Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchungen an Fischen auf hoher See

15.04.2008
Herkunftsnachweise für Speisefische im Blick

Rund 85 Prozent der in Deutschland vermarkteten Fische werden importiert. Im Sinne des Verbraucherschutzes ist es deshalb notwendig, Daten zu haben, die einen Herkunftsnachweis und die Rückverfolgbarkeit von hier angebotenem Fisch ermöglichen. Außerdem sollte die Belastung mit unerwünschten Stoffen und Mikroorganismen eingeschätzt werden können.

Während der jetzigen Forschungsreise mit dem Fischereiforschungsschiff "Walther Herwig III" wurden dazu entsprechende Untersuchungen im Englischen Kanal und in der Biskaya gemacht.

Die Forschungsarbeiten sind Bestandteil nationaler Programme des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie wurden von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des Instituts für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch - Standort Hamburg - durchgeführt, das zum Max Rubner-Institut, Bundesinstitut für Ernährung und Lebensmittel gehört. Die dreiwöchige Reise endete am 8. April in Bremerhaven.

... mehr zu:
»Verbraucherschutz

Wenn man als Verbraucherin oder Verbraucher im Laden vor den Fischen im Eis steht und liest, wo diese gefangen wurden, möchte man schon sicher sein, dass es stimmt, so wie auch der Fischhändler wissen muss, dass seine Angaben nachgeprüft werden können. Ebenso ist von Bedeutung, dass die Fanggründe bekannt und unbelastet sind.

Das bekommen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nicht allein im Labor heraus, sondern sie müssen zu den Fischen hinfahren. So war das Ziel dieser Forschungsreise, umfangreiches Probenmaterial von verschiedenen Speisefischarten zu gewinnen, um jetzt mit molekularbiologischen und chemischen Verfahren Unterschiede zwischen Fanggründen von Fischen auf dem deutschen Markt bestimmen zu können.

Um zu prüfen, wie sich z. B. ein Ostseehering von seinen Verwandten im Nordatlantik unterscheidet, werden Analysen der Nukleinsäuren (DNA, RNA) - als Ausdruck genetischer Unterschiede - sowie stabiler Isotope (z. B. des Stickstoffs) und bestimmter Fettsäuren - als Parameter, die durch unterschiedliche Nahrung beeinflusst werden - vorgenommen. Hier gibt es noch Forschungsbedarf, auch im Hinblick auf die Erstellung einer umfassenden Datenbank für die unterschiedlichen Fanggründe und Fischarten.

Als Folge der Verschmutzung der Meere sind unerwünschte Stoffe ein wichtiges Thema. Um Aussagen zu Entwicklungen der fangplatzspezifischen Belastungen von Makrelen, Heringen und Sardinen mit Dioxinen und dioxinähnlichen PCBs (Polychlorierte Biphenyle) zu erhalten, wurden ausgewählte Fangplätze gezielt befischt. Man weiß um sogenannte hotspots am Übergang vom Englischen Kanal in den Nordatlantik. Ansonsten liegen die Belastungen deutlich unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten. In der Biskaya erfolgte eine Bestandsaufnahme dort vorhandener für den Fischverderb maßgeblicher Bakterien.

In Zusammenarbeit mit spanischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen haben die Experten des Max Rubner-Instituts auch Untersuchungen zur Reduzierung des Befalls mit Nematodenlarven bei Nutzfischen aus der Biskaya durchgeführt. Diese Art Arbeiten zählen zu den am Institut etablierten Langzeituntersuchungen zur Belastung von Speisefischen.

Die Ergebnisse werden einen wichtigen Beitrag für den Verbraucherschutz durch die Rückverfolgbarkeit von Fischen und Fischereierzeugnissen sowie zur Sicherung und Verbesserung ihrer Qualität liefern.

Für Rückfragen:
Dr. Horst Karl
Max Rubner-Institut (MRI)
Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch
Palmaille 9, 22767 Hamburg
Tel.: 040-438905-114, Fax: 040-438905-262
e-mail: horst.karl@mri.bund.de

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.mri.bund.de

Weitere Berichte zu: Verbraucherschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aufräumen? Nicht ohne Helfer
19.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Einzelne Rezeptoren auf der Arbeit
19.10.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie