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Das Tropengewächshaus der Uni Kassel wird Ort globalen Lernens

11.01.2010
Das Witzenhäuser Tropengewächshaus der Universität Kassel wird zum wissenschaftlich erprobten Lernort für Kinder und Jugendliche. Es ist Teil eines Projekts, in dem Botanischen Gärten in Deutschland auf ihre Eignung untersucht werden, Lernorte zu sein für nachhaltige Verbindung von Wirtschaftlichkeit, Natur und sozialer Gerechtigkeit.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt die Aktion "Globales Lernen an lokalen Lernorten in botanischen Gärten" mit rund 325.000 Euro. DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde übergab heute die Bewilligung an Prof. Dr. Susanne Menzel von der Universität Osnabrück und Prof. Dr. Bernd Overwien von der Universität Kassel.

Das Bildungsprojekt soll im Botanischen Garten Osnabrück, im Forstbotanischen Garten Tharandt in Dresden und im Tropengewächshaus in Witzenhausen erprobt werden und dann deutschlandweit starten.

Straßen und Wohngebiete verdrängen natürliche Landschaften, Fangflotten fischen die Meere leer, und eingeschleppte Tierarten aus Asien, Australien und Amerika verdrängen heimische Tiere und Pflanzen. Viele Ökosysteme drohen zusammenzubrechen. Der Klimawandel verschärft zusätzlich die Situation. Grund genug, Kindern und Jugendlichen den Verlust biologischer Vielfalt zu erklären und sie als Beschützer dieses Reichtums zu gewinnen. "In Botanischen Gärten und Freilichtmuseen gibt es die Möglichkeit, den jungen Besuchern auf vielfältige Weise die Natur und ihre Beziehungen zum Menschen nahe zu bringen", sagte Brickwedde. Nirgendwo sonst sei es so einfach und nahe liegend, die Einzigartigkeit und auch Bedrohung der Umwelt zu vermitteln, als dort, wo man die Natur hautnah sehen und erleben könne.

"Das Fachwissen der Mitarbeiter und die kultivierten Anlagen machen Botanische Gärten zu ausgezeichneten Lernorten. Jedoch reichen die klassischen Umweltbildungsangebote zu einem umfassenden biologischen Wissen oft nicht mehr aus", weiß Prof. Dr. Susanne Menzel der Abteilung Biologiedidaktik der Universität Osnabrück. Neben Pflanzenkunde müssten ebenso wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Verantwortung im Sinne einer unbelasteten Umwelt in das praktische Lernen einfließen. Das neue DBU-geförderte Konzept soll diese Bildungslücken schließen.

In mehreren Schritten sollen bereits bestehende Programme zu Bildung nachhaltiger Entwicklung in Botanischen Gärten ermittelt, verbessert und neu entwickelt werden. "In drei Gärten in Deutschland wollen wir die neuen Bildungsangebote von geschulten Experten probeweise an die Schüler weitergeben", so Prof. Dr. Bernd Overwien der Universität Kassel. Rund 3.000 Fünft- bis Zehntklässler von Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien soll das Bildungskonzept erreichen. Die gerechte Nutzung natürlicher Ressourcen und nachwachsender Rohstoffe, die Ökologie und der Naturschutz am Beispiel des Regenwaldes sowie die Problematik um heimatfremde Pflanzen sollen in den Parks vermittelt werden. "Botanische Gärten verfügen über umfangreiche Sammlungen exotischer Pflanzen, die ein idealer Anknüpfungspunkt für Globales Lernen sein können. Jede Pflanze hat eine Geschichte, die erzählt werden will! So werden globale Aspekte an lokalen Lernorten erlebbar" führen Menzel und Overwien weiter aus.

Info
Prof. Dr. Bernd Overwien
tel: (0561) 804 3114/3134
e-mail: bernd.overwien@uni-kassel.de
Universität Kassel
FB 05 Gesellschaftswissenschaften

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

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