Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europa auf dem Weg zur Innovationsunion

01.06.2012
EU-Ministerrat berücksichtigt im Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 deutsche Positionen / Schavan: "Auch gesellschaftliche Forschung enthalten"

Die Forschungsminister der EU haben sich heute über die "Teilweise Allgemeine Ausrichtung" des nächsten Rahmenprogramms für Forschung und Innovation, "Horizont 2020", verständigt.

"Wir machen damit einen wichtigen Schritt für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Arbeitsplätze in Europa. Forschung und Innovation sind der Schlüssel dazu", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan nach der Sitzung des Wettbewerbsfähigkeitsrates in Brüssel.

Die Ministerin zeigte sich mit dem vorliegenden Programmentwurf sehr zufrieden und verwies darauf, dass wichtige Anliegen Deutschlands berücksichtigt seien. "In dem weltweit größten Programm für Forschung und Innovation dürfen auch wichtige gesellschaftliche Aspekte, die für die Identität Europas wichtig sind, nicht fehlen", forderte Schavan. Deswegen ist es wichtig, dass nun der Aufbau einer zusätzlichen Forschungsagenda zu Europas kulturellen Wurzeln in all ihrer Vielfalt als Basis für unsere gemeinsame Identität geplant ist. Dort sollen angesichts dramatischer gesellschaftlicher Veränderungen Lösungen und Perspektiven für ein vereintes Europa im 21. Jahrhundert entwickelt werden.

Schavan begrüßte die Ankündigung der Kommission, dass zusätzlich zu den bereits enthaltenen Verboten der Finanzierung von Arbeiten zum reproduktiven Klonen, zur Keimbahnintervention und zur Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken einschließlich des therapeutischen Klonens auch in "Horizont 2020" die Finanzierung von embryonenverbrauchenden Forschungsprojekten einschließlich der Gewinnung menschlicher embryonalen Stammzellen wie schon im 7. Forschungsrahmenprogramm durch eine Protokollerklärung verbindlich ausgeschlossen werden soll.

Bei der Auswahl der Projekte wird das Exzellenzprinzip entscheiden, nach dem ausschließlich Qualitätsgesichtspunkte berücksichtigt werden. "Das ist notwendig, damit Europa im globalen Wettbewerb bestehen kann", so Schavan. Gestärkt wird auch der unabhängige Europäische Forschungsrat (ERC) mit seiner Pionierforschung. Wichtige andere Innovationsziele, vor allem der Aufbau wettbewerbsfähiger Forschungs- und Innovationscluster, sollen durch die Kohäsionsmittel der Strukturfonds gefördert werden.

Um der europäischen Industrie Wachstumsimpulse zu gehen, wird in "Horizont 2020" eine Förderlinie zu Schlüsseltechnologien (z.B. Informations- und Kommunikationstechnologien, Nanotechnologien, Produktionstechnologien, Biotechnologien, Werkstoffe) eingesetzt. "Forschung und Innovation sind das beste Wachstumsprogramm für Europa", sagte Schavan. Dazu sollen Projekte mit Verbünden aus Wissenschaft und Wirtschaft stärker als bisher gefördert werden.

Kritisch äußerte sich die Forschungsministerin zur geplanten Einzelförderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) im Rahmen von "Horizont 2020". Dies stelle einen Paradigmenwechsel dar, dessen Mehrwert für Europa nicht erkennbar sei. Europa als Ganzes könne nur profitieren, wenn konsequent ein Angebot an Industrie und Wissenschaft adressiert werde, grenzüberschreitend und gemeinsam in Verbünden zusammen zu arbeiten.

Alle wesentlichen Punkte der Position der Bundesregierung zu "Horizont 2020" und weitere Information finden Sie im Internet unter: http://www.bmbf.de/de/959.php

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.bmbf.de/de/959.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Meilenstein in der Forschung: Enabling Innovation
06.09.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

Junge Physiologen Tagen in Jena

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

25.09.2017 | Messenachrichten

Fraunhofer ISE steigert Weltrekord für multikristalline Siliciumsolarzelle auf 22,3 Prozent

25.09.2017 | Energie und Elektrotechnik

Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte

25.09.2017 | Medizin Gesundheit