Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichere Systeme aus München

05.07.2011
Die Münchner Projektgruppe Sicherheit und Zuverlässigkeit des Fraunhofer SIT ist seit 1. Juli eine selbstständige Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit. Dies beschloss der Senat der Fraunhofer-Gesellschaft.

In München arbeiten die Forscher daran, die Sicherheit von Cloud-Computing und Eingebetteten Systemen zu erhöhen. Weitere Ziele sind, Produktpiraterie zu verhindern oder vernetzte kritische Infrastrukturen zu schützen.

Nicht nur in Computer und Handy steckt Informationstechnologie. Mittlerweile sind alle Lebensbereiche von IT durchdrungen, so ist etwa das Auto heute ein fahrender Großrechner mit mehr als 80 kleinen Computern. Anwendungen wandern von der eigenen Festplatte in die Cloud, auf die Server eines Dienstleisters.

Dass diese Anwendungen sicherer und zuverlässiger werden, daran arbeiten Forscher in Garching bei München. Der Münchner Teil des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT ist jetzt selbständig und hat einen neuen Namen: »Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit, Fraunhofer Research Institution for Applied and Integrated Security AISEC.«

Prof. Claudia Eckert, langjährige Leiterin des SIT in Darmstadt, wird die neue Einrichtung leiten. Zusammen mit ihrem Sicherheitsteam hat sie innerhalb der vergangenen zwei Jahre sehr erfolgreich neue Forschungs- und Entwicklungsbereiche in München aufgebaut. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie fördert den Aufbau der Einrichtung mit einer Anschubfinanzierung. Seit Juni 2010 wird Prof. Eckert von Prof. Georg Sigl, der 18 Jahre Industrieerfahrung im Design eingebetteter sicherer Systeme mitbringt, beim Aufbau unterstützt.

Die Sicherheitsexperten forschen an den Themen Eingebettete Sicherheit, Produkt- und Know-how-Schutz ebenso wie Netzwerksicherheit, Cloud-Sicherheit, digitale Identitäten und Schutz der Privatsphäre. »Die hohe Nachfrage aus der Industrie bestätigt, dass wir mit den aktuellen Themen den Industrie-Bedarf optimal erfüllen«, erläutert Sigl.

Bereits heute arbeiten am Münchner Standort über 60 exzellent ausgebildete Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. »Mit einem Mix aus Informatikern, Elektrotechnik-Ingenieuren, Mathematikern und Betriebswirten bieten wir ein deutschlandweit einzigartiges Kompetenz- und Technologie-Profil, um unseren Kunden individuell zugeschnittene Lösungen für eine integrierte Systemsicherheit anzubieten«, betont Eckert.

Gemeinsam mit Unternehmen und der öffentlichen Hand entwickeln die Sicherheitsexperten verlässliche, vertrauenswürdige und manipulationssichere IT-Systeme. Zu den Partnern gehören etwa Infineon, BMW, Giesecke & Devrient, Telekom, NSN, SIEMENS, die Deutsche Post, Salesforce, Fujitsu und auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI. »Indem wir in Darmstadt vorwiegend Fragen der Sicherheit von Software und Anwendungen behandeln und in München komplette Systemsicherheitslösungen anbieten, können wir der Nachfrage der Industrie nun in allen Aspekten nachkommen«, so Fraunhofer-Forschungsvorstand Prof. Ulrich Buller.

Die Einrichtung kooperiert eng mit der TU München. An der Fakultät für Informatik hat Prof. Eckert den Lehrstuhl für Sicherheit in der Informatik inne. An der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik baut Prof. Sigl den Lehrstuhl für Sicherheit in der Informationstechnik auf. »Unsere Expertise in der integrierten Systemsicherheit wird in Zukunft stark gefordert und nachgefragt sein, wenn das Internet der Dinge mit dem Internet der Dienste zusammenwächst. Unternehmen, die bisher mit weitgehend isoliert betriebenen Systemen produziert haben, etwa im Flugzeug- oder Automobilbau, werden sich den dann entstehenden Cyber Physical Systems öffnen und verstärkt Sicherheitsinfrastrukturen aufbauen«, sind Eckert und Sigl überzeugt.

»Wir werden in den kommenden Jahren unseren Weg fortsetzen und unsere Forschungsbereiche gezielt ausbauen. Zwei Schwerpunkte sind die Themen SmartGrid und SmartMobility inklusive Automotive-Security und Elektromobilität. Auch unsere Test- und Demonstrationslabore für Hardware-Sicherheit, Netzwerksicherheit und Cloud-Sicherheit werden kontinuierlich erweitert«, sagt Eckert.

Britta Widmann | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik