gestiegen. Nun aber scheint ihr Lebensraum endgültig verloren zu sein.

Finnland hat sich unter der Habitats-Direktive der Europäischen Union verpflichtet, die Ringelrobben von Saimaa zu schützen. Die finnische Naturschutzbehörde Metsähallitus ist für den Schutz der Art verantwortlich und arbeitet zusammen mit dem WWF Finnland, der Süd Savo-Umweltagentur und der Biologischen Fakultät der Universität Joensuu.

Gabriele Ammermann | ots

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