Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Magdeburg an einem der größten Forschungsprojekte Europas beteiligt

15.02.2013
Informatiker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeiten im Human Brain Projekt an der Simulation des menschlichen Gehirns

Informatiker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) sind am größten Forschungsprojekt Europas, dem Human Brain Projekt (HBP) zur Erforschung des menschlichen Gehirns, beteiligt.

Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen aus ganz Europa und Übersee werden über die nächsten zehn Jahre neurowissenschaftliche und biologische Daten zusammentragen und so das gesamte bestehende Wissen über das menschliche Hirn zusammenfassen. Darunter sind Forscher aus der Schweiz, Israel, den USA und Deutschland, wie das Forschungszentrum Jülich, die Universitäten Heidelberg, Tübingen, München, Berlin, Magdeburg und Dresden.

Ihr Ziel ist es, mit supercomputerbasierten Modellen und Simulationen die Mechanismen des menschlichen Gehirns zu rekonstruieren und zu simulieren. Dazu müsste Schätzungen zufolge eine Datenflut von 10 hoch 18 Rechenoperationen pro Sekunde bewältigt werden.

Die Wissenschaftler versprechen sich davon einerseits neue Ansätze bei der Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Gehirns, andererseits auch die Entwicklung völlig neuer Computer- und Robotertechnologien. Auf der Grundlage des Mechanismus des menschlichen Gehirns sollen Computer- und Schaltkreise für Roboter und die Programmierung hochkomplexer Rechnersysteme entwickelt werden, um ihnen quasi „menschliches Denken“ beizubringen.

Die Wirtschaftsinformatikerin der Fakultät für Informatik der Universität Magdeburg, Prof. Myra Spiliopoulou, wird in das Projekt Data-Mining-Methoden für dynamische Umgebungen beisteuern. Unter Data-Mining – deutsch etwa: „aus einem Datenberg etwas Wertvolles extrahieren“ – versteht man die systematische Anwendung statistischer Methoden auf einen Datenbestand mit dem Ziel, neue Muster zu erkennen.

Innerhalb ihres DFG-Projektes IMPRINT arbeitet das Team um Prof. Spiliopoulou an Methoden zur Modellierung der Evolution von sich verändernden strukturierten Objekten. Das können Kunden eines Unternehmens sein, deren Präferenzen sich ändern oder auch Patienten mit einer chronischen Erkrankung, deren Verlauf modellhaft beschrieben werden soll. Solche Objekte können aber eben auch Formationen im Gehirn sein, die sich im Laufe der Zeit verändern.

„Zum menschlichen Gehirn werden weltweit Daten und Serien von Bildern erfasst, oftmals über längere Zeiträume. Die Zeit spielt eine sehr wichtige Rolle, um zu verstehen, wie sich Durchblutungsstörungen und andere krankhafte Veränderungen auf die Leistungen des Gehirns auswirken. Die Daten, die dafür analysiert werden sollen, sind strukturiert und sehr komplex. Die Arbeitsgruppe KMD forscht genau an den Mining-Methoden, die für die Analyse dieser Daten notwendig sind“, beschreibt Prof. Spiliopoulou ihre Arbeit.

Ende Januar 2013 hat die europäische Kommission den Zuschlag für das Human Brain Projekt (HBP) als eines ihrer beiden FET-Flaggschiffprojekte bekannt gegeben. An dem über einen Zeitraum von zehn Jahren angelegten Projekt sind über 80 europäische und internationale Forschungseinrichtungen beteiligt. Koordiniert wird es an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) in der Schweiz.

Ansprechpartner:
Dr. Georg Krempl, Institut für Technische und Betriebliche Informationssysteme (ITI), Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: 0391 67-58173, E-Mail: georg.krempl@iti.cs.uni-magdeburg.de

Katharina Vorwerk | idw
Weitere Informationen:
http://www.humanbrainproject.eu/
http://www.uni-magdeburg.de/professoren_Spiliopoulou.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Spielend üben für den Berufsalltag
26.03.2015 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

nachricht Intelligente Materialien und Forschende mit Unternehmergeist
19.03.2015 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: FiberLab-Roboter begeistert auf Photonics West in San Francisco

Mit ihrem „humanisierten“ Roboter zeigten Anna Lena Baumann und Wolfgang Schade erstmalig die erfolgreiche Umsetzung der 3D-Navigation über eine neuartige Lasermethode, der Standard Single-Mode-Glasfaser. Mehr als 17.000 Teilnehmer konnten den Roboter und FiberLab, das erste Projekt des Photonik Inkubators in Göttingen, auf der Photonics West in San Francisco kennen lernen.

Mit Hilfe eines in die Kleidung eingenähten Fasersensors wurden Armbewegungen eines Probanden dokumentiert und nach entsprechender Auswertung an den Roboter...

Im Focus: Femto Photonic Production: Neue Verfahren mit Ultrakurzpulslasern für die Fertigung von morgen

Für die deutsche Wirtschaft spielt die Lasertechnik eine herausragende Rolle: Etwa 40 Prozent der weltweit verkauften Strahlquellen und 20 Prozent der Lasersysteme für die Materialbearbeitung stammen aus Deutschland.

Beim Einsatz von Lasern in der Produktion sind deutsche Unternehmen führend. Diese Stärken gilt es zu erhalten und auszubauen. Deswegen hat das...

Im Focus: Theorie der starken Wechselwirkung bestätigt: Supercomputer bestimmt Neutron-Proton-Massendifferenz

Nur weil das Neutron ein klein wenig schwerer ist als das Proton, haben Atomkerne genau die Eigenschaften, die unsere Welt und letztlich unsere Existenz ermöglichen.

80 Jahre nach der Entdeckung des Neutrons ist es einem Team aus Frankreich, Deutschland und Ungarn unter Führung des Wuppertaler Forschers Zoltán Fodor nun...

Im Focus: Neurochip für die Hirnforschung erfolgreich im Markt

Neues Mess- und Stimulationssystem nimmt die Kommunikation von Nervenzellen in Echtzeit auf und ermöglicht damit lang erhoffte Grundlagenforschung

Für die Enträtselung neurologischer und neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Depression oder verschiedene Erblindungsformen verspricht ein...

Im Focus: Klassisch oder nicht? Physik der Nanoplasmen

Die Wechselwirkung von intensiven Laserpulsen mit Partikeln auf einer Nanometer-Skala resultiert in der Erzeugung eines expandierenden Nanoplasmas.

In der Vergangenheit wurde die Dynamik eines Nanoplasmas typischerweise durch klassische Phänomene wie die thermische Emission von Elektronen beschrieben. Im...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

THETIS - Branchentreff für Meeresenergien

27.03.2015 | Veranstaltungen

1. HAMMER BIOENERGIETAGE

27.03.2015 | Veranstaltungen

Technologietag bei der SCHOTT AG - Neue Strukturierungstechnologien für Dünngläser

26.03.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Motormanagement-System kommuniziert per Modbus

27.03.2015 | HANNOVER MESSE

Ein Elektron auf Tauchgang

27.03.2015 | Physik Astronomie

Material für dichtere Magnetspeicher

27.03.2015 | Materialwissenschaften