Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helmholtz bringt neue Entwicklungen in die Anwendung

01.07.2013
Die Helmholtz-Gemeinschaft hat vier neue Gründungsvorhaben von Helmholtz-Forschern ausgewählt, die sie jeweils mit bis zu 130.000 Euro unterstützt.

Seit 2005 hat die Forschungsorganisation damit bereits 79 Gründungsvorhaben aus ihren Zentren finanziert. Das Förderprogramm „Helmholtz Enterprise“ sichert die kritische Startphase von Ausgründungen und trägt so dazu bei, dass Forschungsergebnisse zügig zum Nutzen von Gesellschaft und Wirtschaft eingesetzt werden.

„Wir sind davon überzeugt, dass die neu geförderten Projekte eine gute Chance haben, sich auf dem freien Markt zu etablieren“, sagt Rolf Zettl, Geschäftsführer der Helmholtz-Gemeinschaft. „Es handelt sich um vier sehr fortschrittliche Entwicklungen, die von hochmotivierten Forscherteams mit einschlägigem Know-how vorangetrieben werden und sowohl der Wissenschaft als auch der Wirtschaft dienen.“

Zur Fördersumme von bis zu 100.000 Euro aus dem sogenannten Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten ist nun zum ersten Mal ein Aufschlag von 30.000 Euro für externe Managementunterstützung hinzugekommen. Die Helmholtz-Zentren, an denen die geförderten Projekte angesiedelt sind, steuern noch einmal einen Beitrag in Höhe der Fördersumme bei. Über das Programm „Helmholtz Enterprise“ können die Zentren zusätzliches Personal einstellen, um die Gründer weitgehend freizustellen und Personallücken zu schließen, die bei der Ausgründung entstehen. Neben der finanziellen Unterstützung steht die Helmholtz-Gemeinschaft den Gründern zu Beginn ihres Vorhabens auch mit intensiver Beratung in den Transferstellen der Helmholtz-Zentren zur Seite.

Die neu geförderten Projekte sind:

1.) WIPScon – Bessere Vorhersagen von Erdöl- und Erdgasvorkommen
Hans-Martin Schulz und das WIPS-Team berechnen am Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ die Prozessabläufe zwischen Porenwasser, Gesteinen und Gasen in Erdöl- und Erdgasvorkommen, die die Bildung, die Qualität und das mögliche Produktionsverhalten in diesen Lagerstätten maßgeblich beeinflussen. Die räumlich-zeitliche Entwicklung dieser komplexen Vorgänge bildet WIPScon in ihren Modellierungen ab, die im Grenzbereich von Geo- und Ingenieurwissenschaften angesiedelt sind. WIPScon bietet eine deutlich bessere Modellierung wichtiger Eckdaten an als es bisher möglich war. Durch diesen Service lässt sich abschätzen, wie lohnenswert und wie riskant die Förderung aus einer bestimmten Erdgas- oder Erdöllagerstätte wäre.
Ansprechpartner Technologietransfer: Ingo Kapp
Tel.: 0331 288-1025
E-Mail: ingo.kapp@gfz-potsdam.de
Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
2.) Kastanienbaum GmbH – Einfache Programmierung von Robotern
Das Team um Sami Haddadin vom zur Helmholtz-Gemeinschaft gehörenden Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und vermarktet Software, mit der Roboter einfacher programmiert und bedient werden können. Da dies gleichzeitig Kosten einspart, könnten auch kleine und mittelständische Unternehmen Roboter nutzen. Die neue Software hat außerdem das Ziel, den Umgang von Mensch und Roboter sicherer zu machen. Dadurch könnten Roboter neue Aufgaben übernehmen, für die sie bisher aus Sicherheitsgründen nicht eingesetzt wurden.
Ansprechpartner Technologietransfer: Robert Klarner
Tel.: 08153 28-1782
E-Mail: robert.klarner@dlr.de
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
3.) Spectrum ARC GmbH – Strahlungseinflüsse auf Elektronik für die Raumfahrt
Michael A. Schlüter und seine Kollegen vom DLR entwickeln an mehreren Helmholtz-Zentren Bestrah-lungsverfahren, mit denen sie elektronische Bauteile und Materialien testen wollen, die für den Einsatz im Weltraum vorgesehen sind. Serientests, die den Einfluss kosmischer Strahlung untersuchen, erleichtern das Zertifizieren neuer IEEE-Bauteile und sparen Zeit und Kosten. Raumfahrtprojekte können durch diese Strahlungstests sicherer und günstiger werden.
Ansprechpartner Technologietransfer: Rudolf Faymonville
Tel.: 02203 601-3659
E-Mail: Rudolf.Faymonville@dlr.de
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
4.) 300 Microns – Neue Folien für die Kultur von 3D-Zellaggregaten und Kleinstorganismen

Die Helmholtz-Forscher Stefan Giselbrecht und Eric Gottwald vom Karlsruher Institut für Technologie pro-duzieren und vertreiben Folien-basierte Zellkultursysteme, auf denen sich Zellen dreidimensional kultivieren lassen. In sogenannten Inserts für Mikrotiterplatten, die mit diesen Folien ausgestattet sind, bilden Zellen besonders gleichmäßige, dreidimensionale Komplexe und können gut mikroskopiert werden. Die Herstel-lungstechnik der Folien eignet sich auch für das automatisierte Mikroskopieren kleiner Organismen und ermöglicht die Verfolgung einzelner Zellen im Tier. Außerdem lassen sich mit diesem System zum Beispiel verschiedenste Stoffe auf ihre Giftigkeit testen oder Zellwanderungen in Tumoren verfolgen.

Ansprechpartner Technologietransfer: Matthias Klaften
Tel.: 0721 608-22147
E-Mail: matthias.klaften@kit.edu
Karlsruher Institut für Technologie
Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Andreas Fischer
Pressereferent
Tel.: 030 206 329-38
andreas.fischer@helmholtz.de
Dr.-Ing. Jörn Krupa
Stabsstelle Technologietransfer
Tel.: 030 206 329-72
joern.krupa@helmholtz.de
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 36.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschafts-organisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helm-holtz (1821-1894).

Jan-Martin Wiarda | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de
http://www.helmholtz.de/socialmedia

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise