Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

11.000 nichteinheimische Arten erobern Europa - erste umfassende Übersicht erschienen

21.11.2008
Zum ersten Mal liegt eine umfassende Übersicht über die in Europa anwesenden nichteinheimischen Arten sowie über ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft vor.

Mehr als 11.000 nichteinheimische Arten wurden im Rahmen des DAISIE-Projektes (Delivering Alien Invasive Species Inventory for Europe) dokumentiert, ein einmaliges Dreijahresprojekt von über 100 europäischen Wissenschaftlern, das von der Europäischen Union finanziert wurde und nun neues Wissen über biologische Invasionen in Europa vorlegt.

Biologische Invasionen durch nichteinheimische Arten verursachen häufig beträchtlichen ökonomischen Schaden, sowie Verluste an biologischer Diversität und ökologischen Funktionen in den betroffenen Ökosystemen.

Keine harmlosen Besucher

Die Mehrzahl dieser über 11.000 nichteinheimischen Arten verursachen keine Schäden. Rund 15 Prozent der Arten führen jedoch zu ökonomischen Schäden. Ebenfalls 15 Prozent der Arten beeinträchtigen die biologische Diversität, d.h. sie betreffen die Umwelt, einzelne Lebensräume, einheimische Pflanzen, Tiere oder Mikroorganismen. Dies ergaben die Untersuchungen, die auf der kürzlich eröffneten Internetplattform http://www.europe-aliens.org und im DAISIE-Buch "Handbook of alien species in Europe" vorgestellt werden.

Wissen ermöglicht Handeln

Vor der Veröffentlichung der Ergebnisse des DAISIE-Projektes wurden sowohl Anzahl als auch Auswirkungen der Schäden durch nichteinheimische Arten in Europa vor allem außerhalb der Landwirtschaftszone und der Forstwirtschaft bzw. bei Arten, die nicht die menschliche Gesundheit beeinträchtigen, stark unterschätzt. Das Fehlen verlässlicher Angaben führte in vielen europäischen Staaten zu Passivität bei der Bekämpfung nichteinheimischer Arten, was sich zunehmend katastrophal auf Europas Biodiversität, Gesundheit und Wirtschaft auswirkt.

Warum brauchen wir diese Information?

Nichteinheimische Arten können einen bedeutenden Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt haben, da sie unter anderem neue Krankheiten übertragen können, Ökosystemprozesse verändern, die Biodiversität reduzieren, Kulturlandschaften beeinträchtigen, den Erholungswert der Landschaft und von Wasserflächen mindern können. Solch nichteinheimische Arten können Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen sein, die mit menschlicher Hilfe aus ihrem natürlichen Habitat in einen neuen Lebensraum verbracht wurden.

Erlaubt fundierte Entscheidungen

Die Informationen im DAISIE-Buch "Handbook of alien species in Europe", das diese Woche erschienen ist, und die im Internet frei zugängliche Datenbank sind äußerst wichtig im Kampf gegen biologische Invasionen in Europa. Das durch DAISIE verfügbare Wissen dient der Dokumentation aktueller Invasionen und erlaubt, neue Invasionen und ihr Ausmaß vorherzusagen. Wichtige Angaben zur Früherkennung, Ausrottung oder Kontrolle von Arten werden ebenfalls für Entscheidungsträger, Umweltplaner und weitere Betroffene zur Verfügung gestellt.

Publikation:
DAISIE (2009) Handbook of alien species in Europe. Springer, Dordrecht
ISBN 978-1-4020-8279-5, available by 17 November 2008
http://www.springer.com/life+sci/ecology/book/978-1-4020-8279-5
Weitere Informationen zum DAISIE "Handbook of alien species in Europe" sind erhältlich bei
Prof. Wolfgang Nentwig, Universität Bern, Schweiz, e-mail wolfgang.nentwig@zos.unibe.ch, Telefon 0041-31-631-4520
Dr. Montserrat Vilà, Estación Biológica de Doñana, Sevilla, Spain, e-mail montse.vila@ebd.csic.es, telephone +34 954-232340 ext. 123
Dr. Petr Pyšek, Institute of Botany, Pr?honice, Academy of Sciences of the Czech Republic, Praha, e-mail pysek@ibot.cas.cz, telephone +420 271015266
Prof. Philip E. Hulme, National Centre for Advanced Bio-Protection Technologies,

Lincoln University, New Zealand, e-mail hulmep@lincoln.ac.nz, telephone (64) (3) 325 3696 ext. 8317

Weitere Informationen zum DAISIE-Projekt sind erhältlich bei
Dr. Melanie Josefsson, Swedish Environmental Protection Agency, e-mail melanie.josefsson@snv.slu.se, telephone +46 8 698 1541
Dr. David Roy, Biological Records Centre, CEH Wallingford, United Kingdom,
e-mail dbr@ceh.ac.uk, telephone :+44 1491 692517
Weitere fachliche Informationen:
Dr. Stefan Klotz
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0345-558-5302
http://www.ufz.de/index.php?de=14699
und
Dr. Ingolf Kühn
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0345-558-5311
http://www.ufz.de/index.php?de=821
oder
Tilo Arnhold (UFZ- Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1269
E-mail: presse@ufz.de
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 900 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Tilo Arnhold | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.ufz.de/index.php?de=17394
http://www.europe-aliens.org
http://www.ufz.de/index.php?de=17176

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen
16.01.2018 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

nachricht Leuchtende Echsen - Knochenbasierte Fluoreszenz bei Chamäleons
15.01.2018 | Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften