Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Österreichischer Forschungsrat stellt "Strategie 2020" vor

25.08.2009
Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hat am 24. August 2009 seine „Strategie 2020“ für das nationale Innovationssystem präsentiert.

Darin sind Anregungen und Empfehlungen, die vom 14. Mai bis zum 7. Juni 2009 zum Entwurf abgegeben wurden ebenso berücksichtigt wie die Ergebnisse der externen Systemevaluierung sowie jene des vom BMWF durchgeführten Forschungsdialogs. In einer ersten Stellungnahme begrüßte die Österreichische Forschungsfördergesellschaft (FFG) die neue Strategie.

Die Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Henrietta Egerth und Klaus Pseiner begrüßten die Strategie 2020 des Forschungsrates als wertvolles Grundsatzpapier für die künftige Entwicklung der österreichischen Forschungs- und Innovationspolitik. Sie behandele wesentliche Fragestellungen zur Weiterentwicklung des Standortes Österreich und sei eine wichtige Basis zur Formulierung einer verbindlichen Forschungs- und Innovationsstrategie. Erfreulich aus Sicht der FFG ist der zentrale Stellenwert, der dem Bereich Humanressourcen eingeräumt wird.

"Hier wurde von der FFG in Kooperation mit den Eigentümerressorts in letzter Zeit eine Reihe von neuen Förderungsangeboten entwickelt", so FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. Ebenso unterstützt die FFG die Forderung nach einer stärkeren Fokussierung auf risikobetonte Forschung.

Ziel der Strategie ist es, Österreich in den kommenden Jahren als erfolgreiche und international anerkannte Innovationsnation zu etablieren. Dieser Vision entsprechend legte der Forschungsrat seine Vorschläge und Empfehlungen für die künftige Forschungs- und Innovationspolitik vor. Diese sollen – gerade auch in den Turbulenzen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise – der generellen Orientierung dienen.

Ziel ist nach wie vor, Österreich vom „Innovation Follower“ zum „Innovation Leader“ zu machen, d.h. unter die ersten drei Nationen im Ranking zu kommen. Bereits heute zählt Österreich zu den wenigen Ländern in der EU, die eine realistische Chance haben, die im Barcelona- bzw. Lissabon-Prozess vorgegebenen Zielmarken auf nationaler Ebene zu erreichen. Mit einer Forschungsquote von 2,73 Prozent im Jahr 2009 hat Österreich den EU-Durchschnitt bereits deutlich übertroffen.

Schwächen des nationalen Innovationssystems zeigen sich vor allem in der Transformation von Input in Output (d.h. Österreich steckt überdurchschnittlich viele Ressourcen in das FTI-System und generiert damit im Vergleich nur einen unterdurchschnittlichen Output) sowie in den unterdurchschnittlichen Werten beim Anteil der Bevölkerung mit tertiärem Bildungsabschluss und der Anzahl von naturwissenschaftlichen und technischen HochschulabsolventInnen.

Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es laut Rat grundlegender Reformen in den acht Strategieelementen:

• Menschen
• Gesellschaft
• Input/Output
• Infrastruktur
• Schwerpunkte
• Instrumente
• Governance
• Internationalisierung
Strukturbruch schafft neue Rahmenbedingungen
Die Tatsache, dass der momentane Strukturbruch in der Weltwirtschaft Angebots-, Produktions- und Nachfragestrukturen global deutlich verändern wird, schafft für FuE auch in Österreich neue Rahmenbedingungen (prognostizierter BIP-Rückgang um 4,3% für 2009; Industrie-Umsatzeinbrüche von 30% in Q1/2009; außenhandelsdefizit von 1 Mrd. € in Q1/2009). Die „Strategie 2020“ trägt diesem Umstand insoferne Rechnung, als dadurch bestimmte Planungskriterien anders bewertet werden müssen. So erachtet der Rat eine 3% Forschungsquote gemessen am BIP für das Jahr 2013 als Durchgangsziel und spricht sich dafür aus, die angestrebten 4% für 2020 neu zu bewerten. Zudem ist zu erwarten, dass sich die Relation der F&E-Finanzierung (2/3 Wirtschaft 1/3 öffentliche Hand) in einigen Ländern – auch in Österreich – in Richtung 50:50 verschieben wird. Dem entsprechend sollte die indirekte Forschungsförderung auf ein Instrument fokussiert werden – eine erhöhte Forschungsprämie (Korridor: 10-20%), die je nach Wirtschaftslage bedarfsorientiert festzulegen ist. Die nicht abgerufenen Beträge bei der indirekten Förderung sollten so rasch wie möglich in die direkte Förderung übergeführt werden.
FTI-Struktur 2013
Mehr Effizienz ist laut Strategie 2020 auch bei Österreichs FTI-Struktur gefordert: Der Rat spricht sich in diesem Zusammenhang für maximal zwei zuständige Fachressorts aus, die gemeinsam die Strategieebene bilden sollen. Darunter sollen die Lenkungsstrukturen der anwendungsorientierten Forschungsagenturen (FFG, AWS, Christian Doppler Forschungsgesellschaft) zusammengefasst werden. Die grundlagenorientierte Forschung umfasst in einer Verwaltungseinheit die Ludwig Boltzmann Gesellschaft, die ÖAW und den FWF. Damit wird jedoch keine zusätzliche Verwaltungsebene geschaffen – die bestehenden Lenkungsorgane agieren in Personalunion. Das stärkt Effizienz, Flexibilität und Synergien, da auch die finanziellen Mittel je nach Schwerpunkt bedarfsorientiert zugeordnet werden können.

Mit der Strategie 2020 wurden breit abgestimmte Empfehlungen unter Einbeziehung zahlreicher ExpertInnen aus den unterschiedlichsten Beriechen geschaffen, die der Politik als Grundlage für weiteres strategisches Planen und Handeln dienen soll, hält der Rat abschließend fest.

Quelle: Pressemitteilungen des Rats für Forschung und Technologieentwicklung / der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft

| FFG
Weitere Informationen:
http://www.rat-fte.at/aktivitaeten.html
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Meilenstein in der Forschung: Enabling Innovation
06.09.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

nachricht Max Planck School of Photonics: Nationales Exzellenznetzwerk für Photonikforschung ausgewählt
04.09.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften