Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schüler lernen mit der Mathematik, die Welt zu verstehen

02.09.2009
Wer Mathematikunterricht nur damit verbindet, dass man Gleichungen ausrechnet und Formeln herleitet, der ist nicht am Puls der Zeit.

Denn heutzutage sollen Schüler vielmehr lernen, wie ganz unterschiedliche Probleme in der realen Welt mit Hilfe der Mathematik gelöst werden können.

Damit auch an den weiterführenden Schulen im Saarland diese neue Sicht auf die Mathematik gelehrt wird, hat das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) in Zusammenarbeit mit Anselm Lambert, Professor für die Mathematik und ihre Didaktik der Universität des Saarlandes, ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Lehrer gestartet.

Das so genannte Kosinus-Programm stellt Professor Lambert anlässlich der Jahrestagung des Landesverbandes Saar des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts e.V. (MNU) am 4. September auf dem Universitäts-Campus (Geb. E2 5) vor.

Im Mathematikunterricht lernen Schüler heute nicht nur, die Rechenaufgaben des täglichen Lebens zu bewältigen, etwa beim Einkauf oder dem Hausbau. Sie werden auch mit aufwändigeren Berechnungen konfrontiert, wenn sie sich zum Beispiel mit der Klimaforschung oder Genetik beschäftigen. Auch bei diesen Themen geht es darum, mit den Methoden der Mathematik die Wirklichkeit zu erklären. Denn nur wer eine mathematische Formel anwenden kann, wird sich komplexere Herleitungen merken und diese dann auf ähnliche Probleme übertragen können. Diese Erkenntnisse aus der Bildungsforschung hat die Kultusministerkonferenz (KMK) in den vergangenen Jahren in Bildungsstandards für den Mathematikunterricht übertragen. Das Kosinus-Programm will die Einführung dieser Standards an saarländischen Schulen Einzug begleiten.

Die Abkürzung Kosinus steht für "Kompetenzen stärken im Mathematikunterricht der Sekundarstufen im Saarland". Im Unterschied zu ähnlichen Angeboten in anderen Bundesländern nehmen nicht nur einige Lehrer pro Schule zentral an einer Fortbildung teil. Für das Kosinus-Projekt müssen sich die Mathematiklehrer einer Schule gemeinsam bewerben und erhalten dann in ihrer Schule vier ganztägige Fortbildungsveranstaltungen. Diese werden von Mathematiklehrern geleitet, die zuvor am Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik an der Universität des Saarlandes ausgebildet wurden. Durch die wissenschaftliche Begleitung wird gewährleistet, dass die Fortbildung auf hohem Niveau angeboten wird und den aktuellen Forschungsstand mit einbezieht.

"Der Mathematikunterricht, bei dem ein Lehrer frontal unterrichtet und fertige Inhalte an die Tafel schreibt, ist nicht mehr zeitgemäß. Auch das mechanische Üben dieser Inhalte trägt nicht dazu bei, sie zu festigen, wenn der Schüler dabei nicht verstanden hat, worauf sich die Formeln überhaupt anwenden lassen", erläutert Professor Anselm Lambert das Umdenken in der Didaktik. Es geht vielmehr darum, das Interesse und die Neugier für mathematische Themen zu wecken und das eigenständige Ideengebäude der Mathematik spielerisch zu erkunden. Einige Lehrer müssten dafür umdenken und althergebrachte Vorstellungen über Bord werfen. "Wir geben daher in der Fortbildung viel Raum, um neue Konzepte auszuprobieren und begleiten die Lehrer auch auf längere Zeit im schulischen Alltag", sagt Lambert.

Kern des Kosinus-Programms ist es auch, die Teamarbeit im Lehrerkollegium zu fördern und die Kommunikation innerhalb einer Schule zu verbessern. Die Lehrer sollen sich über den Unterricht austauschen und gemeinsam in Arbeitsteilung Unterrichtsreihen vorbereiten und Datenbanken mit Materialien erarbeiten. "Wir gehen davon aus, dass dies nicht nur die Arbeitsgrundlagen jedes einzelnen Lehrers verbessert, sondern auch seine Motivation steigern wird, wenn er dann gemeinsam mit dem Kollegium die schrittweise Erfolge an der eigenen Schule sehen kann", sagt Professor Lambert.

Fragen beantworten:

Universität des Saarlandes
Prof. Dr. Anselm Lambert
E-Mail: lambert@math.uni-sb.de
Tel: 0681/302- 6635
Universität des Saarlandes
Matthias Römer
E-Mail: mroemer@lpm.uni-sb.de
Tel: 0681/302- 6637
Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM):
Heinz Dabrock, hdabrock(at)lpm.uni-sb.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und Studierenden der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Technische Angaben: MPEG Layer 2, 48 KHz, 64 KBit/s, mono (CDQ-1000-Modus). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.lpm.uni-sb.de/typo3/index.php?id=1109
http://www.uni-saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie