Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Leibniz-Forschungsverbünde (VIII von IX): „Gesundes Altern“

02.11.2012
Als Folge der rasanten Fortschritte in der Medizin ist in den letzten 100 Jahren der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung deutlich gestiegen.

Allerdings treten im Alter weiterhin verstärkt schwere Erkrankungen auf, so dass die wenigsten Menschen ihren letzten Lebensabschnitt gesund und selbstständig genießen können. Zudem wirft der erhöhte Anteil alter Menschen in der Gesellschaft gesellschaftliche und ökonomische Probleme auf.

Deshalb wird nach neuen, effektiven und praktikablen Ansätzen für ein möglichst gesundes Leben im Alter gesucht. Diesem Problem widmet sich in den kommenden fünf Jahren der disziplinübergreifende Leibniz-Forschungsverbund „Gesundes Altern“.

Für die meisten Menschen ist heute die hohe Lebenserwartung ab einem fortgeschrittenen Alter mit einer zunehmenden Anfälligkeit für chronische Erkrankungen erkauft. Am häufigsten sind kardiovaskuläre Leiden mit Arteriosklerose, Diabetes, chronische Gelenkveränderungen mit Dauerschmerz und Einschränkung der Beweglichkeit sowie Hirnabbauprozesse, etwa durch Alzheimer. Zusammen mit ebenfalls chronischen Erkrankungen wie Krebs, Atemwegsproblemen, Leberleiden und psychischen Erkrankungen und Instabilitäten ergibt sich das Bild der sogenannten Multimorbidität vieler Patienten über 65 Jahre. Diese überleben dank verbesserter medizinischer Betreuung länger. Damit wird deutlich, dass das vordringliche Ziel der Altersforschung nicht die gezielte weitere Erhöhung der Lebenserwartung an sich, sondern die Verlängerung der Lebenszeit in Gesundheit sein muss.

Die Entwicklung und Erprobung von neuen Therapie- und Präventionsansätzen in der Alterungsmedizin erfordert vor allem Kenntnis der biologischen Ursachen der Alterung. Komponenten dieser molekularen/biologischen Ursachen können selbst Ziele für neue Therapieansätze sein. Sie können gleichzeitig als Marker zur Beurteilung der Wirksamkeit von präventiven Ansätzen im Bereich Lebensführung und Ernährung verwendet werden.

Der erhöhte Anteil alter Menschen in der Gesellschaft wirft auch gesellschaftliche und ökonomische Probleme auf. So ist es unstrittig, dass Alterungsprozesse auch wesentliche gesellschaftliche Ursachen und Folgen haben. Mit Blick auf den gesundheitlichen Zustand im Alter und die Lebenserwartung von Menschen spielen deren sozio-ökonomische Lage und die sie umgebenden Umwelt-, Wohn- und Lebensbedingungen eine zentrale Rolle. Altersforschung kann daher nicht auf den Bereich der Biomedizin beschränkt sein, sondern erfordert die Zusammenarbeit verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen.

Das Ziel des Forschungsverbunds ist es, die biologischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Alterungsprozesses und deren Wechselwirkungen aufzuklären, um hierdurch neuartige Interventions- und Anpassungsstrategien zu entwickeln, die gesundes Altern nachhaltig fördern. Entsprechend ist das Forschungsprogramm in zwei Schwerpunkte gegliedert: (1.) Die Erforschung der biologischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Alterns, (2.) die Entwicklung und Bewertung von nachhaltigen Interventions- und Anpassungsstrategien.

Der Verbund vereint derzeit 22 Leibniz-Institute und ist für weitere Forschungseinrichtungen offen.

Sprecher des Leibniz‐Forschungsverbundes „Gesundes Altern“ sind Prof. Dr. Jean Krutmann, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung, Düsseldorf, und Prof. Dr. K. Lenhard Rudolph, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut, Jena.

Beteiligte Einrichtungen am Leibniz-Forschungsverbund „Gesundes Altern“

• Akademie für Raumforschung und Landesplanung - Leibniz-Forum für Raumwissenschaften (ARL), Hannover
• Institut für Epidemiologie und Präventionsforschung (BIPS), Bremen
• Deutsches Diabetes-Zentrum - Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (DDZ)
• Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE), Bonn
• Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Potsdam-Rehbrücke
• Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), Frankfurt a. M. und Berlin
• Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin
• Deutsches Primatenzentrum - Leibniz-Institut für Primatenforschung (DPZ), Göttingen
• Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ)
• Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN), Dummerstorf
• Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI), Jena
• Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Berlin
• Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI), Jena
• Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo)
• Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH (ILS), Dortmund
• Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), Dresden
• Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS), Dortmund und Berlin
• Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gGmbH (IUF)
• Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Berlin
• Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN), Magdeburg
• Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen
• Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim
Kontakt:
Dr. Katharina Beyen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
IUF – Leibniz-Institut für
umweltmedizinische Forschung
Tel.: 0211-3389216
beyen@uni-duesseldorf.de
Dr. Kerstin Wagner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
FLI - Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut
Tel.: 03641-656378
presse@fli-leibniz.de
http://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-forschungsverbuende/gesundes-altern/

Hintergrund:

Leibniz-Forschungsverbünde sind angelegt als fächergruppenübergreifende und für weitere Kooperationspartner offene, auf ein aktuelles Wissenschaftsproblem ausgerichtete, zeitlich befristete Zusammenschlüsse von Instituten. Die Leibniz-Forschungsverbünde sind damit das Instrument der Leibniz-Gemeinschaft, ihre Forschung strategisch weiter zu entwickeln und die Kompetenzen von Leibniz-Einrichtungen und weiteren Partnern zu bündeln. Leibniz-Forschungsverbünde sollen wissenschaftlich und gesellschaftlich aktuelle Aufgabenkomplexe aufgreifen und mit einem interdisziplinären Ansatz bearbeiten, der Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften mit Geistes- und Sozialwissenschaften verbindet.

Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft

Christian Walther
Tel.: 030 / 20 60 49 – 42
Mobil: 0173 / 513 56 69
walther@leibniz-gemeinschaft.de
Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
Mobil: 0174 / 310 81 74
herbort@leibniz-gemeinschaft.de
Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaft-liche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der WissenschaftsCampi -, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 16.500 Personen, darunter 7.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,4 Milliarden Euro.

Christoph Herbort-von Loeper | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie