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Meyer-Krahmer: "Kohlendioxid als Rohstoff: Wie aus dem Aschenputtel eine Prinzessin werden kann"

27.07.2009
Staatssekretär gibt neues Förderprogramm zum Klimaschutz bekannt

Was fällt Ihnen beim Thema Kohlendioxid ein? Treibhausgas vielleicht, oder Klimakiller? Für die meisten Menschen jedenfalls weckt das Gas Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern anfällt, vor allem negative Assoziationen.

Dabei hat das Gas noch eine andere Seite: Kohlendioxid, so meinen nicht wenige Wissenschaftler, könnte sich wieder als Rohstoff einsetzen lassen. Gelingt dies, würde nicht nur die Klimabilanz besser ausfallen, sondern es wäre ein wirklicher Durchbruch erreicht. Noch steht die Forschung dazu am Beginn, dem will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) abhelfen: Das Ministerium startet das Forschungsprogramm "Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz - Chemische Prozesse und stoffliche Nutzung von Kohlendioxid". In den kommenden fünf Jahren stellt das Ministerium dafür insgesamt 100 Millionen Euro bereit.

Woher das neue Wachstum kommt: Die Hightech-Strategie

"Die Nutzung von Kohlendioxid als Rohstoff und die Entwicklung von Energie und Ressourcen schonenden Produktionsverfahren eröffnet neue, wichtige Wege für den Klimaschutz", sagte Staatssekretär Prof. Frieder Meyer-Krahmer am Mittwoch in Berlin. "Die chemische Industrie spielt dabei eine Schlüsselrolle, weil sie am Beginn von vielen Wertschöpfungsketten steht. Die Effekte, die sich durch eine effizientere Produktion erzielen lassen, wirken sich auf alle anschließenden Produktionsverfahren und Produkte aus."

Wissenschaftler sollen bei dem neuen Programm unter anderem Verfahren entwickeln, die Kohlendioxid als Basischemikalie nutzen. Großtechnisch wird Kohlendioxid zum Beispiel seit langem zur Synthese von Harnstoff eingesetzt, der als Düngemittel oder als Grundstoff für Harze verwendet wird. Zukünftige interessante Produkte mit Kohlendioxid im Herstellungsprozess sind vor allem hochwertige Polymere, die wichtige Grundstoffe für Dämmstoffe, Verpackungsmaterialien und für den Automobilbau sind. Weiterhin wollen die Forscher herausfinden, wie sich klimaschädliche Gase in der Produktion verringern lassen.

Das Programm bietet die Möglichkeit für internationale Forschungskooperationen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Europäischen Technologieplattform für Nachhaltige Chemie (SUSCHEM). Schließlich sollen auch Nachwuchsgruppen gefördert werden.

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

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