Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WissGrid: Digitale Forschungsnetzwerke für unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen

17.09.2009
Dezentralen Zugang zu Forschungsdatenbanken erleichtern - BMBF-Förderung für Projekt WissGrid

Entwicklung und Aufbau virtueller Forschungsnetzwerke mit hochleistungsfähigen Rechnerressourcen und darauf aufbauende Dienste (Grids) ist Ziel der bundesweiten D-Grid-Initiative.

Die Nutzer erhalten so unabhängig von ihrer Ausstattung vor Ort Zugriff auf eine hohe Rechenleistung, Daten, Dienste und Inhalte der am Netzwerk beteiligten Forschungseinrichtungen. In dem Teilprojekt WissGrid werden Erfahrungen beim Aufbau solcher digitaler Forschungsnetzwerke aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gebündelt. Das Verbundprojekt unter Leitung der Universität Göttingen ist im Mai 2009 gestartet und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis Ende April 2012 mit knapp drei Millionen Euro gefördert.

Die Verbundpartner in WissGrid aus Astronomie, Biomedizin, Klimaforschung, Geisteswissenschaften und Hochenergiephysik befassen sich mit drei Schwerpunkten: Zum einen werden Instrumente und Strukturen in Form von Blaupausen als "Best-Practices" entwickelt, um Forschergruppen aus verschiedenen Disziplinen den Einstieg in die Grid-Technologie zu erleichtern. Auf dem zweiten Gebiet erarbeiten sie Konzepte für die Langzeitarchivierung wissenschaftlicher Daten, so dass diese für neue Forschungsvorhaben langfristig wieder verwendbar sind. Dazu gehört auch die prototypische Entwicklung eines Forschungsdatenarchivs einschließlich einiger relevanter Dienste. In einem dritten Schwerpunkt wird ein organisatorischer und finanzieller Rahmen geschaffen, in dem Wissenschaftler ihre Anforderungen gezielt und fächerübergreifend in eine übergreifende IT-Dienstestruktur einbringen können.

Die Verbundpartner haben seit 2005 in fachspezifischen Projekten die für ihre wissenschaftlichen Fachgebiete relevanten Infrastrukturkomponenten erarbeitet und in Pilotprojekten im laufenden Betrieb erproben können. Mit WissGrid wird, aufbauend auf der Expertise der einzelnen Verbundpartner, gemeinsam die Infrastruktur für Rechnerleistung, Speicher und Dienste für Wissenschaftler aller Fachrichtungen bereitgestellt. Durch den intensiven Einsatz von Informationstechnologie, den exponentiell zunehmenden Datenmengen und Anforderungen an deren Auswertung in allen Wissenschaftszweigen haben dafür Forscher weltweit einen stetig wachsenden Bedarf.

Erfahrungen konnte die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) bereits im Projekt TextGrid sammeln, in dem Grid-Dienste für die Geisteswissenschaften entwickelt werden. TextGrid hat eine fächerübergreifende vernetzte Forschungsplattform geschaffen, die unter anderem Werkzeuge für verschiedene Arten von Textverarbeitung zur Verfügung stellt. Außerdem kann damit der Zugang zu Daten und Inhalten ermöglicht werden.

Ein Ergebnis des von der Universitätsmedizin Göttingen geleiteten MediGRID-Projektes ist es, den in den Biowissenschaften nach wie vor steigenden Bedarf an Rechnerleistung sowie kollaborativen Zugriffs auf wissenschaftliche Datensammlungen und entsprechende Dienste zu bedienen. Hierzu wurden verschiedene Werkzeuge und Methoden entwickelt, die jetzt im WissGrid-Projekt für einen größeren Kreis von Wissenschaftlern bereitgestellt werden sollen.

Die Göttinger Projekte haben dabei die technische Infrastruktur bei der Gesellschaft für Wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen gebündelt. In diesem Kontext wurde das Göttinger Grid-Ressourcenzentrum 2008 offiziell in Betrieb genommen.

An dem Verbundprojekt WissGrid sind neben der Universität Göttingen, der Universitätsmedizin Göttingen und der SUB auch die Universitäten Wuppertal, Dortmund, Heidelberg, München, Stuttgart und Trier sowie weitere Forschungseinrichtungen beteiligt. Zu ihnen gehören das Alfred-Wegener-Institut (Bremerhaven), das Astrophysikalische Institut (Potsdam), das Deutsche Elektronen-Synchrotron und die Deutsche Klimarechenzentrum GmbH (beide Hamburg) sowie das Institut für Deutsche Sprache (Mannheim) und das Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik (Berlin).

Kontaktadresse:
Dr. Heike Neuroth
Georg-August-Universität Göttingen
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
Sprecherin des WissGrid-Steuerungsgremiums
Papendiek 14, 37073 Göttingen
Telefon (0551) 39-3866
E-Mail: info@wissgrid.de

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissgrid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten