Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaforschung mit dem Luftschiff

04.05.2012
Zeppelin NT untersucht Atmosphäre über Europa / Mission ist Teil des EU-Großprojektes PEGASOS / Schavan: „Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz“

In wenigen Tagen startet der bisher längste Einsatz des Zeppelins NT für die Klimaforschung. Bundesforschungsministerin Annette Schavan eröffnete heute in Friedrichshafen das Projekt gemeinsam mit dem Generaldirektor Forschung und Innovation der Europäischen Kommission, Robert-Jan Smits, und Vertretern der Wissenschaft.

Insgesamt zwanzig Wochen wird das Luftschiff quer durch Europa fliegen und die Luftzusammensetzung in den Niederlanden, Italien, über der Adria und schließlich 2013 über Finnland messen. Die von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich koordinierten Flüge sind Teil des EU-Großforschungsprojekts „PEGASOS“, (Pan-European-Gas-AeroSOl-Climate Interaction Study), das von der Europäischen Kommission im siebten Forschungsrahmenprogramm gefördert wird.

„Das europäische Großprojekt Pegasos und die Forschungsflüge des Zeppelins NT leisten einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und die moderne Nachhaltigkeitsforschung“, sagte Schavan. „Die Erforschung und der Schutz des Klimas sind eine Aufgabe, die in nur in internationaler Zusammenarbeit zu bewältigen ist. Pegasos ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit in der europäischen Forschungspolitik. Der Zeppelin NT und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich leisten hierzu einen entscheidenden Beitrag.“ In Deutschland sind außerdem das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig und das Helmholtz Zentrum Geesthacht beteiligt.

Klimaforschung ist ein Schwerpunkt der Förderpolitik des Bundesforschungsministeriums. Unter dem Motto „Zukunftsprojekt Erde“ steht das Wissenschaftsjahr 2012 ganz im Zeichen der Forschung für nachhaltige Entwicklungen. Das Klima spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Kampagne mit dem Zeppelin NT will den Einfluss der Atmosphärenchemie auf den Klimawandeln messen und die entscheidenden Prozesse klären. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen Grundlagen liefern, um EU-weite Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität unter der Berücksichtigung ihrer Auswirkungen auf den Klimawandel zu ergreifen. Auch für die weltweite Klimapolitik werden die Untersuchungen zur Verfügung stehen, da Projektpartner in die Arbeit des Weltklimarates (IPCC) eingebunden sind.
Bereits zum dritten Mal nutzen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Jülich den Zeppelin NT als Forschungsplattform – diesmal erstmals europaweit. In den beiden voran gegangenen Missionen in den Jahren 2007 und 2008 flogen die Klimaforscher mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums vorwiegend in der Bodenseeregion und erprobten und entwickelten dabei die jetzige Ausstattung des Zeppelins mit Messgeräten. Sie wollen damit vor allem zwei Akteure in bodennahen Luftschichten bis 1400 Metern Höhe genauer unter die Lupe nehmen: Hydroxylradikale, die als „Waschmittel“ der Atmosphäre dienen, und die Aerosole, also kleine Schwebeteilchen. Daten zu deren Entstehung und ihrer Mitwirkung im Klimageschehen sollen unter anderem Aufschluss über die Selbstreinigungskraft der Atmosphäre geben. Zeppelin NT kann im Gegensatz zu Flugzeugen langsam schweben, in der Luft anhalten, vertikal auf- und absteigen und bis zu 24 Stunden ununterbrochen fliegen. Er transportiert bei diesem Projekt über eine Tonne schweres Messgerät und ergänzt so Messungen aus Flugzeugen und von fest installierten Bodenstationen in idealer Weise.

Weitere Informationen zur Klimaforschung: www.fona.de/de/9968
Zum Wissenschaftsjahr: www.zukunftsprojekt-erde.de

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.zukunftsprojekt-erde.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie