Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Form des Embryos bei Säugetieren nicht in Eizelle festgelegt

16.07.2004


Studie beobachtet Entwicklung von der Eizelle zum Zweizellenstadium



Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie haben in Versuchen an Mäusen nachgewiesen, das die spätere Form des Embryos in Eizellen von Säugetieren noch nicht festgelegt ist. Mit Ausnahme der Säugetiere sind bei den meisten Tieren die Körperachsen, wie Vorder- und Rückseite, Kopf und Schwanz, rechts und links, bereits in der Eizelle vorbestimmt. Neuere Untersuchungen hatten allerdings ergeben, dass gewisse morphologische Eigenschaften der Säugetier-Eizelle die zukünftige embryonale Achse beeinflussen könnten. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung am Max-Planck-Institut in Freiburg wurde mit Hilfe von Zeitrafferaufnahmen beobachtet, dass sich die Ebene der ersten Zellteilung unabhängig von morphologischen Strukturen in der Eizelle entwickelt.

... mehr zu:
»Eizelle »Embryo »Säugetier


Vielmehr ist die zufällige Topologie der beiden Vorkerne der Ei- und Samenzelle entscheidend. Demnach besitzen Säugetiereizellen keine Marker, die die Form des späteren Embryos beeinflussen. Diese Erkenntnis gewinnt angesichts von über einer Mio. Babys, die bis heute durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, an Bedeutung. Für ihre Untersuchungen hatten die Forscher eine spezielle Aufnahmetechnik (Time-Lapse-Imaging) verwendet, mit der die Entwicklung der Eizelle dynamisch verfolgt werden kann. So wurde nachgewiesen, dass die Eizelle der Maus keine prädeterminierte Polarität besitzt.

Die Studie verfolgte die Entwicklung zahlreicher Mäuse-Embryonen von der Eizelle bis zum Zweizellen-Stadium quasi im Zeitraffer. Bei etwa der Hälfte der Embryonen passiert die erste Furchung getrennt von der A-V-Achse der Eizelle und der zweite Polkörper nähert sich vor und nach der Teilung der Teilungsfurche an. Der zweite Polköper markiert wahrscheinlich keinen stationären "Nordpol" (A-Pol) und so muss auch die These einer vordeterminierten A-V-Achse in der Eizelle von Säugetieren zurückgewiesen werden. Nach der Befruchtung entstanden zwei Vorkerne mit jeweils den männlichen und weiblichen Chromosomen in der Peripherie der Eizelle. In den folgenden 20 Stunden trafen sich die Vorkerne im Zentrum der Eizelle, aber ohne zu fusionieren. Anschließend teilen sich die Kerne (Mitose), und zwar so, dass die erste Furchungsebene mit der Ebene, welche die beiden gegenüberliegenden Kerne trennt, zusammentrifft. Dabei werden die elterlichen Chromosomensätze ins Zentrum der Zelle gebracht, bevor sie diese gleichmäßig in zwei Tochterzellen teilt. Dabei beobachteten die Forscher, dass die erste Furchungsebene nicht in der frühen Interphase beginnt, sondern durch die neu gebildete Topologie der beiden Vorkerne festgelegt wird. Die Frage, wann und wie sich die Polarität im Säugetier-Embryo entwickelt, blieb jedoch offen. Daran wollen die Forscher als nächstes arbeiten.

Marietta Gross | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

Weitere Berichte zu: Eizelle Embryo Säugetier

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kupferhydroxid-Nanopartikel schützen vor toxischen Sauerstoffradikalen im Zigarettenrauch
30.03.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung
30.03.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE