Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zur Lehrkraft geeignet?

02.08.2011
WissenschaftlerInnen an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt haben in internationaler Kooperation das Laufbahnberatungsprogramm "Career Counselling for Teachers" entwickelt - und mittlerweile seit Jahren erprobt.

Die aktuelle bildungspolitische Debatte zeigt klar das Dilemma rund um Eignungstests für Lehramtsstudierende auf: Einerseits weiß man, dass es in absehbarer Zeit zu wenige Lehrkräfte geben wird, andererseits zeigen diverse Studien, dass zu viele LehrerInnen durch den Beruf überfordert sind, mit fatalen Folgen für sie selbst und ihre SchülerInnen. Dies zwingt die Planenden dazu, die Zugangssteuerung so zu gestalten, dass sie zwar schlecht geeignete Personen abhält, gut geeignete junge Menschen aber vermehrt zu einem Lehramtsstudium animiert.

Johannes Mayr vom Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt arbeitet bereits seit Jahren an Lösungen für das aktuell wieder umfangreich diskutierte Problem. Basierend auf Forschungen darüber, welche Kompetenzen zukünftige Lehrkräfte brauchen, hat er zusammen mit einem internationalen Team das Online-Beratungstool "Career Counselling for Teachers (CCT)" entwickelt. Unter www.cct-austria.at werden unter anderem Selbsterkundungsverfahren für junge Menschen angeboten, die damit herausfinden können, ob sie günstige Voraussetzungen für ein Lehrerstudium und den Lehrerberuf mitbringen.

Welche persönlichen Voraussetzungen sind also am wichtigsten, wenn man Lehrerin oder Lehrer werden möchte? "Am wichtigsten ist die Freude daran, junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung und in ihrem fachlichen Lernen zu begleiten. Diese Aufgabe fällt dann leichter, wenn man kontaktbereit und psychisch ausgeglichen ist - und wenn man selbst gern und zielgerichtet lernt", so Johannes Mayr zu seinen Forschungsergebnissen. Der Lehrerberuf sei ein anspruchsvoller, zugleich aber auch besonders befriedigender Beruf - wenn die individuellen Voraussetzungen für den Beruf gegeben sind.

Das Selbsterkundungsangebot CCT wird schon jetzt in Österreich, Deutschland und der Schweiz von zehntausenden Studieninteressierten genutzt. In Deutschland haben sich bisher alle Bundesländer, in denen eine Beratung vor Aufnahme des Lehrerstudiums obligatorisch ist, für CCT entschieden. In Österreich wird es von an allen Pädagogischen Hochschulen und mehreren Universitäten verwendet. Die Nutzungsvarianten reichen dabei vom verpflichtenden Ausfüllen der Fragebögen und dem Vorlegen einer Bestätigung bei der Immatrikulation bis zur Vorbereitung auf ein Eignungsgespräch.

"Sinnvollerweise schließt sich an die Bearbeitung von CCT ein von der Universität begleitetes Orientierungspraktikum an, in dem Studierende bereits im ersten Studienjahr konkret erproben können, ob ihnen der Lehrerberuf liegt; die Alpen-Adria-Universität leistet auch diesbezüglich Pionierarbeit. Falls es seitens der Bildungspolitik grünes Licht dafür gibt, lassen sich solche Erfahrungs- und Beratungsangebote mit selektiven Aufnahmetests nach finnischem Muster verbinden.", führt Johannes Mayr zu den weiteren Plänen aus.

Dr. Romy Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.cct-austria.at/
http://www.cct-germany.de/
http://cct-switzerland.ch/

Weitere Berichte zu: Alpen-Adria-Universität CCT Lehrerberuf Lehrerstudium Lehrkraft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie