Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Kommissarin stellt zukünftige Forschungs- und Innovationsstrategie vor

20.05.2010
Die kommende EU-Strategie zu Forschung und Innovation für Europa wird sich auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen konzentrieren, den Begriff "Innovation" weit gefasst definieren und versuchen, Engpässe beim Wissensfluss zu beseitigen, erklärte die europäische Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft Máire Geoghegan-Quinn.

Die Kommissarin sprach am 11. Mai auf der Konferenz der Europäischen Technologieplattformen in Brüssel, Belgien. Die Forschungs- und Innovationsstrategie ist ein wichtiger Teil der Strategie Europa 2020, in der die erforderlichen Maßnahmen festgelegt werden, um Europa aus der Wirtschaftskrise in eine "intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft" zu führen. Unter anderem wird in Europa 2020 das Ziel bekräftigt, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in Europa auf 3% des BIP (Bruttoinlandsprodukt) anzuheben; derzeit liegen die FuE-Ausgaben in der EU unter 2%.

Die Forschungs- und Innovationsstrategie wird bis September dieses Jahres veröffentlicht werden, sodass die EU-Staats- und Regierungschefs sie auf die Tagesordnung der Herbst-Tagung des Europäischen Rates setzen können.

"Als Kommissarin für Forschung und Innovation ist es meine Aufgabe, die Voraussetzungen für ein dynamischeres Europa zu schaffen. Ein Europa, in dem innovative Unternehmen Geschäfte machen und talentierte Menschen leben und arbeiten wollen", erklärte Frau Geoghegan-Quinn. "Eine meiner ersten Aufgaben ist die Erarbeitung einer neuen Forschungs- und Innovationsstrategie, die darlegt, wie wir die Forschung und Innovation betreffenden Teile der Strategie Europa 2020 vorantreiben wollen."

Während über die Einzelheiten der Forschungs- und Innovationsstrategie noch diskutiert wird, stehen die wichtigsten Merkmale schon fest, erklärt Frau Geoghegan-Quinn.

Als erstes werden in der Strategie Forschungs- und Innovationspolitiken auf die großen Herausforderungen, vor denen Europa und die Welt stehen, neu ausgerichtet; beispielsweise Klimawandel, Energieeffizienz, Gesundheit und Altern. Darüber hinaus wird die Strategie auf einem breiter gefassten Begriffsverständnis von "Innovation" aufgebaut werden, das nicht nur Forschung, sondern auch Innovation in Geschäftsmodellen, Managementstrukturen und der Bereitstellung öffentlicher Dienste umfasst. Schließlich wies Frau Geoghegan-Quinn darauf hin, dass "die Strategie darauf abzielen wird, alle größeren Engpässe zu beseitigen, die den Wissensfluss und die Entstehung dessen, was wir einen 'Binnenmarkt für Forschung und Innovation' nennen, behindern."

Viele Aspekte der Strategie, wie die Förderung der Mobilität von Forschern, die Entwicklung von Weltklasse-Infrastrukturen und die Verringerung der Fragmentierung der nationalen Forschungsanstrengungen, sind bereits wichtige Bestandteile der EU-Forschungs- und Innovationspolitiken.

Frau Geoghegan-Quinn bemerkte außerdem, dass die Strategie die Bemühungen um die Einigung über ein EU-Patent "kräftig anstoßen" wird. "Genug der Diskussionen: Lasst uns dieses Vorhaben endlich in die Tat umsetzen!" rief sie aus.

Die Kommissarin stellte auch ihre Pläne für die Zukunft der EU-Forschungsrahmenprogramme vor. "Ich will sie viel stärker mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen verknüpfen und dafür sorgen, dass ihnen mehr Spielraum für Innovationen zur Verfügung steht", sagte sie.

Spanien, das derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, sammelt ebenfalls Ideen und Vorschläge für die Forschungs- und Innovationsaspekte der Strategie Europa 2020. Erst vor Kurzem sagte die spanische Ministerin für Wissenschaft und Innovationen Cristina Garmendia auf einer Konferenz in Bilbao, Spanien: "Wenn Europa seine Anstrengungen in Wissenschaft und Innovation, aber vor allem die zwischen diesen notwendige Interaktion nicht vergrößert, wird es nicht in der Lage sein, seine derzeitige Führung in bestimmten Bereichen zu erhalten. Und noch viel weniger wird es seine Position im internationalen Wettbewerb verbessern können."

Referenz: Gestützt auf Informationen der Europäischen Kommission (SPEECH/10/232)

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

nachricht Internationaler Masterstudiengang: TU Kaiserslautern bildet Experten für die Quantentechnik aus
15.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie