Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erbgut eines krebserregenden Bakteriums entschlüsselt

23.06.2003


Würzburger Wissenschaftler haben mit US-Kollegen und in Kooperation mit Biotechnologie-Firmen das komplette Erbgut (Genom) des krebserregenden Bakteriums Helicobacter hepaticus entschlüsselt. Die Publikation, in der sie die Analyse der Genomsequenz vorstellen, erscheint in dieser Woche in der amerikanischen Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences USA".

... mehr zu:
»Bakterium »Erbgut »Mäuse

Das untersuchte Bakterium ruft bei Mäusen Leberentzündungen und Leberkrebs hervor. "Da jetzt sowohl sein Erbgut als auch das der Maus vollständig bekannt sind, können wir nun systematisch die Ursachen für die krebsauslösenden Fähigkeiten des Erregers untersuchen", sagt der Würzburger Wissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Suerbaum, der das Projekt geleitet hat.

Diese Forschungen sind auch darum von Bedeutung, weil das Bakterium sehr eng mit dem "Magenteufel" Helicobacter pylori verwandt ist, dem zweithäufigsten Krankheitserreger beim Menschen: Eine Infektion mit ihm erhöht das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Durch den Vergleich der beiden Bakterien lässt sich der "Magenteufel" möglicherweise besser durchschauen. Im Erbgut des Bakteriums, das die Mäuse befällt, haben die Forscher außerdem eine neue Pathogenitätsinsel entdeckt. Darunter verstehen sie eine Gruppierung von Genen, die wahrscheinlich an der Krankheitsentstehung mitwirken.


An diesem Forschungserfolg waren neben den Wissenschaftlern vom Würzburger Institut für Hygiene und Mikrobiologie und vom Massachusetts Institute of Technology (USA) die Firma MWG Biotech AG (Ebersberg) und das Schweizer Bioinformatik-Unternehmen GeneData beteiligt.

"Ohne das erhebliche Engagement der Firmen wäre dieses Projekt nicht realisierbar gewesen. Die Kooperation hat unser Expertenwissen über krankheitserregende Helicobacter-Arten mit der industriellen Kompetenz in Sachen Hochdurchsatz-Sequenzierung und Bioinformatik zusammengebracht und war dadurch außerordentlich fruchtbar", betont Prof. Suerbaum. "Wir hoffen, dass solche Formen der Zusammenarbeit Schule machen, weil sie sowohl für die universitären Partner als auch für die Unternehmen von großem Vorteil sein können."

Die Arbeiten der Würzburger Gruppe wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Kompetenznetzwerks "Genomforschung an pathogenen Bakterien (Pathogenomik)", dessen Zentrum an der Uni Würzburg ansässig ist, sowie vom Würzburger Sonderforschungsbereich 479 "Erregervariabilität und Wirtsreaktion bei infektiösen Krankheitsprozessen" gefördert.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Sebastian Suerbaum, T (0931) 201-46162 oder 201-46161, Fax (0931) 201-46166, E-Mail: ssuerbaum@hygiene.uni-wuerzburg.de

Die Originalarbeit heißt "The complete genome sequence of the carcinogenic bacterium Helicobacter hepaticus", wird veröffentlicht in "Proceedings of the National Academy of Sciences USA" (PNAS) vom 24. Juni 2003 und stammt von den Autoren S. Suerbaum, C. Josenhans, T. Sterzenbach, B. Drescher, P. Brandt, M. Bell, M. Dröge, B. Fartmann, Z. Ge, A. Hörster, R. Holland, K. Klein, J. König, L. Macko, G. L. Mendz, G. Nyakatura, D. B. Schauer, Z. Shen, J. Weber, M. Frosch und J. G. Fox.

Hinweis für Journalisten und Redaktionen: Eine pdf-Datei mit der Originalarbeit können Sie bei der Pressestelle der Uni Würzburg anfordern, T (0931) 31-2401, E-Mail:
emmerich@zv.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Bakterium Erbgut Mäuse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Evolutionsvorteil der Strandschnecke
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Mobile Goldfinger
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit