Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochschulen und Social Media: eine neue Kommunikationswelt im Blick

16.06.2011
Auf dem zweiten Expertenforum der CHE-Marketing-Runde haben sich mehr als 100 Expert(inn)en an der Universität zu Köln getroffen.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Fragestellung, wie sich das Marketing von Hochschulen unter dem Einfluss von Social Media verändert. „Das Phänomen ist für Hochschulen mehr als nur eine handwerkliche Herausforderung“, sagt Markus F. Langer von CHE Consult und Initiator der CHE-Marketing-Runde. Die Tagung habe gezeigt, dass die Philosophie des Web 2.0 weiter gehende Veränderungen im Hochschulmarketing, ja sogar eine Neuorientierung interner und externer Kommunikation und der Kooperation innerhalb und zwischen Hochschulen erfordere.

Das Hochschulmarketing steht nicht vor der Frage, ob Social Media nützlich oder schädlich ist. Das Hochschulmarketing ist in jedem Fall betroffen. So kann eine der elementaren Hypothesen formuliert werden, von der die Tagung ausgegangen ist. Das revolutionäre Element liegt in der Möglichkeit, öffentlich zu partizipieren. Hieraus resultiert allerdings auch ein Kontrollverlust in der Kommunikation. Hochschulen werden heute öffentlich von ihren Zielgruppen und Stakeholdern thematisiert, potenziell jederzeit, potenziell von jedem Ort der Welt aus. Dazu müssen die Hochschulen eine Haltung entwickeln, denn verhindern können sie das „Mitreden“ nicht. Diese Situation ist mit Risiken und großen Chancen verbunden. Auch wenn die Nutzung von Web 2.0-Plattformen in der Regel kostenlos ist, umsonst ist das Engagement nie.

Ein Preis besteht in der Notwendigkeit, eine neue Kommunikations-Kultur zu akzeptieren und zu adaptieren. Eine Institution, die Social Media nutzen will, muss bereit sein, nicht nur Botschaften abzusenden und zu kontrollieren, sondern in einen kooperativen Dialog zu treten und für die Ergebnisse dieses Dialogs offen zu bleiben. Hier liegt eine große Chance für Hochschulen, denn auch wenn es unvertraut erscheint, die neuen sozialen Netze im Web2.0 entsprechen doch viel eher hochschulischer Arbeits- und Diskussionskultur, als der von Unternehmen.

Erfolg ist dabei weniger von der Anzahl der Profile einer Institution auf Social-Media-Plattformen abhängig. Eine zentrale Frage ist, wie „sozial“ und offen sie bereit ist, elementare Prozesse zu organisieren. Die Zahl der möglichen Aufgabenfelder, die über Social Media bearbeitet werden können, ist groß: von der Studierendengewinnung, über die Beratung, das Beschwerdemanagement bis hin zu den Lern- und Forschungsprozessen selbst oder der Alumni-Arbeit.

Konkrete Beispiele dazu aus der Arbeit der TU Braunschweig und Impulse aus Wissenschaft und Praxis der Arbeit mit Social Media brachte Susanne Robra-Bissantz, Professorin für Wirtschaftsinformatik an der TU, in einer engagierten Keynote ein. Joanna Rosenkranz von der Rijksuniversiteit Groningen berichtete von deren Erfahrungen und vermittelte einen Eindruck von den diesbezüglichen Aktivitäten der niederländischen Hochschulen. Neben diesen Impulsvorträgen waren zehn „Round Tables“ das Rückgrat der Veranstaltung. Die runden Tische waren jeweils einem relevanten Aspekt des Themas gewidmet und wurden von jeweils mindestens einem Moderator / einer Moderatorin betreut. Die Themenbreite reichte von der grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen der „digital natives“ bis zu der Frage wie man den Erfolg von Social-Media-Aktivitäten messen kann. Nach Inputs der Moderator(inn)en konnten die Teilnehmer(innen) sich austauschen und zu Aspekten nachfragen, die für sie von besonderem Interesse waren.

Abschließend unterstrich Bernt Armbruster von der CHE Marketing Runde die weitreichenden Folgen der neuen „Mitmach-Kommunikationswelt“ der Social Media für das Hochschulmarketing: „Für die Hochschulen, die gerade erst begonnen haben, strategische Kommunikation professionell zu etablieren und zu betreiben, ist das erneut eine Revolution mit noch unaufgelösten Widersprüchen, aber auch vielen Chancen und Möglichkeiten.“ Dies sei eine enorme Herausforderung für praktisch die ganze Hochschule und ihre eigene Kommunikationskultur. „Es bleibt also spannend“, sagte Armbruster. Die CHE-Marketing-Runde und CHE Consult werden die Entwicklung reflektierend und beratend begleiten.

Lars Hüning | idw
Weitere Informationen:
http://www.che-consult.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Spannende Experimente mit Astro-Alex im All
04.06.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil
24.05.2018 | Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Stahl-Innovationspreis 2018: Mikro-Dampfturbine ausgezeichnet

21.06.2018 | Förderungen Preise

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics