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Universität Erfurt an Modellprojekt zum Potenzialtransfer beteiligt

26.09.2011
Im Rahmen des Wettbewerbs „Wissensmanagement in KMU und Regionen Thüringens“ beteiligt sich die Universität Erfurt seit September an einem Modellprojekt „Potenzialtransfer“, das – gefördert durch die Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH (GfAW) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) – das Ziel verfolgt, an- und ungelernte Mitarbeiter in Unternehmen der Region durch bedarfsgerechte Vermittlung des zusätzlich benötigten Fachwissens zum anerkannten Berufsabschluss zu führen. Neben der Universität Erfurt sind auch die VHS-Bildungswerk in Thüringen GmbH als Projektleiter und die Eichenbaum GmbH aus Gotha am Projektverbund beteiligt.

Die demografische Entwicklung und der damit einhergehende drohende Fachkräftemangel sind intensiv diskutierte Themen am Arbeitsmarkt, in Politik und Wissenschaft. Gerade in Thüringen ist diese Thematik hochbrisant: Viele ältere Fachkräfte gehen den Unternehmen mit beginnendem Ruhestand verloren – und mit ihnen wertvolles Wissens, das für die Betriebe wichtig ist und deren Fortbestand sichert.

In vielen Unternehmen sind an- und ungelernte Arbeitnehmer beschäftigt – laut Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich 8,4% in Thüringen (Stand 30.09.2010). Sie sind durch weitreichende berufliche Kenntnisse und Erfahrungen Träger wertvollen Wissens im Unternehmen. Der formale Facharbeiterabschluss fehlt ihnen jedoch und oftmals sind sie nicht flexibel genug im Unternehmen einsetzbar. Hier setzt das Modellprojekt „Potenzialtransfer“ an: Auf der Basis der vorhandenen beruflichen Kenntnisse und der Berufserfahrung wird das Wissenspotenzial der An- und Ungelernten ermittelt und durch bedarfsgerechte Weiterqualifizierung ausgebaut. Fehlende Kenntnisse und Fachwissen werden dabei den Anforderungen des spezifischen Berufsbildes entsprechend vermittelt. Die Beschäftigten werden so auf den vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten aufbauend durch berufsbegleitende Nachqualifizierung zur Externen-Prüfung der Kammer herangeführt, durch die sie den anerkannten Berufsabschluss erwerben. Der individuell abgestimmte Unterricht erfolgt dabei in eigens dafür entwickelten Modulen am Arbeitsplatz sowie in den Fachkabinetten des Projektverbundes. Nach dem erfolgreichen Berufsabschluss profitieren die Unternehmen so von ausgebildeten und motivierten Fachkräften in ihrer Belegschaft.

„Der Projektansatz bietet den Unternehmen in Thüringen einen innovativen Weg, ihren Fachkräftebedarf längerfristig zu sichern“, sagt Tom Schröter, Projektmitarbeiter im Fachgebiet Berufspädagogik und berufliche Weiterbildung der Universität Erfurt. „Zudem eröffnet es den An- und Ungelernten eine Möglichkeit, einen versäumten oder abgebrochenen Berufsabschluss nachträglich zu erwerben.“ Die Teilnahme ist dabei für die Unternehmen und ihre Beschäftigten kostenlos – lediglich die Freistellung für die Nachqualifizierung ist erforderlich. Durch wissenschaftliche Begleitung und Aufbereitung der gewonnenen Erfahrungen werden weiterhin wertvolle Erkenntnisse auf dem Gebiet der beruflichen Nachqualifizierung gewonnen, die dazu beitragen, einen Transfer in die Praxis zu gewährleisten. Interessierte Unternehmen sind herzlich willkommen!

Nähere Informationen / Kontakt:
Universität Erfurt
Tom Schröter / Patrick Schaar
Tel: 0361/737-2074
VHS-Bildungswerk in Thüringen GmbH
Volker Alsdorf
Tel: 03621/2329-25
Eichenbaum GmbH
Bernhard Groß
Tel: 03621/510-406

Carmen Voigt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de/

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