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Neues EU-Projekt zu „Kinder und Wissenschaft“ startet

18.08.2011
Universität Tübingen ist mit Kinder-Uni und deren Außenstellen beteiligt.

In diesen Tagen wird die Europäische Kommission den Fördervertrag für eine neue Europäische Initiative unterzeichnen: „SiS-Catalyst - Children as Change Agents“ bringt 30 Partnerorganisationen aus 23 Ländern zusammen, die führend an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft agieren, darunter die Universität Tübingen (SiS = Science in Society).

Ziel ist es, die Begeisterung von Kindern und Jugendlichen für Wissenschaft und Forschung durch strategische Maßnahmen zu fördern. Koordiniert wird das Großprojekt von der University of Liverpool. Das Vierjahresprojekt wird mit 4 Millionen Euro aus dem 7. EU-Rahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration gefördert.

Die Universität Tübingen wirkt an dem Großprojekt über ihre Kinder-Uni und deren „Außenstellen“ in Kleinstädten auf dem Lande mit. Dieses Alleinstellungsmerkmal der Universität Tübingen wurde als eines von acht europäischen Best-Practise-Beispielen identifiziert und soll als Modell ausgearbeitet werden. Seit 2006 arbeitet die Universität Tübingen mit Kinderuni-Organisatoren in Weil der Stadt, Schramberg und Haiterbach zusammen und „exportiert“ dabei das Modell der Tübinger Kinder-Uni und deren Dozenten in diese Städte, in denen es keine Hochschule gibt. Im November 2011 wird eine vierte solche „Außenstelle“ in drei Dörfern auf der Schwäbischen Alb gegründet.

Die Entwicklung von erfolgreichen und innovativen Bildungsangeboten löst nicht nur bei Kindern und Jugendlichen einen Veränderungsprozess aus, sondern auch bei den beteiligten Institutionen. Genau hier setzt das Projekt SiS-Catalyst ein: Ziel ist es, mehr über die Vorstellungen und Ideen von Kindern und Jugendlichen über die Vermittlung Wissenschaft an Schulen, Universitäten und Kultureinrichtungen zu erfahren und diese Erkenntnisse nachhaltig in die Wissenschaftskommunikation einfließen zu lassen. So soll jenen eine Stimme gegeben werden, die von den zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen am meisten betroffen sein werden: von Fragen zu Klima und Umwelt über demographischen Wandel bis hin zu Migration und Globalisierung. Weil schon heute von der Wissenschaft Strategien zur Lösung dieser Probleme erwartet werden, soll der Dialog von Wissenschaftlern mit Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren intensiviert werden. Kinder agieren mit ihren Ideen, ihrem Wissen und ihrer Neugier als kompetente Partner an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft.

Dass Kinder auch in der Wissenschaftspolitik als wichtiger Teil der Gesellschaft wahrgenommen und gehört werden, ist erklärtes Ziel der Initiative „SiS-Catalyst“: Entscheidungen, die heute in der Politik getroffen werden, betreffen maßgeblich die Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von morgen. Aus diesem Grund wird eine Delegation von Kindern zur Europäischen Konferenz der Wissenschaftsminister im April 2012 in Bukarest reisen und dort den politischen Entscheidungsträgern ihre Vorstellungen präsentieren.

Im Rahmen von SiS-Catalyst werden Vorschläge und Richtlinien erarbeitet, wie Wissenschaftskommunikation auch bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche erreichen kann. Institutionen werden dabei unterstützt, in ihrem regionalen Kontext zu erkennen, welche Kinder einen erschwerten Zugang zu akademischer Bildung haben. Auf ihre Potentiale darf die Gesellschaft nicht länger verzichten. Angesichts kommender demographischer Veränderungen wird die Wissenschaft auf alle Talente angewiesen sein, um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern.

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de/

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